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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,1

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Konrad verleiht dem Bischof Teuzo (von Reggio ) auf Bitten der Kaiserin Gisela in seiner Stadt und außerhalb derselben im Umkreis von vier Meilen, woselbst die Kirche kraft der Urkunden seiner Vorgänger den districtus innehat, sowie auf allen Höfen des Bistums das Recht, kraft kaiserlicher Autorität alle Rechtsstreitigkeiten, die seine Ländereien betreffen, vor seinem Gericht durch die Vögte der Kirche zu entscheiden, durch Zweikampf zu urteilen, Gesetze und Rechtssprüche zu erlassen und alle Befugnisse auszuüben, die anderen königlichen missi von den Königen und Kaisern eingeräumt sind (quod nos per interventum Gisilae imperatricis dilectę nostrę fidelis concedimus Teuzoni venerabili episcopo facultatem ... in sua civitate et in circuitu civitatis usque ad quattour miliaria, sicut eadem ecclesia per praecepta decessonun nostrorum districtum tenet, et per omnes cortes totius episcopatus Regiensis ..., ut habeat nostram imperialem auctoritatem omnes suarum terrarum causas agendi definiendi ante se per advocatores aecclesiae, duellum iudicandi, legem et iustitiam fatiendi et quicquid aliis regalibus missis concessum est ... fatiendi ...). ‒ Hugo canc. vice domni Haribonis archiepiscopi et archicanc.; von der gleichen Hand wie DK. II. 90 geschrieben, Eschatokoll von HA hinzugefügt; Signumzeile und Monogramm fehlen, SI. D. „Omnibus fidelibus nostris.”

Originaldatierung:
(kal. mad., Rauenne).

Überlieferung/Literatur

Reggio Bischöfliches Archiv (A).

Tiraboschi, Mem. stor. Modenesi 2b, 24 wo. 173 aus A; Breßlau, Jahrbücher 2, 452 aus A; MG. DD. 4, 121 no. 89.

Böhmer 1319 zu Mai 00; Stumpf 1945.

Kommentar

Völlig singulär ist das Fehlen der verbalen Invokation und die Pönformel, in der die Strafe in Silber statt in Gold festgesetzt und ausschließlich dem Kaiser zugesprochen wird. Am Schluß des Kontextes ist der Ausstellungsort (Actum Rauennę feliciter) angegeben; er wird dann am Ende der Datumzeile ordnungsgemäß wiederholt. Zu diesen Abweichungen von der Kanzleiregel kommt noch das Fehlen der Signumzeile und des Monogramms. Jedoch ist die Echtheit durch den Schriftvergleich sichergestellt. Über die Entstehung der Urkunde, die nach einem auf älterem Formular beruhenden Konzept verfaßt ist, vgl. Breßlau, Jahrbücher 2, 453 und Vorbemerkung zu DK. II. 89, ferner UL. 2 2, 142, Anm. 2, und 143, Anm. 1; zum Rechtsinhalt Ficker, Forschungen 2, 16; 3, 406.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,1 n. 92, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1027-05-01_1_0_3_1_0_178_92
(Abgerufen am 30.03.2017).