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RIplus | Baden 3 - Markgrafen von Baden (1431(1420)-1453)

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Pf. Otto als vormund des kf. Ludwig einer-, M. Jakob und Friedrich gr. zu Veldenz, beide gr. zu Spanheim anderseits bekennen, als frau Elisabeth gräfin zu Spanheim und Vianden, pfalzgräfin bei Rhein und herzogin in Bayern dem kf. Ludwig und seinen erben, die dann die pfalzgrafschaft besitzen, mit zustimmung des gr. Johans gr. zu Spanheim ein fünftel an Kreuznach und etlichen andern städten etc. verschrieben hat laut »gifftbrief« dat. Cruczenach 1416 jan. 24, worauf kf. Ludwig, frau Elisabeth und Johans gr. zu Spanheim einen burgfrieden über dieselben schlösser etc. vereinbart haben dat. Cruczenach 1416 febr. 10, und darauf nach dem tode der frau Elisabeth ezb. Otto zu Trier kf. Ludwig und gr. Johann um zweiung und gegenseitige ansprüche laut »ubertragßbrieff« dat. Wesel 1419 sept. 10 vereinigt hat, dass da gr. Johann seinen amtleuten befohlen hat, kf. Ludwig etliche dörfer, leute und güter einzugeben und huldigen zu lassen »zu sinem erbfunfftenteyl.« Alsdann haben kf. Ludwig und gr. Johann sich »rechts und ußtrags« geeint auf Johanns gr. zu Wertheim als gemeinen laut des burgfriedens anstatt des gr. Friedrich v. Leiningen, der dann auch rechtliche urteile und sprüche gethan hat. (Vgl. nr. 5715). Da dieselben sachen aber noch bisher in irrungen gestanden und noch nicht zum austrag gekommen sind, haben sich die oben genannten parteien zu Kreuznach gütlich und freundlich folgender maßen geeinigt: 1) die urteile und sprüche des gr. Johanns v. Wertheim und der zusatzleute sollen gänzlich kraftlos sein; hingegen sollen der »giefftbrief, der burgfriedenbrief« und andere versiegelte briefe, die zwischen den parteien vor jenem ausspruch gegeben und die sie seither einander versiegelt gegeben haben »giefft und burgfrieden« berührend, in kraft bestehen; 2) kf. Ludwig und seine erben pfalzgrafen bei Rhein sollen bleiben bei dem erbfünftel an Kreuznach burg und stadt, Ebernburg (Eber-)burg und thal, Guttenberg (Gudemburg) burg und thal, Argenschwang (Arens-) der veste, Naumburg (Nuwem-) der burg, Koppenstein burg und thal, Gemünden (Gemunde) burg und stadt, Kirchberg der stadt, der pflege zu Sohren, der juden und deren schutz, der münze, dem »wechßel« und geleit zu Kreuznach (Crucze-), der pflege zu Hottenbach mit zugehör, den »bünden« zu Kreuznach mit zugehör; an Langenlonsheim (Lonß-) dem dorfe mit seinem zugehör, Sufferßheim (= Siefersheim sü. Wöllstein), Leuberßheim (= Freilaubersheim sw. Wöllstein in Rheinhessen), dem wildbann off dem Sone (= Soonwald) und der fischerei auf der Nahe, den dörfern Gensingen (Gencz-), Bettenheim (= Badenheim bei Sprendlingen), Sprendlingen, St.-Johann, Pfaffenschwabenheim (Swab-), Hockenheim (= Hackenheim zw. Kreuznach und Sprendlingen), Bonheim (= Bonnenheim abgeg. bei Hackenheim), Volksheim (Volkeßh-), Traisen (Treysen), Hüffelsheim (Huffelß-), Rüdesheim (Rudeß-), Weinsheim (Weinß-), Sponheim (Span-), Bockenau, Dillendorf, Kappel (Capelle), Ober- und Niederkostenz, Schwarzen (Swarczen), Altlay (Altley), Würrich (Werrich), Belg (Belche), Rödelshausen (Redelnhusen), Selcze (= Selzen), Kühr (Kyere), Merßberg (wo?), Lamperade (wo?), Kludenbach (Cludem-), Todenroth (Tatenrade), Metzenhausen (Meiczenhusen), Womrath (Wamenrade), Maitzborn (Meincz-), Rödern (Umpfßrodern), Schönborn (Schonem-), Pontwylr, Wallenbruck (Waldenbrucken), Dorweiler, Sulzbach (Sulczp-), Rytstege, Sickenhusen (= Seckenhausen? flurname zwischen Kirchberg und Ravengiersburg), Richwylr, Werschweiler (Werchwylr) den zwei, Schlierschied (Slierscheid), Rohrbach (Ror-), Dickenschied (Deckscheid), Hecken (Heckheim), Bärweiler (Berwylr), Ruchelnhüsen (abgegangen) by Capelle, den dörfern und leuten zu Neuenbamberg (Nuwenbeinburg) mit namen Wöllstein (Wel-), Pleidersheim (Bliterß-), Gumbsheim (Gomß-), dem dorfe und gericht zu Kellenbach, den dörfern Freilaubersheim (Fryleuberß-), Bosenheim (Basen-), Desenheim (= Dexheim ? bei Oppenheim), Monczenfelt (= Monzenfelderhof abgegangen), Mörsfeld (Morßfelt), Feil (Viele), Bingert (Bingarten), Norheim (Nar-), Wylr (= Weiler bei Monzingen), Roxheim (Rockß-), Hargesheim (Hargeß-), dem hofe Oppertshausen mit gerichten, zehnten, gülten etc., den höfen zum Hane (= Hahnerhof bei Beckelnheim) genannt Wißweckenhof, Johannß von Treis (Tryß) hof, den höfen zu Gauhilbersheim (Gauwehilberß-), Ippesheim (Ypeß-) und dem zehnten daselbst, an Gottschalks und Henchin Kemerers höfen, den höfen Hunwylr, Panzweiler (Banczwylr), Denzen (Denßheim), Lautzenhausen (Lüczerhüsen), dem zehnten zu Roßberg, den wäldern Brimscheid und Schachen bei Enkirch (Enckenrich), Grevenhecke by Sohren, Elberstrüt, dem Schachen by Selcze, dem halben Brüwel, an den wiesen zu Dill und andern wiesen »nyden an dem Brüwel gelegen«, »sind her Gerharts v. Spanheim ritters guttere und gulte«, dem walde Swarczenstrüt, dem walde genannt der Sane (= Soon); an den gütern, die gr. Johann Nicolao seinem schreiber zu Kreuznach und Hüffelsheim geliehen, an dem gerichte und dorf zu Hüffelsheim, an den 50 maltern schirmhaber daselbst, an den 300 π geldes zu Sohren an der mühle, am Katzensteg by Beimburg (= Baumburg, Alten- und Neuen-), an dem halben walde under Koppenstein, dem zollhaber zu Kirchberg, den armenleuten zu Sohrschied, den gefällen und nutzungen aus dem Soonwald, den wiesen zu Körcze, dem wald bei Cappel (Capelle) gelegen, den zinsen zu Winzenheim (Wynczen-), Windesheim (Windeß-), Waldlaubersheim (Waltleuberß-), Wallhausen (Waldenhusen), Venderßheim, Waldertheim (= Wallertheim), Bleincheim (in Kreuznach aufgegangen oder Planig), Volgßheim (= Welgesheim) mit allem zubehör und rechten ob der erde und under der erde, ausgenommen die »manlehenschafft und manne« laut inhalt der gift- und burgfriedenbriefe. M. Jakob und gr. Friedrich sollen bei den andern vier teilen bleiben, jedoch auch kf. Ludwig bei dem gekauften viertel. Wegen verleihung der kirchen, kapellen, pfründen und des glockenamts zu solcher gemeinschaft sollen kf. Ludwig ein erbfünftel und pfandviertel, M. Jakob und gr. Friedrich die andern drei teile innehaben, sodass jeweilig der älteste graf die nächsten drei frei werdenden kirchen etc. leihen soll und darauf kf. Ludwig die nächsten zwei; sobald M. Jakob und gr. Friedrich das pfandviertel auslösen, hat der kurfürst nur die fünfte pfründe zu leihen in obiger reihenfolge. Mit verleihung der kirche zu Kirchberg wechseln der graf der grafschaft Spanheim an der Mosel, und der, welcher Kreuznach inne hat, wie bisher; auch das glockneramt wird nach verhältnis der teile geliehen. Pfründenwechsel soll nur zulässig sein mit zustimmung sämmtlicher teile. Die nutzungen werden ebenfalls nach verhältnis geteilt. Wird einer der besitzer in seinen herrschaften und land »umb und ußwendig« der gemeinschaft angegriffen, so sollen die amtleute und alle in der gemeinschaft »zu frischer getate« helfen, auch mitziehen vor benachbarte städte und schlösser, wohin eine »nome« verbracht ist; sonst hat ein jeder zu »frondienst und ußzug« auswendig der gemeinschaft nur nach verhältnis anspruch. Pf. Otto wird M. Jakob und gr. Friedrich und ihren lehnserben in gemeinschaft leihen die dörfer Enkirch, Winningen, Obermendich, den wildfang auf dem Idarwald (Yder-). Wegen schloss Grevenstein haben Wiprecht v. Helmstatt hofmeister und Reinhart v. Neipperg (Ny-) entschieden, dass M. Jakob und gr. Friedrich entweder pf. Ludwig das schloss nach zwei jahren von johanni gerechnet eingeben oder die pfandsumme mit 6100 fl. und 400 π heller bezahlen sollen, worauf sie in die rechte der pfalz gegenüber den gr. v. Leiningen eintreten. — Die aussteller, r. Wiprecht v. Helmstatt hofmeister, r. Reinhart v. Neipperg unterlandvogt, r. Hans v. Stadion, Peter v. Windeck, Brenner und Friedrich v. Löwenstein siegeln.

Überlieferung/Literatur

Or. mb. c. 9 sig. pend. München. St-A. 70|0 12. — Desgl. or. Koblenz. St.-A. Sponheim, worüber ausführliches regest von F. vorliegt; cop. saec. 16 und kopb. 120 (73), 399-428 K.

Kommentar

Die orte sind gelegen in den kr. Kreuznach, Meisenheim, Simmern, Zell, Cochem, Mayen, St.-Goar, St.-Wendel, in Rheinhessen, Rheinpfalz und im fürstentum Birkenfeld; mehrere wie Selzen, Pontwylr, Rytsteg, Körcz sind abgegangen oder jetzt flurnamen.

Nachträge

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Empfohlene Zitierweise

RIplus Regg. Baden 3 n. 6047, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/f0ec2def-1501-48e3-ab78-d2e038098d0a
(Abgerufen am 19.12.2018).

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