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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,2,3

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Heinrich schenkt der erzbischöflichen Kirche zu Bremen-Hamburg aufgrund der Verdienste Erzbischof Adalberts den im Ahrgau in der Grafschaft des Grafen Berthold gelegenen Reichsgutsbezirk Sinzig zu freiem Eigen nebst allem Zubehör einschließlich Münze, Markt und Zoll mit der Gerichtsbarkeit (villam unam Sinziche . . . in pago Archgouue in comitatu Pertoldi comitis sitam cum omnibus appendiciis . . . et inquirendis monetis quoque mercatis theloneis omnique districtu in proprium dedimus atque tradidimus). – Sigehardus canc. vie (!) Sigefridi archicanc.; nach D. 168 geschrieben von SC; M; B. Cum regiae dignitatis sit ius cuiquam servare suum.

Originaldatierung:
(XIIII kal. nov., Goslarie)

Überlieferung/Literatur

Orig.: Staatsarchiv Stade (A). – Kop.: Bremer Kopialbuch (14. Jh.) f. 37' (68), Staatsarchiv Hannover (C) – im 2. Weltkrieg verbrannt. – Drucke: Lappenberg, Hamburgisches UB 1, 94 n° 97 aus A; MGH DD 6, 226 n° 173. – Reg.: Goerz, Mittelrhein. Regesten 1401; May, Regesten d. Erzbischöfe von Bremen 314; Böhmer 1808; Stumpf 2687.

Kommentar

Zur Formularbenutzung vgl. die Bemerkungen zu Reg. 289; sowie Gladiß-Gawlik, Einl. CI mit Anm. 150. – Für die Bullierung wurde derselbe Stempel verwandt wie bei D. 168 (vgl. die Bemerkungen zu Reg. 414) und wahrscheinlich auch den DD. 169. 172 (Reg. 415. 419) für denselben Empfänger. – Nach Adam Brem. III, 28 (SS rer. Germ. [1917] 171) soll Adalbert von Bremen auch die Höfe Plesse und Groningen verliehen bekommen haben, worüber allerdings ein urkundliches Zeugnis fehlt. – Helbach, Reichsgut Sinzig (1989) 207 f. möchte in der Bezeichnung villae in der Pertinenzformel ein Synonym für den gesamten Reichsgutsbezirk erkennen. Obwohl das Ausmaß dieser und weiterer Schenkungen Heinrichs IV. an das Erzbistum Bremen-Hamburg im Jahre 1065 (vgl. Reg. 414. 415. 419. 426) eine "Bewertung als Raubbau an den königlichen Machtgrundlagen" nahelege, seien die Übertragungen auch als eine Entschädigung Adalberts für den Reichsdienst zu sehen, welche ihm möglicherweise bereits durch Heinrich III. in Aussicht gestellt worden sei (vgl. Adam Brem. III, 28 [SS rer. Germ. 1917, 171]). – Infolge der Verdrängung Adalberts von Bremen aus der Reichsregierung (vgl. Reg. 431) und der Nichtigerklärung aller Verleihungen an sein Erzbistum ist die Schenkung nicht wirksam geworden; vgl. Glaeske, Erzbischöfe von Hamburg-Bremen (1962) 91 f. – Erst nach seiner Rückkehr an den Hof (vgl. Reg. 529. 576) erfolgte im Jahre 1071 die Restitution von Sinzig (Adam Brem. III, 59 [SS rer. Germ. 1917, 205]). – Ortsnamen: Sinziche = Sinzig s. Bonn. – Vgl. Meyer von Knonau, Jbb. 1, 477 f.; Glaeske, Erzbischöfe von Hamburg-Bremen (1962) 91 und 95; Lammers, in: Geschichte Schleswig-Holsteins 4/1, 190; R. Schieffer, in: Rheinische Geschichte 1/3, 128, 149 f. und 170; ders., Reichsgut und Reichsgewalt am Niederrhein, in: Königtum und Reichsgewalt am Niederrhein (1983) 45 f.; Johanek, Erzbischöfe von Hamburg-Bremen (Salier 2, 1991) 101; Pfeiffer, Rheinische Transitzölle (1997) 227 f.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,2,3 n. 420, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1065-10-19_1_0_3_2_3_420_420
(Abgerufen am 30.03.2017).