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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,1

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Konrad erhebt vor den am Hofe anwesenden Fürsten, unter denen die Markgrafen Ekkehard von Meißen und Adalbert von Österreich namentlich genannt sind, Klage gegen Herzog Adalbero von Kärnten wegen eines nicht näher bezeichneten Vergehens (iniuria) und fordert die Absetzung des Herzogs durch Hofgerichtsspruch. Die Fürsten fordern jedoch die Beiziehung König Heinrichs; nur in seiner Gegenwart und kraft seines Urteils könne ein solcher Spruch gefällt werden. Wahrscheinlich war ihnen bekannt, daß Heinrich in dieser Frage eine andere Haltung einnahm als der Kaiser, der mit Adalbero seit früher Jugend verfeindet war (siehe oben Nr. (n. 0g) ). Heinrich weigert sich, gegen den Eppensteiner vorzugehen und ihm das Herzogtum abzusprechen; er sei durch einen Vertrag an Adalbero gebunden und daher außerstande, den Wunsch seines Vaters zu erfüllen. Erst nach erregten Verhandlungen gelingt es Konrad seinen Sohn umzustimmen. Es stellt sich heraus, daß Bischof Egilbert von Freising, der Erzieher des jungen Königs, einen Vertrag zwischen Heinrich und Adalbero vermittelt hatte, von dem der Kaiser keine Kenntnis besaß. Zu seiner Entschuldigung brachte der Bischof vor, er habe nur in der Absicht gehandelt, Adalbero zu einem getreuen Anhänger des jungen Königs zu machen; im übrigen habe der König dem Herzog in jenem Eide nur die Zusicherung gegeben, ihn in seinen Gütern nicht zu schädigen, falls ihm diese nicht gerichtlich aberkannt würden. Der Kaiser ließ diese Entschuldigung nicht gelten, sondern wies dem Bischof mit leidenschaftlichen Worten die Türe. Daraufhin wurde vom Hofgericht die Strafe der Verbannung über Adalbero und seine Söhne ausgesprochen und ihm das Herzogtum Kärnten sowie die karantanische Mark aberkannt; letztere wurde Arnold von Lambach verliehen.

Überlieferung/Literatur

Wipo, cap. 21, 33; Ann. Hildesheim. 1036; Ann. Altah. 1035, Herim. Aug. 1035, 1036; vgl. Ann. Saxo 1036; Brief eines Klerikers G., wohl der Wormser Kirche, an Bischof Azecho von Worms, Giesebrecht 2 5, 712; vgl. dazu Ewald, NA. 3, 330, Anm. 27; Dobenecker, Regesta 1, Nr. 712; Jaksch, Mon. Hist. Duc. Car. III, Nr. 249, 250.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,1 n. 225d, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1035-05-00_1_0_3_1_0_399_225d
(Abgerufen am 23.04.2017).