Regestendatenbank - 174.569 Regesten im Volltext

RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,2,3

Sie sehen den Datensatz 261 von insgesamt 782.

Heinrich restituiert der bischöflichen Kirche zu Bamberg zum Seelenheil seines Vaters, (Kaiser Heinrichs III.), aufgrund der Intervention der Erzbischöfe Siegfried von Mainz und Anno von Köln sowie weiterer nicht genannter Bischöfe, Äbte, Herzöge und Grafen in Anbetracht der treuen Dienste Bischof Gunthers den ihr von seinem Vater entzogenen Ort Forchheim im Radenzgau in der Grafschaft des Grafen Kraft nebst allem Zubehör und allen Besitzungen, insbesondere jenen Gütern, welche der königliche Ministeriale Otnand hier kraft kaiserlicher Schenkung erhalten oder sich ein anderer unrechtmäßig angeeignet hatte, nämlich mit den Besitzungen an 37 genannten Orten, welche jetzt oder zum Zeitpunkt der ersten Schenkung zu Forchheim gehört haben, einschließlich des Rodelandes mit dem Recht zu freier Verfügung zum Nutzen der Kirche (quendam locum Vorcheim dictum in pago Ratenzgouue situm in comitatu Kraftonis comitis a ... patre nostro sanctę Babenbergensi ecclesię subtractum cum omnibus eiusdem loci appendiciis ... cęteraque predia ad eundem locum pertinentia et nominatim, quę exinde Otnandus ministerialis noster ex munificentia ... patris nostri in proprium sibi contraxit sive quicquid quęlibet persona iniuste hinc abalienaverat, et generaliter omnes vicos villas villulas sive nunc sive aliquando a die primę donationis ad eundem locum pertinentes ... insuper etiam culta novaria cum omni utilitate ... sanctę Babenbergensi ecclesię reddidimus damus et confirmamus). – Fridericus canc. vice Sigifridi archicanc.; nach dem Diktat des Empfängers, vermutlich eines Bamberger Klerikers, geschrieben und mit der Datierung versehen von FA; M.; SI. 2. Quoniam testante sacro eloquio.

Originaldatierung:
(III id. iulii, Herolvesfelden)

Überlieferung/Literatur

Orig.: Hauptstaatsarchiv München (A). – Kop.: Liber privilegiorum Bambergensium (Ende 13. Jh.) f. 21', Staatsarchiv Bamberg (C); Liber antiquus (Anfang 15. Jh.) f. 77, ebenda (D). – Drucke: Oesterreicher, Neue Beiträge 2, Beilage XIV no 11; Monumenta Boica 29a, 158 no 405 aus A; MGH DD 6, 114 no 88. – Reg.: Guttenberg, Regesten d. Bischöfe von Bamberg 334; Böhmer 1749; Stumpf 2608.

Kommentar

Forchheim war zusammen mit 14 der hier genannten Ortschaften durch Schenkung Heinrichs II. vom 1. November 1007 (DDH.II. 169, 170; Böhmer-Graff, RI 2, 4 no 1675, 1676) in den Besitz der Bamberger Kirche gelangt. – Die Schenkung Heinrichs III. zugunsten des Ministerialen Otnand (DH.III. 379; Reg. (n. 67)) war durch Heinrich IV. bestätigt und auf Kosten des von Bamberg beanspruchten Forchheimer Besitzes erweitert worden (D. 72; Reg. (n. 217)). – Zu den Ortsnamen vgl. Guttenberg, Regesten d. Bischöfe von Bamberg 334; sowie F. Schnelbögl, Zur Siedlungsgeschichte des Raumes Erlangen-Forchheim-Gräfenberg, Jb. f. fränk. Landesforschung 14 (1954) 142 ff. – Mit der in den DD. 88, 89 verfügten Rückgabe ehemals Bamberger Besitzungen, welche zweifellos dem Einfluß Annos von Köln zuzuschreiben ist, war der Hauptanlaß für die seit langem das Verhältnis Bischof Gunthers zur Kaiserin Agnes belastenden Mißhelligkeiten (Bulst-Thiele, Kaiserin Agnes 40 ff.) beseitigt. Ihrer Genugtuung über die Rückkehr Forchheims in Bamberger Besitz verliehen der Dekan P(oppo) und der Scholaster M(einhard) in einem an ihren wohl noch bei Hofe weilenden Bischof (MGH Briefe d. dt. Kaiserzeit 5, 196 no 5) Ausdruck. Vgl. Guttenberg, Regesten d. Bischöfe von Bamberg 334 und 336. – Zum Aufenthalt in Hersfeld vgl. H.-P. Wehlt, Reichsabtei und König (1970) 153. – Vgl. Giesebrecht 5 3, 86; Meyer von Knonau, Jbb. 1, 290 f.; Schnelbögl, Jb. f. fränk. Landesforschung 14, 147; Bosl, Pfalzen und Forsten (Deutsche Königspfalzen 1, 1963) 19; Jenal, Erzbischof Anno II. von Köln 2, 214 ff.

Nachträge (1)

Nachtrag von Dirk Jäckel, eingereicht am 27.09.2010.

Umlagerung:

Hauptstaatsarchiv München (A) > Staatsarchiv Bamberg -

Regest:

Urkundenreg. zur Tätigkeit des deutschen Königs- und Hofgerichts 1 no 115

Nachtrag einreichen
Einreichen
Empfohlene Zitierweise

RI III,2,3 n. 261, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1062-07-13_1_0_3_2_3_261_261
(Abgerufen am 23.01.2017).