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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,1

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Längerer Aufenthalt des Kaisers. Auf Betreiben Aribos von Mainz wird eine Synode zur Beilegung des Gandersheimer Streites (siehe oben Nr. (n. 112d) ) einberufen. Aribo hatte schon vorher, wahrscheinlich zu Beginn dieses Jahres, den Bischof Godehard von Hildesheim auf eine Provinzialsynode zu Geisleden geladen; dieser war jedoch nicht erschienen, sondern hatte sich durch den Domdekan Tatilo vertreten lassen, dem es schließlich gelang, den Erzbischof unter Hinweis auf den Beschluß der Synode von Frankfurt (Nr. 112d) dazu zu bewegen, daß er die Angelegenheit vorläufig auf sich beruhen ließ. ‒ Nun aber wurde Godehard auf Aribos Veranlassung vom Kaiser nach Pöhlde geladen; er kann sich dieser Vorladung nicht entziehen. Eröffnung der Synode am 6. Oktober in Anwesenheit Hunfrieds von Magdeburg, Meinwerks von Paderborn, Meinhards von Würzburg, Branthogs von Halberstadt, Sigiberts von Minden, Gozmars von Osnabrück, Reinolds von Aldenburg, Dietrichs von Meißen sowie eines römischen und griechischen Bischofs (Vita Godehardi prior, cap. 35, SS. 11, 193). Aribo legt seinen Rechtsstandpunkt dar und erklärt, die Frankfurter Entscheidung (siehe oben Nr. (n. 112d) ) nicht mehr anerkennen zu können. Er legt der Synode die Frage vor, wie er wieder in den Besitz des Gandersheimer Gebietes gelangen könne, das ihm durch die Fahrlässigkeit seiner Vorgänger verlorengegangen sei; einer Entscheidung der gegenwärtigen Synode, deren Zusammensetzung und Stimmung offenbar für ihn günstig war, wolle er sich unterwerfen. Godehard versucht demgegenüber zunächst, den Frankfurter Beschluß als endgültig hinzustellen, erklärt sich aber schließlich nach schwierigen Verhandlungen bereit, einem Schiedsspruch des Kaisers und der anwesenden Bischöfe zu gehorchen, allerdings vorbehaltlich der Zustimmung der Geistlichkeit und Vasallität seines Bistums. Kompromißbeschluß der Synode: Gandersheim selbst soll ehrenhalber Hildesheim unterstehen, während die Dörfer des Bezirkes zwischen den beiden Diözesen geteilt werden (Vita Godehardi prior, cap. 35: Tandem domno Godehardo ipsum Gandesheimensem locum honoris causa praeponi, circumjacentes vero villulas inter eos conciliandi gratia dividi, imperator cum ceteris primoribus decrevit). Da jedoch Klerus und Vasallität des Bistums Hildesheim ihre Zustimmung versagen, wird dieser Beschluß nicht durchgeführt.

Überlieferung/Literatur

Vita Godehardi prior, cap. 35; Vita posterior, cap. 24; Ann. Hildesheim., Magdeburg, Annal. Saxo 1029.

Kommentar

Vgl. Breßlau. Jahrbücher 1, 255 ff. und zur Frage der Datierung l. c. 355 ff.; Wenner 177 ff.; Boye, NA. 48, 80.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,1 n. 134a, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1028-09-29_1_0_3_1_0_237_134a
(Abgerufen am 28.05.2017).