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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,1

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Konrad bestätigt auf Bitten des Bischofs Guido von Turin der bischöflichen Kirche zu Modena unter Bischof Ingo ihre Besitzungen und Rechte und verleiht ihr die gesamte Grafschaft Modena innerhalb angegebener Grenzen mit allen Gerechtsamen, den königlichen Einkünften und allem Zubehör, so daß die Bewohner der Stadt, der Grafschaft und Provinz sowie die Grafschaftsvasallen nicht vor einem fremden Grafen oder Markgrafen oder vor einem Königsboten, sondern nur vor dem Bischof und dessen Nachfolgern ihren Gerichtsstand haben sollen. ‒ Kadelous canc. vice domni Herimanni archichanc.; Fälschung (Mitte 11. Jh.), im wesentlichen beruhend auf einem Deperditum Konrads für Turin, das uns nur aus der Bestätigung durch Friedrich I. Stumpf 3838 bekannt ist und im Diktat von einer Nachurkunde des DO. I. 374, wohl einer Verleihung Ottos II. für Asti, abhängig war; M., SI. D. „Si preclaro retributionis flore.”

Originaldatierung:
(XVII. kal. april, Colonia).

Überlieferung/Literatur

Angebl. Modena Kapitelsarchiv (A).

Muratori, Ant. Ital. 1, 445 und 6, 41 aus A; Hessel-Wibel, NA. 32, 369 aus A; MG. DD. 4, 414 no. 292.

Böhmer 1443; Stumpf 2120.

Kommentar

Vom gleichen Turiner Fälscher hergestellt wie DK. II. 291 (oben no. 276). Zweck der Fälschung war die Sicherung des Anspruches der Bischöfe auf die Grafschaftsrechte, insbesondere wohl auf die Gerichtsbarkeit über die Grafschaftsvasallen. Vgl. Hessel-Wibel, NA. 32, 339 ff.; Vorbemerkung zu DK. II. 291. Da die Grafschaftsrechte zur Zeit Konrads in der Hand des Markgrafen Bonifaz von Canossa lagen, der mit dem Kaiser in besten Beziehungen stand, hat eine Verleihung derselben an das Bistum damals sicher nicht stattgefunden. Vgl. Breßlau, Jahrbücher 1, 436; Hessel-Wibel l. c. 347. ‒ Die Arbeiten von G. Ferrari, Intorno a un diploma di Corrado il Salico dell'a. 1038, Atti della R. Accademia Modenese 20, und von Mons. Bernardino Ricci über den „Liber censuum del vescovado di Modena” (Bolletino del clero di Modena, Jahrgang 1912‒1919) konnten nicht eingesehen werden.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,1 n. 277, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1038-03-16_1_0_3_1_0_492_277
(Abgerufen am 28.03.2017).