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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,2,3

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Nach dem Tode Herzog Ottos von Schwaben wird Rudolf von Rheinfelden das schwäbische Herzogtum zusammen mit der Verwaltung Burgunds übertragen. Um den neuen Herzog fester an das Königshaus zu binden, wird ihm die älteste Tochter Heinrichs III., Mathilde, verlobt, die bis zur Erlangung des heiratsfähigen Alters Bischof Rumold von Konstanz zur Erziehung anvertraut wird.

Überlieferung/Literatur

Lampert 1058 (SS rer. Germ. [1894] 73): Otto de Suinfurde dux Suevorum obiit. Ducatum eius Rudolfus optinuit, et ut regt in dubiis tunc rebus ex afinitate devinctior fideliorque in rem publicam foret, soror quoque regis ei desponsata est, tenera adhuc aetate, traditaque est episcopo Constantiensi nutrienda, dum thoro coniugali maturesceret; vgl. Berthold 1057 (SS 5, 270; 13, 731); Ann. August 1059 (SS 3, 127); Frutolf 1057. Übertragung Burgunds: Liber de unit. eccl. II, 16 (Ldl 2, 232).

Kommentar

Der zeitliche Ansatz für eine Neuordnung in Schwaben ergibt sich aus dem Todesdatum Herzog Ottos (Meyer von Knonau, Jbb. 1, 46 f.) einerseits und dem Jahrestag der Beisetzung Heinrichs III. andererseits, bis zu welchem sich der Hof vermutlich noch in Speyer aufgehalten hat (Meyer von Knonau, Jbb. 1, 51). – Nach der allein bei Frutolf überlieferten Darstellung soll Heinrich III. dem Grafen Berthold von Zähringen noch zu Lebzeiten Herzog Ottos die Anwartschaft auf das schwäbische Herzogtum für den Fall der Erledigung eingeräumt und als Unterpfand seines Versprechens einen Ring überreicht haben. Dessen Anspruch sei jedoch von der Kaiserin Agnes im Interesse ihrer Tochter Mathilde übergangen worden, die – noch nicht ganz zwölfjährig – von Rudolf von Rheinfelden in der Absicht, sie zu ehelichen, entführt worden war (Sed quia predictus Ruodolfus mox post imperatoris obitum filiam eius ... raptam ... uxorem duxit, recepto iam in gratiam eundem ducatum illi causa filię imperatrix dedit). Frutolfs Geschichte vom Raub der Kaisertochter Mathilde wurde von O. Grund, Die Wahl Rudolfs von Rheinfelden zum Gegenkönig (1870) Exkurs I, 87 ff. als Fabel zurückgewiesen; vgl. Meyer von Knonau, Jbb. 1, 48 Anm. 48; Giesebrecht 53 1098 Anm. zu 63. H. Jakobs, Klosterreform von St. Blasien (1968) 159 Anm. 7 hält sie dagegen für „im Kern durchaus glaubhaft”. Vgl. Klewitz, in: Oberrheiner, Schwaben, Südalemannen (1942) 107 f.; Klebel, Alemannischer Hochadel im Investiturstreit (VuF 1, 1955) 210; W. Goez, Leihezwang (1962) 76 mit Anm. 1. Zur Anwartschaft Bertholds von Zähringen auf Schwaben, an der bereits Giesebrecht 53, 63 festgehalten hatte, vgl. Goez, Leihezwang 76 ff.; Klewitz, Die Zähringer, Schau-ins-Land 84/85 (1966/67) 36 ff.; H. Maurer, Herzog von Schwaben (1978) 138. – Über die verwandtschaftlichen Beziehungen Rudolfs von Rheinfelden vgl. Meyer von Knonau, Jbb. 1, 49 sowie Exkurs II, 652 ff; Klebel, ZGO 102 (1954) 179 ff; ders., Alemannischer Hochadel 210 ff. Ohne auf die umstrittene Frage der burgundischen Herkunft des Hauses Rheinfelden einzugehen zuletzt Jakobs, Klosterreform von St. Blasien 159 ff. – Rumold von Konstanz, dessen Anwesenheit bei Hofe anläßlich der Investitur Gundekars von Eichstätt am 5. Oktober (Reg. (n. 124)) bezeugt ist, war vor seiner Erhebung zum Bischof von Heinrich III. zum ersten Propst des Goslarer Stifts bestellt worden (Steindorff, Jbb. 2, 99 u. 149; Fleckenstein, Hofkapelle 2, 261). – Vgl. Meyer von Knonau, Jbb. 1, 46 ff.; Giesebrecht 52, 62 f.; Bulst-Thiele, Kaiserin Agnes 51 f.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,2,3 n. 126, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1057-09-28_1_0_3_2_3_126_126
(Abgerufen am 17.11.2017).