Regestendatenbank - 174.569 Regesten im Volltext

RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,1

Sie sehen den Datensatz 498 von insgesamt 534.

Konrad verhandelt mit der Gemahlin Pandulfs von Capua, die von ihrem Sohn, wohl Pandulf VI., begleitet ist. Schon auf dem Anmarsch nach Süditalien hatte der Kaiser dem Fürsten von Capua durch Boten den Befehl erteilt, die der Abtei Monte Cassino zu Unrecht entzogenen Güter herauszugeben und sämtliche Gefangenen freizulassen (Desiderius, Dialogus de miraculis S. Benedicti I, 9). Nun kommt es zu einem Vertrag; Pandulfs Gattin entrichtet eine Buße (nach Leos erster Fassung 200, nach der Bearbeitung der Chronica monasterii Casinensis durch Petrus diaconus 300 Pfund Gold), die sie zur Hälfte sofort zahlt. Für die andere Hälfte stellt sie ihre Kinder als Geiseln und wird vom Kaiser in Gnaden entlassen. Offenbar wurde auch die Herausgabe der Güter von Monte Cassino vereinbart.

Überlieferung/Literatur

Ann. Altah. 1038; Leo Marsicanus II, 63, SS. 7, 671.

Kommentar

Über die Widersprüche zwischen den beiden Quellen vgl. Breßlau, Jahrbücher 2, 307. Nach Ann. Altah. 1038 entfloh Pandulfs Sohn der Haft; Konrad soll daraus den Verdacht geschöpft haben, man wolle den Vertrag nicht einhalten, und sich zum Marsch gegen Capua entschlossen haben. Hingegen weiß der nicht gleichzeitige Chronist Leo von Monte Cassino zu erzählen, Pandulf hätte die Zahlung der zweiten Hälfte der Buße verweigert in der Hoffnung, seine Stadt nach dem Abzug des Kaisers wiederzugewinnen (SS. 7, 671). Vgl. Breßlau, Jahrbücher 2, 308; Wühr, Die Wiedergeburt Montecassinos, Studi Gregoriani 3, 1948, 407.

Nachtrag einreichen
Einreichen
Empfohlene Zitierweise

RI III,1 n. 280a, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1038-04-00_1_0_3_1_0_498_280a
(Abgerufen am 24.01.2017).