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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,2,3

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Der im Auftrag des deutschen Hofes zur Prüfung der Wahl Alexanders II. nach Rom gesandte Bischof Burchard von Halberstadt erhält von diesem wegen der zu dessen Gunsten durchgeführten Untersuchung (opus ministerii tui ... ad voluntatem ac iussionem dilectissimi filii nostri Heinrici q[u]arti regis, scilicet ut ęcclesiasticę pacis inquietudinem regius advocatus propulsares, cum omni gaudio suscepisti, ita quod post susceptum legationis obsequium semper unanimis uno spiritu et sincera affectione pro nobis ac Romana ecclesia nobiscum sollicitus fuisti) das Pallium verliehen mit dem Recht, ein Kreuz vor sich hertragen lassen und bei festlichen Anlässen einen Zelter reiten zu dürfen.

Überlieferung/Literatur

Schmidt, UB d. Hochstifts Halberstadt 1, 59 no 83 = JL 4498; vgl. Gesta ep. Halberst. (SS 23, 97 f.). Von Lampert 1063 (SS rer. Germ. [1894] 81 f.) irrtümlich auf Cadalus bezogen.

Kommentar

Zur Gesandtschaft Burchards von Halberstadt vgl. Reg. (n. 269). Einer Bamberger Nachricht zufolge soll ihn hierbei Herzog O(rdulf) von Sachsen begleitet haben (Brief M 7 [MGH Briefe d. dt Kaiserzeit 5, 200]; Guttenberg, Regesten d. Bischöfe von Bamberg 339). Vgl. Erdmann, NA 49 (1932) 344. – Nach dem irrig zu 1061 eingereihten Bericht der Ann. Altahenses (SS rer. Germ. [1891] 59) endete die Untersuchung mit der Anerkennung der Wahl Alexanders II. – Fenske, Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung 122 vermutet, daß Burchard hierbei Kontakt zu den Wählern Alexanders II., insbesondere zu dem Archidiakon Hildebrand, dem nachmaligen Gregor VII., aufgenommen hat. – Ortsangabe: Borgo S. Quirico = S. Quirico d'Orcia sö. Siena. – Das für einfache Bischöfe ungewöhnliche Privileg, das keine der bei Palliumverleihungen üblichen Formeln (vgl. C.-B. Graf von Hacke, Die Palliumverleihungen bis 1143 [1898] 90 f., 120) aufweist, wurde von dem königlichen Notar Gebehard A geschrieben (H. Breßlau, MIÖG 6 [1885] 123 Anm. 1). Dieser hat den Bischof freilich nicht selbst nach Italien begleitet; denn am 29. und 31. Januar werden zu Worms die wohl erst jetzt von ihm verfaßten DD. 99. 100 (Reg. (n. 280). Reg. (n. 281)) ausgefertigt Vielmehr scheint sich Burchard von Halberstadt mit dem bereits vor seiner Abreise ins reine geschriebenen Privileg auf den Weg begeben zu haben. Vgl. die Vorbem. zu D. 98; sowie Gladiß-Gawlik, Einl. XXX. – Der sich wegen der Palliumverleihung an Burchard von Halberstadt zurückgesetzt (vgl. Reg. (n. 351)) fühlende Erzbischof Siegfried von Mainz (vgl. dessen Beschwerde in einem an Alexander II. gerichteten Brief aus dem Jahre 1064 CU 28 [Jaffé, Bibl. 5, 55]) konnte nach Lampert erst durch Anno von Köln wieder beschwichtigt werden. Vgl. Meyer von Knonau, Jbb. 1, 327 f.; Jenal, Erzbischof Anno II. von Köln 2, 238 im Anschluß an Oediger, Regesten d. Erzbischöfe von Köln 903; Fenske, Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung 101 f. – Vgl. Meyer von Knonau, Jbb. 1, 306 f.; G. Sellin, Burchard II. Bischof von Halberstadt (1914) 25 f.; Herberhold, Studi Gregoriani 2 (1947) 493; Zimmermann, Papstabsetzungen (1968) 152; Lück, Ann. Hist. Ver. Niederrhein 172 (1970) 45 f.; ders., AfD 16 (1970) 15; Jenal, Erzbischof Anno II. von Köln 2, 238 ff; Schmidt, Alexander II. (1977) 120 f.; Fenske, Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung (1977) 101, 123 f.; Th. Zotz, Pallium et alia quaedam archiepiscopatus insignia (Festschr. B. Schwineköper 1982) 155 ff.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,2,3 n. 279, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1063-01-13_1_0_3_2_3_279_279
(Abgerufen am 30.03.2017).