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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,1

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Konrad restituiert der bischöflichen Kirche zu Lüttich auf Grund einer von Bischof Durandus vorgelegten Urkunde Ottos III. sowie auf Rat und Intervention seiner Gemahlin Gisela, des Erzbischofs Aribo von Mainz und anderer Fürsten um des Seelenheiles Ottos III., Heinrichs II., seiner Gemahlin Gisela und seiner Söhne (!) willen das Gut Heerewaarden in der Grafschaft Haaren am Waal, das ihr Otto III. im Hinblick auf die treuen Dienste Bischof Notgers geschenkt, Heinrich II. jedoch vor kurzem nach ungestörtem Besitz von etwa 26 Jahren willkürlich entzogen hatte (quoniam Durandus Leodiensis ecclesie episcopus ad nostre sublimitatis excellentiam accedens nobisque representans scriptum imperiali auctoritate subnixum humiliter deprecatus est iusticiam et misericordiam sibi fieri de Heruuarde, quam domnus imperator tercius Otto pro anime sue recompensatione et domni Notgeri episcopi fideli servitio sancte Leodiensi ecclesie firma constipulatione tradidit et per annos fere XXVI absque omni contradictione supra dicta ecclesia tenuit, sed per aliquantum temporis secundum sue voluntatis arbitrium domnus imperator Heinricus eidem ecclesie subtraxit. Ego Cuonradus ... interventu coniugis mee Gisle ac Ariponis venerabilis Maguntiacensis archiepiscopi ... idem bonum scilicet Heruarde situm in comitatu Hare super flumen Wal ... ecclesie sancte Marie et sancti Lamberti martyris nostra redonatione confirmavimus ...). ‒ Vodalricus canc. vice Aribonis archicap.; vermutlich Fälschung , auf Grund einer echten Urkunde gleichen Datums unter Benutzung von DO. III. 240 im Interesse des Bistums hergestellt; M. „Notum esse volo omnibus”.

Originaldatierung:
(VI. non. octob., in civitate Legia).

Überlieferung/Literatur

Angebl. Orig. fehlt.

Liber cartarum ecclesiae Leodiensis aus dem Anfang des 13. Jh. fol. 74' im Staatsarchiv zu Lüttich (B).

Chapeaville, Gesta pontificum Tungrensium 1, 263 aus B mit ind. sexta; Bormans et Schoolmeesters, Cart. de S. Lambert 1, 30 no. 21 aus B; MG. DD. 4, 7 no. 6.

Böhmer 1261; Stumpf 1857.

Kommentar

Gegen die Echtheit spricht die der Privaturkunde entstammende unkanzleigemäße Fassung des Kontextes, die auch nicht durch Entstehung außerhalb der Kanzlei erklärbare Erwähnung mehrerer Söhne Konrads, schließlich die Datierung, die sicherlich nicht auf einen Kanzleibeamten zurückgeht. Andererseits hat Breßlau, Jahrbücher 2, 439 ff. festgestellt, daß das Protokoll auf echter Vorlage beruht. Auch bestehen nach seinen Darlegungen l. c. 440 weder gegen die Ausstellung eines Diploms für Durandus im Oktober 1024 noch gegen die in der Urkunde berichteten Tatsachen Bedenken. Die diplomatische Beurteilung der Urkunde hängt damit zusammen, ob man sich mit Bloch, NA. 23, 145 ff., für die Echtheit der in Publicatio, Strafformel und Corroboratio benutzten Vorurkunde DO. III. 240 zu entscheiden vermag. Angesichts der schweren formalen und inhaltlichen Verstöße bleibt es jedoch trotz der beachtenswerten Argumentation Blochs wahrscheinlich, daß wir eine Fälschung vor uns haben. Vgl. Vorbemerkung zu DK. II. 6.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,1 n. 6, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1024-10-02_1_0_3_1_0_26_6
(Abgerufen am 22.09.2017).