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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,2,3

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Heinrich wird durch M(ainard), den Kardinalbischof von Silva Candida und Abt von Pomposa, sowie die übrigen Kardinäle gebeten, dem übel beleumundeten Bischof von Patavia (Udalrich von Padua ?) kein Gehör zu schenken, sondern ihn seinen Zorn fühlen zu lassen, damit er von der römische Kirche abgeschnitten werden könne.

Überlieferung/Literatur

Brief des Kardinalbischofs M(ainard) von Silva Candida an König Heinrich H 30 (MGH Briefe d. dt. Kaiserzeit 5, 67 f. no 30).

Kommentar

Terminus post quem des Schreibens ist die Schwertleite Heinrichs IV. am 29. März 1065 (vgl. Reg. 360), auf die mit den Worten ex sacris manibus sacerdotum pręcinctum portas gladium angespielt wird; vgl. Erdmann, Studien 155. Mainard von Silva Candida starb vor dem 8. August 1074; zu ihm vgl. Hüls, Kardinäle, Klerus und Kirchen Roms (1977) 134 ff. Erdmann, Studien 155 datiert den Brief zwischen 1065 und 1073 (Tod Papst Alexanders II. am 21. April), doch dürfte die Abfassung in der Anfangszeit der selbständigen Regierung Heinrichs IV. liegen; vgl. Borino, Odelrico vescovo di Padova (Miscellanea in onore di R. Cessi 1, 1958) 64. Zur mutmaßlichen Datierung auf das Jahr 1066 vgl. Meyer von Knonau, Jbb. 1, 547; sowie Gatto, Studi mainardeschi e pomposiani (1969) 72. – Zu der im ersten Drittel des Jahres 1065 erfolgten Legation Mainards von Silva Candida an den deutschen Hof vgl. Reg. 373. – Bei dem Pataviensi(s) episcop(us) handelt es sich wahrscheinlich nicht um Altmann von Passau, sondern um Udalrich von Padua (1064–1080). Vgl. Borino, Odelrico vescovo di Padova (Miscellanea in onore di R. Cessi 1, 1958) 65. – Die Worte utatur in illum gladio abscisionis beziehen sich auf eine Bannung oder Absetzung des Bischofs. Vgl. Erdmann, Studien 155. – Der genaue Inhalt der Vorwürfe gegen den Bischof geht aus dem Brief nicht hervor, doch könnte es sich bei der Wendung nullam apud maiestatem vestram habeat audientiam nec locum sua pecunia um eine Anspielung auf simonistische Praktiken handeln. Zum zweifelhaften Ruf Udalrichs von Padua in späterer Zeit vgl. Meyer von Knonau, Jbb. 3, 243 f. Anm. 16. – Erdmann, Studien 155 möchte in dem Brief "ein wertvolles Zeugnis für das Verhältnis zwischen Papst und König vor dem Investiturstreit" erkennen. – Vgl. Meyer von Knonau, Jbb. 1, 547 mit Anm. 96; O. Schumann, Die päpstlichen Legaten in Deutschland (1912) 11; Erdmann, Studien 153 ff.; Borino, Odelrico vescovo di Padova (Miscellanea in onore di R. Cessi 1, 1958) 63 ff.; H.-G. Krause, Papstwahldekret (1960) 53; Ganzer, Die Entwicklung des auswärtigen Kardinalats (1963) 23 f.; Gatto, Studi mainardeschi e pomposiani (1969) 71 f.; Lück, Die Kölner Erzbischöfe, AfD 16 (1970) 18 f.; Hüls, Kardinäle, Klerus und Kirchen Roms (1977) 135; R. Schieffer, Entstehung des päpstlichen Investiturverbots (1981) 102 Anm. 250.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,2,3 n. 461, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1066-00-00_3_0_3_2_3_461_461
(Abgerufen am 17.10.2017).