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RIplus | SFG: Bischöfe und Domkapitel von Augsburg - Bd. 1: Wikterp - Walther I. von Dillingen (769-1152)

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Bischof Udalrich (Augustensis praesul) soll Herzog Arnulf von Baiern kurz vor dessen Tod ermahnt haben, das an den Klöstern begangene Unrecht wiedergutzumachen.

Überlieferung/Literatur

Metellus von Tegernsee, Quirinalia XVIIIa (12. Jh.) Paul Petres, Die Quirinalien des Metell von Tegernsee 85 f ; De fundatione monasterii Tegrinsee et translatione s. Quirini martyris a Roma ad locum eundem (13. Jh.) H. Pez, Thes. anecdot. novissimus 3 III, 495. - Reindel, Luitpoldinger 175-181 Nr. 91, dort auch die weiteren Quellen des 15. und 16. Jh. aus Tegernsee und die baierischen Chronisten der gleichen Zeit.

Kommentar

Dem durch gute Quellen zum Datum 937 Juli 14 gesicherten, plötzlichen Tod Arnulfs werden in der tegernseeischen Geschichtsschreibung seit dem 12. Jh. weitläufige Fabeleien angefügt. Arnulf („der Böse“, der die Klöster, bes. Tegernsee, schwer schädigte; Reindel, Luitpoldinger 80-92 Nr. 49) habe die Ermahnungen seines Taufpaten, des Bischofs Udalrich, geringgeachtet, sein an den Klöstern begangenes Unrecht wiedergutzumachen, da er sonst bald sterben müsse. Tatsächlich sei er kurze Zeit später bei einem Gelage plötzlich verschieden. Die zahlreichen älteren Quellen, zum Teil des 10. Jh., berichten nichts von einem Aufenthalt Udalrichs bei Arnulf in Regensburg; so ist wohl auch dies der Phantasie der Tegernseer Schreiber entsprungen. Anlaß dazu bot die Vita Udalrici cap. 3, wonach Udalrich in einer Vision ein himmlisches Gericht auf dem Lechfeld zusammentreten und über Arnulf das Urteil fällen sah. Zu Tegernsee vgl. B. Schmeidler, Studien, bes. 3-7; zum Tod Arnulfs s. Waitz, Jb. Heinrichs I. 3225-228, Exkurs 12; K. Reindel, Herzog Arnulf und das Regnum Bavariae, in: ZBLG 17 [1954] 252). Zu der Vision Udalrichs s. auch Günter, Psychologie der Legende 290.

 

Nachtrag:

 

Vgl. die Ausgabe von P. Ch. Jacobsen, Die Quirinalia des Metellus von Tegernsee (Mittellateinische Studien und Texte 1, 1965) 227 ff Nr. 18a; zur Interpretation s. ebd. 32 f. Kritische Bemerkungen zur Glaubwürdigkeit im allgemeinen legt vor R. Bauerreiß, Zur Glaubwürdigkeit des Dichters Metellus von Tegernsee, in: StMOSB 71 (1961) 35-38. Zum sagenhaften Charakter der Mitteilungen des Metellus s. A. Schmid 63 ff, 69. - Der zitierte Herausgeber der Quirinalien heißt Paul Peters (nicht Petres).

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Empfohlene Zitierweise

RIplus Regg. B Augsburg 1 n. †110, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/fb7cef49-4b50-4293-a749-d2e8f06a617d
(Abgerufen am 18.09.2018).

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