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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,2,3

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Heinrich fordert den Mönch Udalrich (von Lorsch) wegen dessen Weigerung, die Übertragung seiner Abtei an Erzbischof Adalbert von Bremen-Hamburg anzuerkennen, zur Herausgabe derselben und zur Übergabe des Abtsstabes an seinen Boten auf. – Brief. Miramur quo ausu.

Überlieferung/Literatur

Kop.: Codex Laureshamensis (12. Jh.) f. 23, Staatsarchiv Würzburg (L). – Drucke: Glöckner, Cod. Lauresh. 1, 394 n° 124; MGH Dt. MA 1, 7 n° 3. – Reg.: Urkundenreg. zur Tätigkeit des deutschen Königs- und Hofgerichts 1 n° 123.

Kommentar

Zum vorangegangenen Warnschreiben Heinrichs IV. vgl. Reg. 424. – Die mittlerweile erfolgte Absetzung Udalrichs geht aus der Anrede als monachus hervor. – Nach dem legendenhaft ausgeschmückten Bericht Lamperts 1063 (SS rer. Germ. [1894] 90 f.) soll der Abt bereits vor Eintreffen der königlichen Boten das Kloster verlassen haben, nachdem zuvor der Kirchenschatz in Sicherheit gebracht worden war. – Übereinstimmend mit Lampert berichtet der Cod. Lauresh. c. 124 (Glöckner 393) von der Anlage einer Burg an einem in der Nähe des Klosters gelegenen Berg durch die klösterliche Dienstmannschaft (milites ęcclesię tam ministeriales quam nobiles) – die spätere Starkenburg bei Heppenheim. Allerdings sei laut Lampert die Befestigung erst nach der Absetzung Udalrichs, laut Cod. Lauresh. aber bereits unmittelbar nach dem Unfall des Abtes erfolgt (vgl. Reg. 424) und somit Anlaß für die Absetzung gewesen. Dieser Darstellung folgen Meyer von Knonau, Jbb. 1, 482 ff.; sowie Wehlt, Reichsabtei und König (1970) 58. – Zur Starkenburg vgl. HB d. hist. Stätten Deutschlands34, 421 ff. – Den Widerstand der Lorscher milites schildern auch die Ann. Weissenb. 1066 (SS rer. Germ. [1894] 53). – Udalrich begab sich nach dem Bericht des Cod. Lauresh. c. 126 (Glöckner 394) nach seiner Absetzung zunächst in das Kloster St. Alban zu Mainz, wurde jedoch kurz darauf von den milites et fideles des Klosters zurückgerufen und begab sich unter den Schutz des Mächtigsten unter ihnen, Graf Adalberts von Calw. – Vgl. Meyer von Knonau, Jbb. 1, 482 ff. und 488; Wehlt, Reichsabtei und König (1970) 58 f.; Seibert, Libertas und Reichsabtei (Salier 2, 1991) 547; Vogtherr, Reichsabteien (2000) 102; Hack, Gruß, eingeschränkter Gruß und Grußverweigerung, AfD 47/48 (2001/02) 70 f. und 78; Seibert, Geld, Gehorsam, Gerechtigkeit, Gebet (VuF 69, 2009) 277, 288 f. und 313.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,2,3 n. 428, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1065-12-00_2_0_3_2_3_428_428
(Abgerufen am 28.05.2017).