Regestendatenbank - 176.134 Regesten im Volltext

RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,2,3

Sie sehen den Datensatz 13 von insgesamt 1572.

Heinrich wird aufgrund der Designation seines Vaters, Kaiser Heinrichs III., von den auf der Reichsversammlung anwesenden Fürsten zum König gewählt und unter dem Vorbehalt, daß er sich als gerechter Herrscher erweise, als dessen Nachfolger anerkannt.

Überlieferung/Literatur

Herim. Aug. 1053 (SS 5, 133) = Bernold. Const. 1053 (SS 5, 426): Imperator Heinricus magno aput Triburiam conventu habito, filium aequivocum regem a cunctis eligi, eique post obitum suum, si rector iustus futurus esset, subiectionem promitti fecit.

Kommentar

Im Unterschied zu der von Steindorff, Jbb. 2, 227 angenommenen Reihenfolge dürfte der Kaiser auf seinem Wege von Sachsen nach Rheinfranken zuerst nach Tribur gekommen sein, wo die dorthin einberufene Reichsversammlung den Hauptanlaß seiner Reise bildete. Erst im Anschluß daran hat er sich nach Worms, wo er am 3. November urkundete (DDH. III. 310–312, – letzteres ohne Tagesangabe), begeben, um von hier aus weiter nach Burgund (vgl. die Vorbem. zu DH. III. 313) zu ziehen (Müller, Itinerar 97 f. mit 98 Anm. 1). Die Wahl Heinrichs, der damals noch nicht ganz drei Jahre alt war, dürfte demnach in den letzten Tagen des Oktober bzw. in den ersten Tagen des November erfolgt sein. – Nach dem Bericht Hermanns von Reichenau ist zwischen dem eigentlichen Wahlakt, für welchen Schlesinger, Wahl Rudolfs von Schwaben (VuF 17, 1973) 75 die Bezeichnung „Designationswahl” anstelle des von Mitteis, Königswahl (21944) 42 gewählten Begriffs der ‚befohlenen Wahl‘ vorschlägt, und der in die Zukunft verlegten, zusätzlich an eine Bedingung geknüpften Huldigung zu unterscheiden. Rechtlich relevant für Heinrichs Nachfolge war jedoch allein die möglicherweise in Form einer Akklamation vollzogene Wahl. Vgl. F. Becker, Königtum der Thronfolger (1913) 22 f.; Berges, Designationsrecht (Studi Gregoriani 2, 1947) 190 ff; Gericke, Wahl Heinrichs IV., Zeitschrift f. Geschichtswiss. 3 (1955) 735 ff; Scheibelreiter, Regierungsantritt, MIÖG 81 (1973) 3; Giese, Designationen, ZRG GA 92 (1975) 178; Reuling, Kur (1979) 129 f. – Zur rechtlichen Verbindlichkeit der Designation vgl. Schlesinger, Wahl Rudolfs von Schwaben 76 f.; ihm folgend Reuling, Kur 142 f. – Über die Möglichkeit einer förmlichen „Kur” vgl. Reuling, Kur 139 ff. – Der Hinweis auf einen fürstlichen Vorbehalt ist nach Berges, Designationsrecht 190 durchaus ernst zu nehmen; ob die von Hermann von Reichenau überlieferte Bedingung, die sich angesichts der Unmündigkeit des Thronfolgers wohl in erster Linie gegen dessen Vater gerichtet haben dürfte, auch den tatsächlichen Forderungen der Fürsten entsprach, muß freilich offen bleiben. Vgl. Giesebrecht 52, 674 Anm. zu 484; J. Krüger, Grundsätze und Anschauungen bei den Erhebungen der deutschen Könige (1911) 131 ff; Kern, Gottesgnadentum und Widerstandsrecht (2 1954) 138 mit Anm. 300; Mitteis, Königswahl (2 1944) 64; Gericke, Wahl Heinrichs IV. 741; S. Haider, Wahlversprechungen der römisch-deutschen Könige (1968) 31 ff; Boshof, Reich in der Krise, HZ 228 (1979) 267, 287. – Vgl. ferner Steindorff, Jbb. 2, 227 f.; Giesebrecht 52, 484 f.; Meyer von Knonau, Jbb. 1, 8.

Nachtrag einreichen
Einreichen
Empfohlene Zitierweise

RI III,2,3 n. 13, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1053-11-03_1_0_3_2_3_13_13
(Abgerufen am 30.03.2017).