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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,2,3

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Heinrich läßt die Hörige Imiza durch die Hand des Freien Walther mittels Schatzwurf frei (quandam servilis conditionis feminam Imiza nominatam a quodam ingenuo viro Vualtheri dicto nobis pręsentatam manu nostra de manu illius denario excusso liberam fecimus atque ab omni debitę servitutis iugo absolvimus) mit der Verfügung, daß jener dieselben Freiheitsrechte zuteilwerden sollen, wie sie allen von Königen und Kaisern Freigelassenen gewährt wurden. – Gebehardvs canc. vice Livtpoldi archicanc.; nach einem älteren, durch DH.III. 253 jedoch umgestalteten Freilassungsformular geschrieben vermutlich von dem neuen Notar GA. Noverint omnes Christi nostrique fideles.

Originaldatierung:
(idus sept., Trebense)

Überlieferung/Literatur

Kop.: Passauer Kopialbuch (12. Jh.) f. 30', Hauptstaatsarchiv München (C); Passauer Kopialbuch (13. Jh.) f. 61', ebenda (D); Codex Lonsdorfianus (Mitte 13. Jh.) f. 58 no 53, ebenda (E). – Druck: MGH DD 6, 46 no 37. – Reg.: Böhmer 1717; Stumpf 2558.

Kommentar

Inkarnationsjahr um eine Einheit zu hoch. – Über den hier erstmals rekognoszierenden Kanzler Gebehard, der nach dem Zeugnis seiner aus dem 12. Jh. stammenden Vita (SS 11, 35) von Heinrich III. mit der Leitung der kaiserlichen Kapelle betraut worden war (über die hierbei zutage tretende Wandlung im Erzkapellanat vgl. Fleckenstein, Hofkapelle 2, 240 ff., 259 f.), vgl. Gladiß-Gawlik, Einl. XXVI ff.; sowie E. Erben, Untersuchungen zur Geschichte des Erzbischofs Gebhard, Mitteilungen d. Gesellschaft f. Salzburger Landeskunde 53 (1913) 1–38; W. Steinböck, Erzbischof Gebhard von Salzburg (1972) 27 ff; ferner Meyer von Knonau, Jbb. 1, 95; Bulst-Thiele, Kaiserin Agnes 43; über den Notar Gebehard A Gladiß-Gawlik, Einl. XXVII. – Zur Annahme der Formelbenutzung durch die Kanzlei (H. Hussl, Studien über Formelbenützung in der Kanzlei der Karolinger, Ottonen und Salier, = Quellenstudien aus dem Hist. Seminar d. Univ. Innsbruck 5 [1913] 47 ff.) kritisch Stengel, Immunität 1, 266 f., bes. 267 Anm. 2. – Über die hinsichtlich des Geschlechts des Empfängers unterlaufenen Ungenauigkeiten vgl. die Vorbem. zu D. 37. – Über den Schatzwurf vgl. J. Grimm, Rechtsaltertümer 1, 247 ff; Schröder-Künßberg, Deutsche Rechtsgeschichte 241 ff, 495 f. – Ortsangabe: Trebense = Trübensee Gem. Neuaigen, am n. Donauufer gegenüber von Tulln. – Vgl. Meyer von Knonau, Jbb. 1, 95 mit Anm. 84.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,2,3 n. 144, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1058-09-13_1_0_3_2_3_144_144
(Abgerufen am 23.03.2017).