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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,2,3

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Heinrich empfängt am Osterfest durch Erzbischof Hermann von Köln die Taufe, bei welcher Abt Hugo von Cluny auf Wunsch des Kaisers die Patenschaft für den Thronerben übernimmt.

Überlieferung/Literatur

Herim. Aug. 1051 (SS 5, 129): Imperator ... paschale ... festum Coloniae demoratur; ibique filius eius Heinricus ab archiepiscopo Herimanno babtizatur; Ann. Altah. 1051 (SS rer. Germ. [1891] 47): paschalia Agrippinae feriat (sc. caesar), ibique filium baptizari curavit; Lampert 1052 (SS rer. Germ. [1894] 63): Pascha celebravit Coloniae, ibique predictus puer ab Herimanno eiusdem civitatis archiepiscopo baptizatus est; ohne Zeitangabe Ann. Ottenbur. 1051 (SS 5, 6). Erwähnung der Osterfeier, doch ohne Hinweis auf die Taufe Ann. Brunw. 1051 (SS 16, 725). Hildebert, V. Hugonis (Bibl. Cluniac. 417 E): Vnde et Imperator Teutonicorum, secundus scilicet Heinricus, eius fadem videre, et familiaritatem adipisci desiderans, vt venire dignaretur ad se supplici voce postulauit, postulantem pius pater exaudit, intrat Saxoniam, summo pariter et honore suscipitur et gaudio. Paucis ibi diebus peractis, ex petitione Regis filium eius sacro de fonte leuauit, puero nomen patris imponens. Celebrauit autem Pascha cum Imperatore, in Agrippina Colonię.

Kommentar

Die Jahresangabe bei Lampert wiederum ein Jahr zu hoch (Holder-Egger, SS rer. Germ. [1894] 62 Anm. 8). – Ann. Vindocinenses 1050 (Halphen 62) und Chron. s. Maxentii 1050 (Verdon 128) verbinden mit der Nachricht von Heinrichs Geburt die irrige Angabe, dieser sei von Papst Leo IX. getauft worden. – Daß die Taufe bereits zu einem früheren Zeitpunkt, wahrscheinlich zum Weihnachtsfest des Jahres 1050, geplant war, ist aus dem Brief Heinrichs III. an Hugo von Cluny (= DH. III. 263) zu erschließen, in welchem dieser aufgefordert wird, zu Ostern nach Köln zu kommen, nachdem er einer zuvor ergangenen Einladung wegen der großen Entfernung keine Folge geleistet hatte: Quod autem te pre longinquitate itineris negasti potuisse venire, sicut iussimus, quamquam gratanter tuum suscepissemus adventum, eo ignoscimus tenore ut in pascha ad nos Coloniam venias, si est fieri possibile, quatinus, si audemus dicere, eundem puerum, de quo ita laetatus es, de sacro fonte susciperes et spiritualis pater tuae benedictionis munere signares. Die dem 12. Jh. angehörende V. Hugonis Hildeberts von Lavardin scheint jedoch die ursprünglich bestehende Absicht, die Taufe Weihnachten 1050 in Goslar abzuhalten, mit der tatsächlich erst zu Ostern des folgenden Jahres vollzogenen Handlung verwechselt zu haben, wenn sie die Taufhandlung nach Sachsen – also doch wohl nach Goslar – verlegt und erst im Anschluß hieran erwähnt, der Kaiser habe mit Abt Hugo das Osterfest in Köln begangen. Vgl. R. Lehmann, Forschungen zur Geschichte des Abtes Hugo I. von Cluny (1896) 97 f.; H. Diener, Das Itinerar des Abtes Hugo von Cluny (Neue Forschungen über Cluny und die Cluniacenser 1959) 358, 398. – Bei dieser Gelegenheit erhielt Heinrich, der nach dem Zeugnis der Ann. Augustani ursprünglich den Namen seines Großvaters, Konrad, bekommen hatte und vielleicht auch wirklich eine Zeitlang so genannt worden ist (Breßlau, Jbb. Konrads II. 2, 383 Anm. 2), endgültig den Namen seines Vaters. Ein noch späterer Ansatz für die Übernahme des Namens Heinrich, etwa nach Geburt bzw. Taufe des zweiten Sohnes Konrad im Herbst des Jahres 1052 (Reg. (n. 11)), scheidet aus, da Heinrich unter diesem Namen bereits in den DDH. III. 276, 277 vom 25. Oktober 1051 und in den DDH. III. 285, 286 vom 27. März 1052 in der Seelenheilformel neben seinen Eltern und in DH. III. 283 vom 5. März 1052 als Intervenient neben seiner Mutter Agnes (Reg. (n. 8). Reg. (n. 9)) erwähnt wird. Die Entscheidung für den Namen Heinrich mag von dem Wunsche des Kaisers bestimmt gewesen sein, angesichts persönlicher gesundheitlicher Gefährdung und einer sich in Umrissen bereits abzeichnenden Krise seiner Herrschaft (vgl. Meyer von Knonau, Jbb. 1, 5 ff.; Boshof, Reich in der Krise, HZ 228 [1979] 265 ff.) durch Betonung des dynastischen Prinzips die Kontinuität der Regierung des salischen Hauses zu sichern. – Einer Nachricht des ausgehenden 11. Jh. zufolge soll auch Bischof Adalbero von Würzburg (1045–1090), der zuvor vermutlich Kaplan Heinrichs III. war (Fleckenstein, Hofkapelle 2, 260), neben Hugo von Cluny Pate Heinrichs IV. gewesen sein (Marian. Scottus, Cont. 1108 [1086] SS 5, 564). – Vgl. Steindorff, Jbb. 2, 139 f.; Giesebrecht 52, 475; Meyer von Knonau, Jbb. 1, 4 f.; Müller, Itinerar 87; Bulst-Thiele, Kaiserin Agnes 25.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,2,3 n. 5, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1051-03-31_1_0_3_2_3_5_5
(Abgerufen am 22.01.2017).