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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,1

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Feldzug gegen Ungarn. Konrad kann zunächst das Gebiet an der Fischa verwüsten und wahrscheinlich bis an die Raab vordringen, aber die Rückzugstaktik des Gegners bewährt sich, Geländeschwierigkeiten und Hunger nötigen Konrad, den Feldzug aufzugeben. Er kehrt ohne Heer heim, während Wien den nachrückenden Ungarn in die Hände fällt.

Überlieferung/Literatur

Wipo, cap. 26; Herim. Aug. 1030: Conradus imperator iam dudum inimicitiis cum Stephano Ungariorum rege conflatis Pannoniam petiit et, quantum fluminibus et paludibus non obstantibus poterat, Rabam usque devastavit. Ann. Sangall. maiores 1030: Imperator vero Ungariam invasit ea, que citima ex parte circa Fisca fluvium devastavit. Beide Nachrichten, die auf eine gemeinsame Quelle zurückgehen mögen, sind nach Breßlau, Jahrbücher 1, 299, Anm. 3, nicht unvereinbar. Ann. Altah. 1030: rediit autem de Ungaria sine milicia et in nullo proficiens, ideo quod exercitus fame periclitabatur et Vienni ab Ungris capiebatur. Chron. Suev. univ., Ann. Augustani, Hildesheim, minores, Magdeburg., Leodienses, Ottenburani, Ratisponenses, Wirziburg. 1030, Annal. Saxo, Ann. Laubienses 1029.

Kommentar

Wien war damals ein nicht unbedeutender befestigter Platz, dessen Verlust von dem Altaicher Annalisten eigens hervorgehoben wird. Vgl. Adalbert Klaar, Der mittelalterliche Stadtgrundriß (in: Friedrich Walter, Wien, Die Geschichte einer deutschen Großstadt an der Grenze 1, 268). Nicht aufrechtzuerhalten ist demgegenüber die von Hans v. Voltelini, Die Anfänge der Stadt Wien (1913), S. 12 f. vertretene Ansicht, der Vienni für den Lokativ eines nicht belegten Viennis hält und übersetzt: „Das Heer wurde zu Wien gefangengenommen.” Über Stephans Gegenmaßnahmen vgl. Vita maior Stephani, cap. 15: rex consultum habens episcoporum et principum ad tuendam patriam armatos totius Ungarie contraxit. Vgl. auch die Urkunde eines gewissen Arnulf für Stavelot-Malmedy von 1030 (Halkin-Roland I, Nr. 98; Wampach 1, 332 f. no. 238, 239: Etenim iussu Cuonradi imperatoris exercitus contra Ungros dirigitur, cum quo ego etiam cum domino meo Heinrico comite (von Luxemburg) proficiscor. Die Teilnahme lothringischer Ritter an Konrads Ungarnzug ist damit unmittelbar bezeugt.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,1 n. 158b, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1030-00-00_1_0_3_1_0_282_158b
(Abgerufen am 23.07.2017).