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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,2,3

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Durch den Spruch des unter dem Vorsitz König Heinrichs und seiner Mutter, der Kaiserin Agnes, tagenden Hofgerichts wird Udalrich (Udalricus), ein Ritter (miles) des Mainzer (Erz)bischofs, verurteilt, den Schaden, den er dem zum Besitz des St. Michaelsklosters zu Bamberg gehörenden Gut Schierstem (Scerstein), auf welches er bereits unter Heinrich III. Verzicht geleistet hatte, neuerlich zugefügt hat, in dreifacher Höhe zu ersetzen und außerdem dem König und dem Vogt des Klosters Genugtuung zu leisten (adiudicatus est, quicquid de eodem praedio violenter abstulerat, triplum reddere et regali maiestati, deinde etiam eiusdem abbatiae advocato iustam legitimamque iniuriarum satisfactionem persolvere). Zeugen: die Erzbischöfe Liutpold von Mainz und Anno von Köln, Bischof Arnold von Worms, die Herzöge Otto (III.) von Schwaben und Konrad (Kuono) von Kärnten, die Grafen Siegfried und Gerlach. – Von einem Parteischreiber ohne Mitwirkung der Kanzlei gefertigte Niederschrift nach Art einer Traditionsnotiz. Notum sit omnibus Christi fidelibus.

Originaldatierung:
(II non. aprilis, V vero feria septimanae paschalis, Wormaciae)

Überlieferung/Literatur

Drucke: Schannat, Vindemiae litterariae 1, 43 no 5 (S); Stimming, Mainzer UB 1, 188 no 298; MGH DD 6, 11 no 7. – Reg.: Böhmer 1702; Stumpf 2534.

Kommentar

Das Tagesdatum nach dem römischen Kalender ergibt den 4. April, der Donnerstag der Osterwoche fiel dagegen auf den 3. April. – Ortsnamen: Scerstein = Schierstein, aufgegangen in Wiesbaden. – Auf Schierstein, das durch DH.II 366 im Besitz des Klosters Michelsberg bezeugt ist, hatte der wegen seiner unberechtigten Ansprüche geächtete Udalrich bereits am 9. Juni 1052 verzichtet (Stimming, Mainzer UB 1, 183 no 292). Zur Form des nummus abrenuntiationis vgl. A. Heusler, Institutionen des deutschen Privatrechts 1 (1885) 80 ff. – Obwohl Heinrich noch ein unmündiges Kind war, wurde er hier als Träger der Gerichtsbarkeit angesehen (Waitz, DVG 8, 12; Meyer von Knonau. Jbb. 1, 24 Anm. 6). – Zu den Zeugen Gawlik, Intervenienten 13. – Vgl. Meyer von Knonau, Jbb. 1, 24; Scheibelreiter, Regierungsantritt, MIÖG 81 (1973) 8 Anm. 34; sowie die Vorbem. zu D. 7.

Nachträge (1)

Nachtrag von Dirk Jäckel, eingereicht am 27.09.2010.

Regest:

Urkundenreg. zur Tätigkeit des deutschen Königs- und Hofgerichts 1 no 112

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Empfohlene Zitierweise

RI III,2,3 n. 95, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1057-04-03_1_0_3_2_3_95_95
(Abgerufen am 29.05.2017).