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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,2,3

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Heinrich bestätigt dem Stift des hl. Gangulf zu Toul auf Bitten Bischof Udos, aufgrund der Intervention seiner Braut Bertha (von Turin), der Erzbischöfe Eberhard von Trier und Adalbert von Bremen, der Bischöfe Adalbero (III.) von Metz, Dietrich von Verdun, Ellenhard von Freising und Azzo von Foligno sowie Herzog Gerhards (von Oberlothringen) und dessen Sohnes Dietrich die Besitzungen und Rechte einschließlich der von Bischof Udo von Toul erfolgten Zuwendungen und verleiht darüber hinaus die Immunität (eidem loco immunitatem iure legali ex nostra [p]arte confirmantes concederemus). – In Wiederholung der anläßlich der Neuerrichtung des Stiftes von Bischof Udo von Toul ausgestellten Urkunde vom 20. Juni 1065 (Stumpf 2761a = VU II) unter Heranziehung des D. 46 (Reg. 156 = VU III) für den Erwerb aus einem Tausch mit dem Abt von Kornelimünster und des DO.I. 290 (VU I) für Petitio, zusammenfassende Schlußsätze und Corroboratio vom Empfänger verfaßt und wohl auch geschrieben; Quoniam sanctarum defensorem ecclesiarum nos constituit.

Originaldatierung:
(aput Ballauimontem)

Überlieferung/Literatur

Kop.: Chartular von St. Gangulf in Toul (ca. 1330) f. 4, Archives Nationales Paris (C). – Druck: MGH DD 6, 200 n° 156. – Reg.: Goerz, Mittelrhein. Regesten 1395; Stumpf 2672.

Kommentar

Im vorliegenden D. sind die in den Tauschakten zwischen Bischof Udo und Abt Winrich von Kornelimünster genannten Güter (DD. 46. 127; Reg. 156. 331) vereinigt. – Die Besitzbestätigung wird auch in den Gesta ep. Tullensium c. 43 (SS 8, 645 f.) erwähnt. – An drei Grundbesitz und Zollrechte betreffenden Stellen (Besitz des praedium von St. Anian, Erwähnung eines zusätzlichen Zolltarifs von zehn Schillingen, Fehlen einer Angabe über das dem Kapitel übergebene Allodialgut) erfolgte wohl um oder kurz nach 1100 eine Interpolation. Vgl. Bönnen, Bischofsstadt Toul (1995) 159. – Nach Scheibelreiter, Regierungsantritt, MIÖG 81 (1973) 13 belegt diese Urkunde den Regierungsantritt Heinrichs IV. in Oberlothringen und ist damit "Beweis für den Umrittcharakter" des Reisewegs des Königs im Jahre 1065. – Zu den genannten Personen und dem Umrittcharakter vgl. Gawlik, Intervenienten 35 f. – Erste gemeinsame Erwähnung Heinrichs IV. und Berthas seit dem Osterfest 1060 (vgl. Reg. 189). Zur Entwicklung des Verhältnisses zwischen Heinrich und Bertha von Turin vgl. Bühler, Kaiser Heinrich IV. und Bertha von Turin, AKG 83 (2001) 39. – Der Ausstellungsort Ballauimons ist im französischen Sprachgebiet des Deutschen Reiches zu suchen. Vgl. die Vorbem. zu D. 156. – Ortsnamen: urbs Leuchorum = Toul; Semitensis = Sion, Kirche auf dem gleichnamigen Berg sw. Nancy; Cheuliaco = Chaouilley sw. Nancy; Bosonismontis = Bauzemont ö. Nancy; Gauillonis = Jaillon nö. Toul; Marbagii = Marbache nw. Nancy; Menulfiuilla = Minorville n. Toul; fons sancti Mansueti = ? die ehemalige Benediktinerabtei St-Mansuy in Toul; Marcledo = ?; vicus sancti Apri = Vorstadt St-Evre in Toul; Fagumvilla = Foug w. Toul; Medianum = Moyenvic nö. Nancy; Grusiolis = Crézilles s. Toul; Wich = Vic-sur-Seille nö. Nancy; Brusin[e]de = Gorsem nw. St. Truiden/St. Trond; Arenhein = Harxheim w. Worms; Heuernheeim = Ebersheim s. Mainz, heute eingemeindet; Barro = Bareville oder Bar, abgegangen auf dem Mont St-Michel nw. Toul; Banniolum = Bagneux s. Toul; Amerellivilla = Méréville s. Nancy. Zu den genannten Orten vgl. Bönnen, Bischofsstadt Toul (1995) 156 f. – Vgl. Meyer von Knonau, Jbb. 1, 444 f.; Haverkamp, Die Städte Trier, Metz, Toul und Verdun (Salier 3, 1991) 176; Bönnen, Bischofsstadt Toul (1995) 156 ff.; Bauer, Lotharingien als historischer Raum (1997) 272.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,2,3 n. 392, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1065-06-20_2_0_3_2_3_392_392
(Abgerufen am 24.10.2017).