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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,2,3

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Heinrich schenkt seinem Getreuen Kuno aufgrund der Intervention seiner Mutter, der Kaiserin Agnes, zehn in der karantanischen Mark in der Grafschaft des Markgrafen Otakar gelegene Königshufen in der Villa Gvzbretdesdorf und von dort aus abwärts der Schwarza mit der Befugnis, etwa fehlendes Gut flußaufwärts zu vervollständigen, nebst allem Zubehör und allen Einkünften mit dem Recht zu freier Verfügung (cuidam fideli nostro Cvono dicto decem regales mansos in villa Gvzbretdesdorf et deorsum Svarzaha et, si ibi aliquid defuerit, sursum Svarzaha adimplendos in marcha Karentana et in comitatu Otacheres marchionis sitos cum omnibus suis pertinentiis ... in proprium dedimus atque tradidimus). – Gebehardus canc. vice Liutboldi archicanc.; nach einem Diktat des EA geschrieben und mit der Datierung versehen von GA, Tagesdatum und Ausstellungsort vom gleichen Schreiber vermutlich nachgetragen; M.; SI. nur noch in geringen Bruchstücken erhalten. Omnibus Christi nostrique fidelibus.

Originaldatierung:
(VII kal. nov., Wizenbvrch)

Überlieferung/Literatur

Orig.: Stiftsarchiv Göttweig (A). – Kop.: Codex privilegiorum (1447/48) f. 134', ebenda (C). – Drucke: Zahn, Steiermärkisches UB 1, 74 no 65 aus Nachzeichnung im Steiermärkischen Landesarchiv; Fuchs, Fontes rerum Austriacarum 2, 51, 1 no 1; MGH DD 6, 56 no 45. – Reg.: Böhmer 1722 irrig mit Ausstellungsort Regensburg; Stumpf 2566.

Kommentar

Der Name des Empfängers, der ursprünglich wohl nicht in der Kurzform wiedergegeben werden sollte, in die zu groß gelassene Lücke nachträglich eingefügt (Vorbem. zu D. 45). – Ortsnamen: Wizenbvrch = Weißenburg in Bayern, im Rezattal s. Nürnberg am Nordstrang der sog. Nibelungenstraße, seit der zweiten Hälfte des 9. Jh. als Königshof bezeugt (HB d. hist. Stätten Deutschlands 7, 799 f.); Gvzbretdesdorf = vermutlich Schwarzau am Steinfelde, an der Schwarza nö. Neunkirchen. – Der Besitz soll nach D. 263 durch Schenkung des Pfalzgrafen Kuno, der somit als mutmaßlicher Empfänger des D. 45 erscheint, an dessen Stiftung Rott am Inn gelangt sein. Doch kam es im 12. Jh. hierüber zum Streit mit dem Stift Göttweig, wohin das Gut nebst Diplom schließlich gelangte. Die Identifizierung Kunos mit dem gleichnamigen bayerischen Pfalzgrafen ist freilich nicht gesichert. Vgl. A. Fuchs, Fontes rer. Austr. 2, 51, 1 no 1; ders., Monatsblatt d. Vereins f. Landeskunde von Niederösterreich 8 (1916/17) 299 ff.; G. Gerhartl, HB d. hist Stätten. Österreich 1, 540 ff.; sowie die Vorbem. zu D. 45. – Vgl. Meyer von Knonau, Jbb. 1, 100 mit Anm. 92.

Nachträge (1)

Nachtrag von Dirk Jäckel, eingereicht am 27.09.2010.

Neudruck:

Weltin-Zehetmayer, Niederösterreichisches UB 1, 375 no 30

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Empfohlene Zitierweise

RI III,2,3 n. 154, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1058-10-26_1_0_3_2_3_154_154
(Abgerufen am 23.10.2017).