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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,2,3

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Papst Nikolaus II. bestätigt, daß bei der Papstwahl das Recht des Königs und künftigen Kaisers Heinrich, wie diesem bereits zugestanden worden sei, und seiner Nachfolger, die dieses Recht für ihre Person vom apostolischen Stuhl erhalten würden, gewahrt werden solle.

Überlieferung/Literatur

Decretum electionis pontificiae §6 (MGH Const. 1, 540 no 382); vgl. Petr. Dam., Disc. (Ldl 1, 80).

Kommentar

Zur Datierung des Papstwahldekrets, welches von einer wohl im Anschluß an das Osterfest (4. April) zusammengetretenen römischen Synode verabschiedet wurde, vgl. Meyer von Knonau, Jbb. 1, 134. – Vgl. zum Papstwahldekret zusammenfassend H.-G. Krause, Papstwahldekret (1960) mit der älteren Literatur. Zur Interpretation des sog. Königsparagraphen vgl. Krause, Papstwahldekret 85 ff; F. Kempf, Arch. Hist. Pont. 2 (1964) 83; H.E. Feine, Zum Papstwahldekret Nikolaus' II. (Études d'histoire du droit canonique dédiées à G. Le Bras 1, 1965) 541–551; Hägermann, ZRG KA 87 (1970) 174 ff, 181 f.; R. Schieffer, Entstehung des päpstlichen Investiturverbots (1981) 49 ff; sowie Meyer von Knonau, Jbb. 1, 136 mit Exkurs VII, 680; Bulst-Thiele, Kaiserin Agnes 70; Haller, Papsttum22, 324. Während man den Königsparagraphen bisher übereinstimmend im Sinne einer päpstlichen Anerkennung eines – wie auch immer beschaffenen – Mitwirkungsrechtes des deutschen Königs bei der Papsterhebung deutete, hat W. Stürner, ZRG KA 85 (1968) 1–56, der den Nebensatz sicut concedimus nicht auf honor et reverentia, sondern auf das Kaisertum Heinrichs IV. bezog und das dessen Nachfolgern in Aussicht gestellte ius gleichfalls als Hinweis auf das Kaisertum verstehen wollte, diesen auf eine päpstliche Zusage der Kaiserkrönung zu beziehen versucht; dagegen Grundmann, DA 25 (1969) 234–236; Hägermann, ZRG KA 87, 174 Anm. 56; hierauf Stürner, Studi Gregoriani 9 (1972) 37–52. – Nach Krause, Papstwahldekret 96 f. soll die Aufnahme des Vorbehaltes zugunsten des deutschen Königs durch den italienischen Kanzler Wibert veranlaßt worden sein. Vgl. Ziese, Wibert von Ravenna 20. – Über die dem deutschen Hof in Sutri gegebenen Zusagen vgl. Reg. (n. 157). – Vgl. Meyer von Knonau, Jbb. 1, 134 ff.; Hefele-Leclercq, Histoire des conciles 4, 1196 ff; Kempf, in: HB d. Kirchengeschichte 3/1, 414 f.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,2,3 n. 164, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1059-04-00_1_0_3_2_3_164_164
(Abgerufen am 28.05.2017).