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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,2,3

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Heinrich verlegt die Hofhaltung nach Sachsen.

Überlieferung/Literatur

Lampert 1066 (SS rer. Germ. [1894] 100); Cod. Lauresh. c. 123c (Glöckner 393).

Kommentar

Lamperts Angabe, der Hof habe sich vom Herbst 1065 bis zum Jahreswechsel in Goslar wie in einem Standlager aufgehalten – angeblich um damit den Einfluß Adalberts von Bremen auf den jungen König zu sichern –, ist nachweislich unrichtig. Nach Ausweis der urkundlichen Überlieferung hielt sich der Hof vielmehr im August in Goslar (Reg. 410. 411), im September in Magdeburg (Reg. 415), im Oktober wieder in Goslar (Reg. 419. 420) und im November und Dezember in Corvey (Reg. 425. 426) auf. – Nach dem Zeugnis Adams von Bremen III, 47 (SS rer. Germ. [1917] 190) habe es der Bremer Erzbischof nicht ertragen können, wie die Großen den jungen König gleich einem Gefangenen im Reich umhergezerrt hätten. – Die von Lampert 1066 (SS rer. Germ [1894] 100) vorgebrachte Behauptung einer notdürftigen Versorgung des Hofes erfolgte offensichtlich in polemischer Absicht; vgl. Lampert 1074 (173) und 1077 (300). – Spätestens mit dieser Schwerpunktverlagerung muß auch der zu Pfingsten auf Herbst verschobene Romzug (vgl. Reg. 377) abgesetzt worden sein. – Frutolf 1068 behauptet irrig, Heinrich IV. hätte sich in jenen Jahren ausschließlich in Sachsen aufgehalten (Heinricus rex adolescentię usus libertate Saxoniam solam ex omni Romano imperio cępit incolere). ‒ Vgl. Meyer von Knonau, Jbb. 1, 480 f.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,2,3 n. 408, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1065-08-00_3_0_3_2_3_408_408
(Abgerufen am 23.05.2017).