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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,2,3

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Erzbischof Anno von Köln sowie eine Reihe nicht näher bezeichneter Herzöge und anderer Großer kommen wiederholt in geheimen Zusammenkünften zusammen, um zu beraten, wie eine Änderung der von ihnen als mißlich empfundenen Verhältnisse in der Reichsregierung herbeigeführt werden könne.

Überlieferung/Literatur

Ann. Altah. 1062 (SS rer. Germ. [1891] 59); Lampert 1062 (SS rer. Germ. [1894] 79 f.).

Kommentar

Lampert zufolge sollen die Fürsten hierbei versucht haben, im Volke gegen die Regentschaft der Kaiserin Agnes Stimmung zu machen. – Als Haupt der gegen die Regierung der Kaiserin Agnes gerichteten Verschwörung wird von den über die Vorgänge zu Kaiserswerth berichtenden Quellen (vgl. Reg. (n. 252)) übereinstimmend Anno von Köln genannt. Neben diesem werden Herzog Otto von Bayern (Lampert SS rer. Germ. [1894] 80; Ann. August. SS 3, 127; Annal. Saxo SS 6, 693) und Graf Ekbert I. von Braunschweig (Lampert SS rer. Germ. [1894] 80; Annal. Saxo SS 6, 693), sowie vereinzelt Erzbischof Siegfried von Mainz (Annal. Saxo SS 6, 693) und Herzog Gottfried der Bärtige von Niederlothringen (Benzo, Ad Heinr. 11, 15 SS 11, 618) als Teilnehmer oder Mitwisser erwähnt. Zur Teilnahme Herzog Ottos vgl. Lange, Grafen von Northeim, Niedersächs. Jb. f. LG 33 (1961) 15. Über Herzog Gottfrieds Rolle als Mitwisser vgl. Meyer von Knonau, Jbb. 1, 277 f.; Giesebrecht 5 3, 1100 Anm. zu 81; Bulst-Thiele, Kaiserin Agnes 80 Anm. 3; W. Mohr, Geschichte des Herzogtums Lothringen 2, 35. Hinsichtlich einer Beteiligung Siegfrieds von Mainz sind Zweifel angebracht. Vgl. Giesebrecht 5 3, 1100 Anm. zu 81; zum Quellenwert des von Bulst-Thiele, Kaiserin Agnes 80 Anm. 1 erwähnten brieflichen Zeugnisses (s. unten) vgl. Guttenberg, Regesten d. Bischöfe von Bamberg 341. Eine Teilnahme des Markgrafen Dedi von der Niederlausitz, der Anfang März nachweislich neben Otto von Northeim am Hofe in Goslar weilte (Reg. (n. 244)), scheint Meyer von Knonau, Jbb. 1, 276 in Erwägung zu ziehen. Vgl. zusammenfassend Jenal, Erzbischof Anno II. von Köln 1, 177 ff. – Die sich allein auf den von Meinhard verfaßten Brief Gunthers von Bamberg an Anno von Köln M 9 (MGH Briefe d. dt. Kaiserzeit 5, 201 ff.) stützende Annahme, es hätten unter den Verschwörern anfänglich Meinungsverschiedenheiten bestanden, ist nicht haltbar, da der Wortlaut desselben – wie bereits Giesebrecht 5 3, 1103 Anm. zu 87 gezeigt hat – eindeutig auf die Zeit nach dem Attentat von Kaiserswerth zu beziehen ist. Vgl. Erdmann, Studien 283 f.; sowie mit abweichender Datierung Guttenberg, Regesten d. Bischöfe von Bamberg 341. – Vgl. Meyer von Knonau, Jbb. 1, 274 ff; Giesebrecht 5 3, 79; Bulst-Thiele, Kaiserin Agnes 80; Jenal, Erzbischof Anno II. von Köln 1, 175 ff.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,2,3 n. 239, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1062-00-00_2_0_3_2_3_239_239
(Abgerufen am 29.03.2017).