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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,2,3

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An einer von dem inzwischen zum Papst (Nikolaus II.) erwählten Bischof Gerhard von Florenz einberufenen Synode, auf welcher über das weitere Vorgehen gegen den Tuskulanerpapst Benedikt X. beraten werden sollte, nimmt auf Einladung der Kurie auch der italienische Kanzler Wibert teil. Vermutlich werden dem deutschen Hofe bei dieser Gelegenheit Zusicherungen hinsichtlich der königlichen Mitwirkung bei der Papstwahl gegeben.

Überlieferung/Literatur

Bonizo, Ad amic. VI (Ldl 1, 593). Die päpstlichen Zusagen sind zu erschließen aus dem Decretum electionis pontificiae §6 (MGH Const. 1, 540 no 382); vgl. Petr. Dam., Disc. (Ldl 1, 80).

Kommentar

Über die wohl im Dezember 1058 zu Siena erfolgte Wahl Nikolaus' II. vgl. Meyer von Knonau, Jbb. 1, 101 mit Exkurs VI, 674 ff. Gegen den von Krause, Papstwahldekret (1960) 65 ff. angenommenen Wahltermin (6. Dezember) D. Hägermann, ZRG KA 87 (1970) 165 ff. Kritisch gegenüber der neuerdings von J. Wollasch, Die Wahl des Papstes Nikolaus II., in: Adel und Kirche (Festschr. G. Tellenbach 1968) 205–220 vorgetragene These, Stephan IX. habe Gerhard von Florenz in Anwesenheit Hugos von Cluny zu seinem Nachfolger bestimmt, Hägermann, Zur Vorgeschichte des Pontifikats Nikolaus' II., ZKG 81 (1970) 352–361. Die Anwesenheit des Kanzlers Wibert, der Nikolaus II. vermutlich nach Rom begleitete (Meyer von Knonau, Jbb. 1, 677), in Siena hält Bulst-Thiele, Kaiserin Agnes 67 mit Anm. 5 für möglich. – Die inhaltliche Bewertung der mit dem deutschen Hofe getroffenen Vereinbarung ist abhängig von der in der Forschung umstrittenen Interpretation des sog. Königsparagraphen im Papstwahldekret von 1059. Vgl. die Bemerkungen zu Reg. (n. 164). – Mit Blick auf das von Nikolaus II. zugestandene Mitwirkungsrecht des deutschen Königs bei der Papsterhebung sprach Petrus Damiani von einem privilegium, das der Papst Heinrich IV. gewährt und im Papstwahldekret bekräftigt habe (Ldl 1, 80). Vgl. Krause, Papstwahldekret 102 f.; F. Kempf, Arch. Hist. Pont. 2 (1964) 84. – Wiberts Stellung als Vertreter der Reichsgewalt in Italien wird von Bonizo (Ldl 1, 593) mit den Worten omnes eiusdem Italici regni curas cuidam Guiberto commisit Parmensi, nobili orto genere eumque cancellarium appellavit (sc. imperatrix) umrissen. Auf dessen Rolle bei den mit dem Papst geführten Verhandlungen nimmt auch der Zusatz in der verfälschten Fassung des Papstwahldekrets §3 mediante eius nuntio Longobardie cancellario W. (Const. 1, 543 no 383) Bezug. – Vgl. Meyer von Knonau, Jbb. 1, 118 sowie Exkurse VI, 677 und VII, 680; Hefele-Leclercq, Histoire des conciles 4, 1133 ff.; Bulst-Thiele, Kaiserin Agnes 67 f.; Krause, Papstwahldekret 69, 96 ff, 101; Ziese, Wibert von Ravenna 19 ff.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,2,3 n. 157, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1059-01-00_1_0_3_2_3_157_157
(Abgerufen am 23.07.2017).