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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,2,3

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Der unmündige Thronfolger Heinrich empfängt auf Veranlassung Papst Viktors II. den Treueid der Fürsten und wird von diesem in die Herrschaft eingeführt.

Überlieferung/Literatur

Chron. Casin. II, 91 (SS 34, 345): filioque parvulo quinque circiter annorum, quem in manu eius pater reliquerat, regni totius optimates iurare faciens eumque in regno confirmans (sc. apostolicus); Ann. Rom. (SS 5, 470): Tunc dictus pontifex tradidit regnum per investimentum dicto puero Heinrico; Donizo, V. Mathild. v. 1166 (RIS2 5,2 46): Hunc (sc. Heinricum IV.) Victor regem laudavit papa recentem; vgl. Paul Bernr., V. Gregorii VII. c. 60 (Watterich 1, 506).

Kommentar

Die offensichtlich von gregorianischer Gedankenwelt inspirierte Formulierung der Ann. Romani, an der schon Giesebrecht 52, 683 Anm. zu 531 Anstoß nahm, ist sachlich nicht zutreffend. Wesentlich zurückhaltender demgegenüber Paul von Bernried, der lediglich von päpstlicher Erlaubnis (permittente Romano pontifice Victore) sprach. – Für einen förmlichen Einführungsakt Meyer von Knonau, Jbb. 1, 13 im Anschluß an Waitz, DVG2 6, 176 Anm. 4. Durch die Eidesleistung wurde vermutlich der Wahlbeitritt der nicht in Bodfeld anwesenden Fürsten nachgeholt. Von Hugelmann, Einfluß Papst Viktors II., MIÖG 27 (1906) 217 f., 235 auf den Hoftag zu Köln Anfang Dezember 1056 (Reg. (n. 83)), von Berges, Designationsrecht (Studi Gregoriani 2, 1947) 191 f. auf diesen und den Hoftag zu Regensburg Ende 1056 (Reg. (n. 86)) bezogen, während sich Schmidt, Königsumritt (VuF 6, 1961) 215 f., der diesen Akt als Huldigung interpretiert, für einen früheren zeitlichen Ansatz aussprach. Vgl. auch Reuling, Kur (1979) 131 f.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,2,3 n. 74, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1056-10-05_2_0_3_2_3_74_74
(Abgerufen am 21.01.2017).