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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,1

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Reichstag (Wipo, cap. 20; Ann. Sangall. maiores, Herim. Aug. 1027). Auf seine militärische Stärke vertrauend leistet der des Hochverrates angeklagte Herzog Ernst der Ladung vor das kaiserliche Hofgericht Folge, in der Absicht, entweder einen Ausgleich zu suchen oder im Falle des Scheiterns der Verhandlungen mit der Waffe in der Hand abzuziehen. Da ihm jedoch die schwäbischen Grafen, als deren Wortführer Friedrich und Anshelm. wohl Grafen des Rieß- und Nagoldgaues, die Treue aufsagen, sieht er sich zur bedingungslosen Unterwerfung gezwungen und wird vom Kaiser nach Giebichenstein verbannt. Das Herzogtum ist ihm ohne Zweifel zugleich entzogen worden. Auch Welf unterwirft sich; er muß dem Bischof Bruno von Augsburg die im Verlaufe der Fehde okkupierten Güter zurückstellen und Schadenersatz leisten (quod postea cogente imperatore totum restituit et episcopo emendavit, Wipo cap. 19). Andere ungenannte Teilnehmer des Aufstandes unterwerfen sich gleichfalls.

Überlieferung/Literatur

Wipo, cap. 20; Ann. Sangall., Herim. Aug., Chron. Suevic. universale, Ann. Augustani 1027.

Kommentar

Die zum Teil gereimte Rede, in welcher die beiden Grafen ihr Verhalten begründet haben sollen, ist offenbar, wie die Zitate und Entlehnungen (Os. 10, 13; Sallust, Iug. 13, 3, und 62, 3; Sallust, Catilina 33, 4) beweisen, von Wipo, der ja gewiß nicht Augenzeuge war, frei stilisiert; sie charakterisiert aber so gut die Situation und die Unüberlegtheit der Politik des jugendlichen Empörers, daß sie hier wörtlich wiedergegeben werden soll: Nolumus inficiari, quin vobis fidem firmiter promitteremus contra omnes praeter eum, qui nos vobis dedit. Si servi essemus regis et imperatoris nostri et ab eo iuri vestro mancipati, non nobis liceret a vobis separari. Nunc vero, cum liberi simus et libertatis nostrae summum defensorum in terra regem et imperatorem nostrum habeamus, ubi illum deserimus, libertatem amittimus, quam nemo bonus, ut ait quidam, nisi cum vita simul amittit. Quod cum ita sit, quicquid honesti et iusti a nobis exquiritis, in hoc parere volumus vobis. Si autem contra hoc vultis, illuc revertemur liberaliter, unde ad vos venimus conditionaliter.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,1 n. 109b, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1027-07-00_2_0_3_1_0_201_109b
(Abgerufen am 21.01.2017).