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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,2,3

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Auf einem ‚Reichstag‘ wird in Heinrichs Gegenwart der Beschluß gefaßt, zur Rückführung des aus seinem Reiche vertriebenen Königs Salomon noch im Sommer desselben Jahres ein Heer nach Ungarn zu entsenden.

Überlieferung/Literatur

Von den Ann. Altah. 1063 (SS rer. Germ. [1891] 62) irrtümlich nach Mainz verlegt: Rex ... generale colloquium apud Maguntiam habuit, ususque sapientum consilio, hac eadem aestate exercitum in Ungariam ducere disposuit.

Kommentar

Der bisherige Zeitansatz, wonach der Feldzug erst Mitte August in Mainz beschlossen worden sein sollte (Meyer von Knonau, Jbb. 1, 342; Hóman, Geschichte d. ungarischen Mittelalters 1, 270) ist nicht haltbar: Da der Hof am 7. August noch in Goslar (Reg. (n. 299)), am 20. August aber bereits in Erlangen (Reg. (n. 302)) war, ist der zeitliche Spielraum für einen Zug an den Rhein viel zu knapp. Außerdem wäre bei einem so späten Termin kaum mehr Zeit für die erforderlichen Rüstungen wie für das zweimalige Hin- und Hergehen einer ungarischen Gesandtschaft (Reg. (n. 300). Reg. (n. 303)) geblieben. Der Beschluß dürfte deshalb bereits Ende Juni, vermutlich auf der Fürstenversammlung zu Allstedt (Reg. (n. 290)) gefallen sein. Hierzu würde auch die nach dem Bamberger Brief M 18 (MGH Briefe d. dt. Kaiserzeit 5, 211 ff; Guttenberg, Regesten d. Bischöfe von Bamberg 345) auf Anfang August anzusetzende Nachricht über die Rüstungen der Bamberger Ministerialen passen. Vgl. Guttenberg, Regesten d. Bischöfe von Bamberg 345; sowie Erdmann, NA 49 (1932) 408 Anm. 1. – Nicht auszuschließen ist freilich, daß der Ungarnfeldzug noch früher, etwa zu Ostern 1063, beschlossen wurde (Erdmann, Studien 286), das offizielle Aufgebot aber erst Ende Juni in Allstedt erging, wo dann auch die Modalitäten der politischen und militärischen Führung für die Dauer des Unternehmens geregelt wurden. Der Altaicher Annalist hätte in diesem Falle den Ort der Beschlußfassung irrtümlich mit dem Zeitpunkt des Aufgebotes (Sommer 1063) verbunden. – Über Salomon, der mit Heinrichs Schwester Judith-Sophie verlobt war, vgl. Reg. (n. 145).

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Empfohlene Zitierweise

RI III,2,3 n. 291, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1063-06-24_2_0_3_2_3_291_291
(Abgerufen am 23.03.2017).