Regestendatenbank - 182.315 Regesten im Volltext

RIplus | SFG: Bischöfe und Domkapitel von Augsburg - Bd. 1: Wikterp - Walther I. von Dillingen (769-1152)

Sie sehen den Datensatz 433 von insgesamt 535.

Bischof [Hermann von Augsburg] (episcopus) verlangt im Kloster St. Ulrich und Afra in Augsburg bei der Weihe der Osterkerze am Karsamstag (in cerei pascalis benedictione) [April 13] die Anerkennung des [Gegen-]Papstes [Gregor VIII.] (Burdinus), erklärt Abt Egino zum Feind der Königsherrschaft (ut publicus regni hostis proscribitur) und vertreibt, nachdem er sich am Pfingstsamstag (sabbatum sanctum penthecostes) [Juni 17] überzeugt hat, daß seine Anordnungen nicht befolgt werden, den Abt, welcher das Schreiben des Erzbischofs Adalbert von Mainz (s. Nr. 430) öffentlich im Dom (sanctae dei genitricis ecclesia) bekanntgemacht hat, und den Konvent, die sich in das Kloster St. Peter [in Thierhaupten, Lkr. Augsburg] jenseits des Lechs (licus transitur) begeben; nach kurzer Zeit kehren sie zurück, doch wird Abt Egino erneut vertrieben. Bischof Hermann bestellt den Mönch Günther aus Wessobrunn [Lkr. Weilheim-Schongau] zum Abt.

Überlieferung/Literatur

Uodalscalcus, De Eginone et Herimanno cap. 24-27, 31 (12. Jh.) MGSS 12,442f, 445f. - Gebele 119 Nr. 50, 51, 53, 56.

Kommentar

Zu dem ausführlich erzählenden Bericht Udalschalks vgl. Gebele 64 ff; Zoepfl, Bischöfe 119 ff; Ders., Investiturstreit 327 f; Endrös, Reichsunmittelbarkeit 37 f. Zur monastischen Situation s. auch Jakobs, St. Blasien 119. Die Schilderung der Vorfälle bei der Weihe der Osterkerze, wodurch ein Datierungshinweis gegeben ist, findet sich in dem Brief des Abtes Egino, den er kurz vor seinem Tod 1120 an den Konvent sandte (vgl. Nr. 435; s. dazu auch Braun, Geschichte 2,55-60). - Über den Fluchtort Thierhaupten und seine Beziehungen zu St. Ulrich und Afra s. Hallinger 1,157; ferner Hemmerle, Germ. Ben. 2,309. Gebele 70 vermutet, daß es sich bei dem St.-Peters-Kloster um den Konvent auf dem Petersberg [bei Eisenhofen, Lkr. Dachau] gehandelt habe, der 1119 nach Scheyern verlegt wurde (Hemmerle, a. a. O. 274 mit weiterer Literatur). - Über Günther von Wessobrunn vgl. Lindner, Profeßbuch Wessobrunn 8 Nr. 76. Über die Beziehungen Hermanns zu Gregor VIII. s. Nr. 424, 426.

 

Nachtrag:

 

Der von Bischof Hermann eingesetzte Abt Günther stammte wohl nicht aus dem Kloster Wessobrunn (QE NF 32 I, 128+ f).

Nachtrag einreichen
Einreichen
Empfohlene Zitierweise

RIplus Regg. B Augsburg 1 n. 427, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/fb52057d-2480-42c1-a514-b164d3cec3cc
(Abgerufen am 20.02.2018).

Bestandsinformationen