Regestendatenbank - 176.571 Regesten im Volltext

RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,2,3

Sie sehen den Datensatz 335 von insgesamt 1572.

Auf der in Abwesenheit des Cadalus tagenden Synode, bei welcher Alexander (II.) selbst den Vorsitz übernimmt, wiederholt der im Namen des Königs die Untersuchung führende Erzbischof Anno von Köln noch einmal die gegen Alexander vorgebrachten Anklagepunkte. Vom Verdacht der Simonie reinigt sich Alexander durch einen Eid; auf den Vorwurf der Konspiration mit den Normannen weigert er sich jedoch, näher einzugehen, sondern erklärt, dem König selbst hierüber Rede und Antwort stehen zu wollen, sobald dieser zur Kaiserkrönung nach Rom komme. Die Synode betrachtet dies als Rechtfertigung und bestätigt daraufhin Alexanders Wahl. In der sich hieran anschließenden Untersuchung über Cadalus, bei welcher Alexander (II.) als Ankläger auftritt, wird über den Abwesenden das Verdammungsurteil ausgesprochen.

Überlieferung/Literatur

Ann. Altah. 1064 (SS rer. Germ. [1891] 64 f.); lediglich kurze Erwähnung, aber mit richtigem Datum bei Berthold 1064 (SS 5, 272; 13, 732); Sigeb. Gembl. irrig zu 1067 (SS 6, 361 f.); Cod. Lauresh. c. 123c (Glöckner 391); unbrauchbar dagegen Lampert (SS rer. Germ. [1894] 91). Von italienischer Seite mit unverkennbar päpstlichem Standpunkt Bonizo, Ad amic. VI (Ldl 1, 596); Boso, V. Alexandri II. (Liber pontificalis 2, 359 f.); völlig unglaubwürdig von entgegengesetztem Parteistandpunkt Benzo, Ad Heinr. III, 27–28 (SS 11, 632 f.).

Kommentar

Zur Einreihung zu 1064 vgl. Meyer von Knonau, Jbb. 1, 375 Anm. 19; Hefele-Leclercq, Histoire des conciles 4, 1237 ff.. – Der Quellenwert der am ausführlichsten berichtenden Ann. Altahenses ist besonders hoch zu veranschlagen, da diese vermutlich auf Schilderungen des nach dem Zeugnis des Altaicher Annalisten (SS rer. Germ. [1891] 66) selbst an der Synode teilnehmenden Abtes Wenzeslaus beruhen. Vgl. Meyer von Knonau, Jbb. 1, 381 mit Anm. 29. – Den Ann. Altahenses (ebd. 64) zufolge hielt sich Cadalus mit seinen Anhängern in Acquanegra nw. Mantua auf, von wo aus er sich durch täglich hin- und hergehende Kundschafter über den Stand der Verhandlungen in Mantua unterrichtete. – Die Verurteilung des Cadalus bedeutete faktisch die Annullierung der Wahl von Basel. Vgl. Zimmermann, Papstabsetzungen (1968) 157 f. – Über die tumultuarischen Ereignisse des folgenden Tages, über die Ann. Altahenses (ebd. 65 f.) und Benzo III, 29 (SS 11, 633) berichten, vgl. Meyer von Knonau, Jbb. 1, 384. – Wie Anno von Köln 1066 rückblickend in einem Brief an den Papst bekennt, scheint seine Alexander II. begünstigende Haltung bei Hofe wie auch anderswo Gegnerschaft heraufbeschworen zu haben (Giesebrecht 5 3, 1258 Dokumente A no 4: memor omnium, quae mihi Mantuam eunti ante et retro in via illa, domi quoque parata fuerant). Vgl. Meyer von Knonau, Jbb. 1, 385; Oediger, Regesten d. Erzbischöfe von Köln 954; Jenal, Erzbischof Anno II. von Köln 2, 260 u. 273 f. – Vgl. Meyer von Knonau, Jbb. 1, 383 f.; Giesebrecht 5 3, 107 f.; Pflugk-Harttung, Die Papstwahlen und das Kaisertum, ZKG 28 (1907) 322 ff.; Hefele-Leclercq, Histoire des conciles 4, 1234 ff.; Herberhold, Die Beziehungen des Cadalus von Parma (Gegenpapst Honorius II.) zu Deutschland, HJb 54 (1934) 102; Haller, Papsttum22, 341; Oediger, Regesten d. Erzbischöfe von Köln 931; Zimmermann, Papstabsetzungen (1968) 155 ff; Jenal, Erzbischof Anno II. von Köln 2, 243 ff; Schmidt, Alexander II. (1977) 120.

Nachtrag einreichen
Einreichen
Empfohlene Zitierweise

RI III,2,3 n. 335, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1064-05-31_1_0_3_2_3_335_335
(Abgerufen am 18.10.2017).