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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,1

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Konrad bestätigt auf Bitten des Bischofs Walter von Speyer und auf Intervention der Königin Gisela den beiden Brüdern Diederich und Ebernand, deren drei Schwestern sowie sechs genannten Söhnen und Töchtern derselben, die väterlicherseits unfreier, mütterlicherseits freier Herkunft sind, das Recht der Zensualen der Speyrer Kirche, das ihnen der Bischof nach dem Rat seiner Getreuen im Hinblick auf die treuen Dienste der Eltern unter Zustimmung von Klerus und Volk im Sinne der Kapitularien Karls, Ludwigs und Lothars, wonach Hörige an Stelle ihrer Herren dienen, die Herren aber unter Zensualenrecht gestellt werden können, und gemäß cap. 65 der Satzungen des 5. (in Wahrheit cap. 68 des 4.) Konzils zu Toledo, wonach es dem Bischof erlaubt ist, durch Tausch von Hörigen kirchliche Hintersassen freizulassen, im Tausch gegen elf Hörige der Genannten urkundlich mit der Bestimmung verliehen hat, daß sie alljährlich am Feste Mariä Geburt zwei Pfennige oder den Gegenwert in Wachs entrichten und die gleiche Freiheit wie die übrigen Zensualen genießen sollen (qualiter Uualtherus Spirensis aecclesiae venerabilis episcopus interventu dilectissimae coniugis nostrę Gisilae reginae nostram celsitudinem adiit humiliter deprecans, ut facta ... corroboraremus, in quibus continebatur, quod ipse duos fratres Diedericum et Ebernandum et sorores eorum Ruozelam, Immam, Diezelam cum filiis et filiabus eorum, quorum nomina sunt hęc: Durinc, Bezecha, Diezuuib, Diemo, Mazela, Liutfrit, ex servili patre et matre ingenua progenitos ... per commutationem totidem mancipiorum, quorum nomina hęc sunt: Huozo, Burga, Gisela, Uocca, Heliza, Engizo, Druda, Nanno, Saleman, Uuibelin, Libeza, ex servilibus personis censuales fecisset ... canonica capitularisque antecessorum nostrorum Karoli, Luduuici, Lotharii auctoritate fultus, ea videlicet ratione ut predicta mancipia pro commutatione data in uice et in loco dominorum suorum serviant, ipsi vero domini ac dominę cum omni progenie eorum infra legem censualem perpetualiter stabiliantur, canonica lectione affirmante, quę in sexagesimo quinto capitulo quinti Toletani concilii sic continet: episcopo licere per commutationem mancipiorum aecclesiasticos liberos facere. Scriptum est etiam in capitulari supra dictorum regum: episcopo libertatem sine commutatione mancipiorum non licere donare ...). ‒ Ovdalricus canc. vice Aribonis archicap.; von UD unter Benutzung der verlorenen Urkunde Bischof Walters geschrieben, die, wie sich aus mehreren Rasuren ergibt, offenbar wörtlich ausgeschrieben wurde; M., SI 1. „Noverit omnium Christi nostrique fidelium.”

Originaldatierung:
(XVIIII. kal. aug., Spire).

Überlieferung/Literatur

Karlsruhe Generallandesarchiv (A).

Remling, UB. von Speyer 1, 27 no. 27; MG. DD. 4, 46 no. 41.

Stumpf 1894; Dümgé, Reg. Bad. 101 no. 43.

Kommentar

Tages- und Monatsdatum sowie Ortsangabe wahrscheinlich nachgetragen; zum Datum vgl. Breßlau UL. II2, 402 (403), Anm. 4. ‒ Über die Zitate der Satzungen des Konzils von Toledo und des angeblichen karolingischen Capitulare vgl. Vorbemerkung zu DK. II. 41. Das Capitularezitat berührt sich, wenn auch nicht wörtlich, so doch sachlich mit Capitula missorum Karls des Kahlen 853 cap. 12 (MG., Cap. II, 270), aber auch mit Lex Ribuar. 58, 3 (Nemo servum ecclesiasticum absque vicarium libertum facere praesumat). Man wird aber entgegen der von Breßlau geteilten Vermutung Zeumers kaum mit Sicherheit behaupten können, das zitierte Capitulare habe niemals existiert und der Verfasser der Urkunde habe Lex Ribuar. 58, 3 benutzt. Zur Rechtshandlung vgl. Brunner in Histor. Aufsätze dem Andenken an Georg Waitz gewidmet (Hannover 1886) 70; Loening, Kirchenrecht 2, 229 Anm. 4; DK. II. 130.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,1 n. 42, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1025-07-14_1_0_3_1_0_92_42
(Abgerufen am 27.03.2017).