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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,2,3

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Heinrich läßt durch Unterfertigung einen Vertrag zwischen Bischof Wilhelm von Utrecht und Abt Reginbert von Echternach sowie deren Vögten Gerolf und Dietrich auf Bitten beider Parteien (ad maiorem successorum fidem regali ... auctoritate confirmari postulavimus) bestätigen, in welchem Wilhelm von Utrecht den Äbten von Echternach die uneingeschränkten Rechte auf die Hälfte der Pfarrkirchen zu Vlaardingen, Oegstgeest, Velsen, Heiloo und Petten sowie der Kapellen an 19 genannten Orten einräumt, die einst von Karl (Martell) und anderen dem hl. Willibrord, dem ersten Erzbischof der Utrechter Kirche, zugunsten des Klosters Echternach übertragen, diesem jedoch von Graf Dietrich (III. von Holland) und dessen Söhnen Dietrich und Florens entrissen und daraufhin durch Synodalbeschluß der bischöflichen Gewalt unterstellt worden waren, und denselben das gleiche Recht neben dem Bischof von Utrecht an der Einsetzung der Pfarrgeistlichen sowie die Hälfte aller Einkünfte mit Ausnahme des bischöflichen Bannes zugesteht. – Fridericus canc. vice Sigefridi archicanc.; in Form einer von Bischof Wilhelm von Utrecht ausgestellten Urkunde aufgezeichneter und in zwei Exemplaren ausgefertigter Vertrag, deren jedes von beiden Parteien besiegelt und in der königlichen Kanzlei wohl von FB mit der Rekognitionszeile und der Datierung versehen wurde. Notum sit omnibus in Christo fidelibus.

Originaldatierung:
(V kal. ian., Colonię)

Überlieferung/Literatur

a (Utrechter Ausfertigung) Kop.: Liber donationum I (Ende 12. Jh.) f. 35' no 63, Rijksarchief Utrecht (C) = Liber catenatus (Ende 14. Jh.) f. 91, ebenda (E); Utrechter Chartular (1342/64) f. 28 no 64, ebenda (D). – Drucke: Muller-Bouman, Oorkondenboek van Utrecht 1, 203 no 225 aus C; Obreen, Oorkondenboek van Holland en Zeeland 1, 40 no 85 aus CE und BC der Echternacher Überlieferung; MGH DD 6, 152 no 116a; Koch, Oorkondenboek van Holland en Zeeland 1, 156 no 84 mit weiteren Überlieferungen. – Reg.: Wauters, Table chronol. 1, 512; Brom, Regesten van Utrecht 220; Stumpf 2634a. b (Echternacher Ausfertigung) Kop.: Abschrift des 11. Jh. im Ms. lat. 8996 f. 1', Bibliothèque Nationale Paris (B); Liber aureus von Echternach (13. Jh.) f. 99, Forschungsbibliothek Gotha (C). – Drucke: Wampach, Geschichte d. Grundherrschaft Echternach 1, 2, 308 no 192; MGH DD 6, 152 no 116b; Koch, Oorkondenboek van Holland en Zeeland 1, 156 no 84 mit weiteren Überlieferungen.

Kommentar

Vgl. die Vorbem. zu D. 116. – Über die äußerst seltene Beglaubigung von Privaturkunden durch die königliche Kanzlei vgl. Breßlau, Urkundenlehre21, 714 mit Anm. 1; Gawlik, Intervenienten 30. – Nach Adam von Bremen, Gesta III, 35 soll Wilhelm von Utrecht (1054–1076) sein Amt dem Einfluß Annos von Köln verdankt haben. – Über Graf Dietrich III. von Holland und dessen Söhne vgl. C. Wampach, Geschichte d. Grundherrschaft Echternach 1, 1 (1929) 239. – Zu Anfang des 12. Jh. hat Abt Thiofrid von Echternach Heinrich IV. um neuerliche Bestätigung ersucht (Wampach, Geschichte d. Grundherrschaft Echternach 1, 2, 328 no 200). – Ortsnamen: Flardinge = Vlaardingen an der Nieuwen Maas w. Rotterdam; Kiericwerue = Oegstgeest n. Leiden; Velsereburc = Velsen n. Haarlem; Heligelo = Heiloo nw. Amsterdam; Pethem = Petten Gem. Zijpe, Noordholland. – Vgl. Meyer von Knonau, Jbb. 1, 360; O. Oppermann, Untersuchungen zur Geschichte von Stadt und Stift Utrecht, Westdeutsche Zeitschrift 28 (1909) 237.

Nachträge (1)

Nachtrag von Dirk Jäckel, eingereicht am 27.09.2010.

Neuer Archivname:

Rijksarchief Utrecht (CDE der Utrechter Überlieferung) > Het Utrechts Archief

Regest:

Urkundenreg. zur Tätigkeit des deutschen Königs- und Hofgerichts 1 no 119

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Empfohlene Zitierweise

RI III,2,3 n. 316, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1063-12-28_1_0_3_2_3_316_316
(Abgerufen am 24.09.2017).