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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,1

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Hoftag (Ann. Hildesh. 1033); als anwesend sind nachweisbar Kaiserin Gisela, König Heinrich, die Bischöfe Meinwerk von Paderborn, Sigibert von Minden, Egilbert von Freising, Kadeloh von Naumburg (Breßlau, Jahrbücher 2, 79). Mesco von Polen erscheint mit Erlaubnis des Kaisers bei Hofe, nachdem es ihm gelungen war, die Fürsprache der Kaiserin Gisela und der Fürsten zu gewinnen (Wipo, cap. 29), und ergibt sich am 7. Juli demütig in die Gewalt des Kaisers, coronae scilicet ac tocius raegalis ornamenti oblitus (Ann. Hildesh., Magdeburg. 1032). Ob man aus diesen Worten einen ausdrücklichen Verzicht auf die Königswürde erschließen kann, wie Breßlau, Jahrbücher 2, 80, meint, bleibe dahingestellt. Über die territorialen Bestimmungen des damals zu Merseburg geschlossenen Vertrages machen die Quellen widersprechende Angaben. Nach Wipo, cap. 29, wurde das polnische Reich von Konrad in drei Teile geteilt, deren einen der Kaiser an Mieszko verlieh; die beiden anderen Teilgebiete sollen an nicht genannte Herrscher gefallen sein. Nach Ann. Hildesh. 1032 hingegen soll der Kaiser, milder verfahrend als Mieszko erwartet hatte (clementius quam ipse opinaretur), eine Zweiteilung Polens zwischen Mieszko und Thiedricus (Dietrich von Wettin) vorgenommen haben. Es gelang ersterem jedoch dann, die Alleinherrschaft zurückzugewinnen. Es bleibt unklar und ist in der Literatur umstritten, ob Mieszko nur die beiden Lausitzen oder darüber hinaus etwa die an der Oder gelegenen Teile seines Machtgebietes an den Wettiner abtreten mußte. Jedenfalls war die in Merseburg getroffene Regelung nicht von Dauer, wie die Ann. Hildesh. 1032 ausdrücklich hervorheben.

Kommentar

Vgl. Breßlau, Jahrbücher 2, 79 ff. und 481 ff.; die Einreihung der von den Ann. Hildesh. zu 1032 berichteten Ereignisse ins Jahr 1033 ist daselbst eingehend begründet.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,1 n. 196a, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1033-06-26_1_0_3_1_0_348_196a
(Abgerufen am 26.07.2017).