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RIplus | SFG: Bischöfe und Domkapitel von Augsburg - Bd. 1: Wikterp - Walther I. von Dillingen (769-1152)

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Kommentar

Dignitäre des Domstifts unter Hermann:

1) Dompropst. Rudolf; 1099 als Zeuge genannt (s. Nr. 372); vgl. Haemmerle 205. - Hiltibert; 1121 als Zeuge genannt (s. Nr. 438); zu unterscheiden von dem Archidiakon Hiltibert, der zugleich Propst von Habach war (s. Nr. 440, 468, 469). - Konrad; mit dem Zusatz de Gredon als Zeuge 1122 genannt (s. Nr. 440); empfängt 1129 die Übertragung der hl. Grab-Kapelle an den Marienaltar im Dom von Augsburg (s. Nr. 461); 1129 und 1130 als Zeuge genannt (s. Nr. 465 und 468; in letzterer Urkunde irrtümlich als Vizedominus bezeichnet); vgl. Haemmerle 206.

2) Domdekan. Erkanrich. Schon unter den Bischöfen Embriko und Siegfried II. tätig (s. Nr. 321 und 343); 1099 als Zeuge genannt (s. Nr. 372); vgl. Haemmerle 208. - D[ietrich]; [1117] als Empfänger des Schreibens von Papst Paschalis II. genannt (s. Nr. 419). Der Name ergibt sich aus dem Eintrag im Domnekrolog von Augsburg (15. Jh.; MG Necr. 1, 60) des Dekans Dietricus zu 2. id. aprilis (12. April), wonach dieser dem Domkapitel eine Hube in Gershoven [Gersthofen, Lkr. Augsburg; s. Nr. 302 und unten Verz. I (23)] schenkte (vgl. auch Riedner, in: AHAug 1, 59 Nr. 7). Es handelt sich wohl um den 1099 als Domkanoniker genannten Dietrich (s. Nr. 372). - Wernher; als Zeuge 1121 (s. Nr. 438), 1129 (s. Nr. 461 und 465) und 1130 (s. Nr. 468) genannt; zu unterscheiden ist der Archidiakon Wernher; in Nr. 465 sind beide nebeneinander erwähnt; vgl. Haemmerle 208. Nach 1130 legte er das Dekansamt nieder, war dann Cellerarius des Domkapitels und trat kurz vor seinem Tod in das Kloster St. Ulrich und Afra in Augsburg ein, wobei er Fahrnis (Missale, Evangelienbuch, Psalter, Meßgewänder) und eine halbe Hube in Huneswis [Haunswies, Lkr. Aichach-Friedberg] dem Kloster übertrug (MB 22, 31 f Nr. 38; Ruf, Bibliothekskataloge 57 Nr. 17; vgl. dazu auch Schröder, in: AHAug 6, 102 und 825). - Heinrich; 1127 als Zeuge genannt (s. Nr. 457); ob hier eine Verwechslung mit dem Archidiakon Heinrich vorliegt, der 1129 (s. Nr. 465) neben dem Domdekan Wernher erscheint, sei dahingestellt.

3) Domkustos. Sizo; 1099 als Empfänger der Urkunde genannt, mit der Bischof Hermann dem Domkapitel Einkünfte überträgt (s. Nr. 372); wahrscheinlich identisch mit dem im Schatzverzeichnis genannten Sizo (s. Nr. 366; ein Domkanoniker Sizo wird auch schon 1085 genannt; s. Nr. 352). Nicht personengleich mit dem 1129 erwähnten Domkanoniker Syzo (s. Nr. 461 und 465), da in der letztgenannten Urkunde neben Sizo der Domkustos Herimann erscheint; vgl. Haemmerle 210. - Herimann von Rohelingen [Rehling, Lkr. Aichach-Friedberg]; 1121 als Zeuge genannt (s. Nr. 438). Im Domnekrolog von Augsburg (15. Jh.; MG Necr. 1, 69) zu 3. non. octobris (5. Oktober) erwähnt mit dem Vermerk, daß er den Domschatz vermehrte und dem Domkapitel ein Gut (predium) in Gabelungen [Gablingen, Lkr. Augsburg; vgl. Riedner, in: AHAug 1, 68 Nr. 149] schenkte; ein Allod in Gouwolteshouen [Gaulzhofen, Lkr. Aichach-Friedberg] übertrug er an Kloster St. Ulrich und Afra. Beides bestätigte 1143 König Konrad III. (MG DD 9, 156 Nr. 88; Hipper, Regesten Ulrich und Afra 3 Nr. 5). Angehörige seiner Familie (Edelfreie) werden 1085 (s. Nr. 352) und 1099 (s. Nr. 369) im Umkreis der Bischöfe von Augsburg erwähnt; vgl. auch HAB Aichach 30. Vielleicht ist der Domkustos Herimann identisch mit dem Domherrn Herimann, der im Schatzverzeichnis genannt ist (s. Nr. 366). Herimann ist als Kustos bis 1130 urkundlich nachgewiesen (s. Nr. 460, 465 und 469); später trat er in das Kloster St. Ulrich und Afra ein (Wittwer, in: ABtmAug 3, 99; Ruf, Bibliothekskataloge 9, 43); vgl. Haemmerle 210.

4) Domscholaster. Gerhoh; seine Tätigkeit an der Domschule in Augsburg ist für die Jahre 1116-1120 und 1122-1124 zu erschließen (s. Nr. 415, 433, 436, 443). Er stammt aus einer in Polling [Lkr. Weilheim-Schongau] ansässigen Familie (s. Classen 13; Bauerreiß, Kirchengeschichte Bayerns 3, 132; diese Familie ist von einer aus Polling bei Mühldorf a. Inn zu unterscheiden; über diese vgl. Tyroller, Gen. Tafeln 521 Nr. 90). Die Annahme, daß er zum Geschlecht der Edelfreien von Weilheim gehörte, trifft sicher nicht zu (Schröder, in: AHAug 6, 820 f; über die Weilheimer s. Tyroller, Gen. Tafeln 400-404; oben Nr. 305). Über Gerhohs Brüder, von denen besonders der Domkanoniker und Notar Rudiger größere Bedeutung für Augsburg hatte, s. oben Nr. 366; ferner Schröder, in: AHAug 6, 819-835; Classen 13 f. Von etwa 1120-1122 im Stift Rottenbuch [Lkr. Weilheim-Schongau], dann bis etwa 1124 wieder in Augsburg wendet sich Gerhoh endgültig dem Chorherrnleben zu und tritt in das Stift Rottenbuch ein (Mois, Rottenbuch 114-119; Classen 29 f). Dann wurde er Pfarrer in Cham (Classen 34 f); ob hierbei die Beziehungen von Bischof Hermanns Familie zu Cham (s. Nr. 366) von Bedeutung waren, lassen die Quellen nicht erkennen. 1132 wurde Gerhoh Propst von Reichersberg [Oberösterreich, Ger.-Bez. Obernberg a. Inn]; dieses Amt hatte er bis zu seinem Tod inne (1169). Über sein umfangreiches theologisches Werk berichtet eingehend mit umfassender Mitteilung der Quellen und der Überlieferung Classen; s. auch Ders., Aus der Werkstatt Gerhochs, in: DA 23 (1967) 31-92. Zu seinen Beziehungen zu Augsburg s. auch oben Nr. 433 und 448; Haemmerle 125 f Nr. 622; Leuze 64; Rückert, in: AHAug 5, 197 f; zu Cham R. Bauerreiß, Honorius von Canterbury (Augustodunensis) und Kuno I., der Raitenbucher, Bischof von Regensburg (1126-1136), in: StMOSB 67 (1957) 311. Zur literarischen Bedeutung s. Manitius 3, 61-67; Verfasserlexikon 3, 1022-1040; Bauerreiß, Kirchengeschichte Bayerns 3, 132-139. Zusammenfassend mit Angabe der wichtigeren neuen Literatur NDB 6, 288 f; HB d. bayer. Geschichte 1, 475-479; 3, 892 f.

Siegel des Domkapitels. Rundsiegel, Durchmesser 65 mm. Siegelbild: Thronende Muttergottes mit Kind auf dem Schoß, zu beiden Seiten ihr zugewendete Gestalten mit gebeugten Knien. Umschrift: S • AFRA • S • MARIA • S • MAGNVS (Sancta Afra, Sancta Maria, Sanctus Magnus). Gut erhalten als durchgedrücktes Siegel an Nr. 470 von 1130 Februar 16 (beide Ausfertigungen). Abbildung: Feist-Helleiner, in: AZ 37, Tafel 2/3 Nr. 2b (verkleinert); vgl. auch ebd. 82. Durch die Bezeichnung der Patronin des Domes von Augsburg (Maria), der Diözesan- und Stadtheiligen (Afra) und des Diözesanpatrons (Magnus) in Bild und Umschrift ist als Siegelinhaber das Domkapitel Augsburg gesichert. Zum Afrakult in Stadt und Diözese Augsburg vgl. Zoepfl, in: Jb. d. Vereins f. Augsburger Bistumsgeschichte 1, 14; die Abbildung der Heiligen auf dem Siegel ist ein wichtiger Beleg für die frühen Beziehungen zwischen Dom (Domkapitel) und Afra-Kirche (bzw. Konvent).

Über den Typus der Domkapitelsiegel, die im 11. und auch noch im 12. Jahrhundert nur auf den Heiligennamen lauten, nicht aber den Ort nennen, s. Kittel, Siegel 413 ff. - Die Angabe von Leuze 85, daß die Siegelführung des Domkapitels von Augsburg erst seit 1173 gesichert sei (unter Hinweis auf die Urkunde in MB 33 I, 44 Nr. 45; Vock, Regesten Hochstift Augsburg 17 f Nr. 36), ist zu berichtigen. - Ob der im Schatzverzeichnis (s. Nr. 366) erwähnte goldene Siegelstempel (sigillum aureum) das Typar des Domkapitels war, ist aus dem Text nicht sicher zu entnehmen. Es ist dies nicht unwahrscheinlich, weil daneben dort noch ein im Besitz des Bischofs befindlicher Stempel genannt ist. Die Verwahrung des Siegelstempels gehörte zu den Aufgaben des Domkustos, der auch für den Domschatz zu sorgen hatte.

1095/96 wurde der Augsburger Domkanoniker Wido als Nachfolger des Bischofs Udalrich zum Bischof von Chur erhoben (Annales Augustani zu 1095 MG SS 3,134; vgl. dazu Loewe, Ann. Aug. 106; Bonin 115; Meyer v. Knonau, Jb. Heinrichs IV. u. Heinrichs V. 4, 463); grundlegend handelt über ihn Meyer-Marthaler, in: Festschr. f. Theodor Mayer 1, 183-203 anhand der im Bündner UB veröffentlichten Quellen; s. auch Histor.-biographisches Lexikon der Schweiz 7, 517. In der zwischen 1106 und 1118 nachweisbaren engen Verbindung Bischof Widos mit Bischof und Domkapitel von Augsburg ist auch dessen Bruder Konrad, ebenfalls Domkanoniker in Augsburg, tätig gewesen; als Bruder Widos wird Konrad ausdrücklich in Nr. 416 und 418 genannt. Wahrscheinlich ist er auch mit dem 1104 erwähnten Domherrn Konrad gleichzusetzen (s. Nr. 383). Wie Bischof Hermann wird Wido im Schreiben Kaiser Heinrichs IV. von 1106 erwähnt (s. Nr. 386). An den für Hermann wichtigen Verhandlungen von 1106/07 ist auch Wido beteiligt (s. Nr. 388, 391, 393). 1117 wird er mit der Untersuchung der gegen Hermann erhobenen Vorwürfe betraut, die er in Augsburg durchführt (s. Nr. 416, 418, 419, 421, 422). 1122 ist Wido gestorben (Meyer-Marthaler 202).

Im Domnekrolog (15. Jh.; MG Necr. 1, 59) ist die Schenkung eines Gutes (predium) in Uettingen [Jettingen, Lkr. Günzburg] durch Bischof Hermann an das Domkapitel erwähnt (s. Nr. 477). Über Domkapitelbesitz in Jettingen vgl. Nr. 253; BA 5, 660; Riedner, in: AHAug 1, 59 Nr. 4.

Güterverzeichnisse des Domkapitels.

I. StadtA Augsburg, Urkundensammlung Nr. 4 (Rückseite von Nr. 3; s. Nr. 302). Druck: Raiser, in: 7. Jber. d. histor. Vereins f. Schwaben und Neuburg (1842) 71 f Nr. 4 (ungenügend); vgl. auch Ders., Guntia 30. Entstanden zwischen 1096, da bei (77/78) vermerkt ist „quod totum dedit bone memorie Sigefridus secundus episcopus“, wodurch der Tod Bischof Siegfrieds II. (s. Nr. 365) vorausgesetzt ist, und 1133, weil bei (68) angegeben ist „predium, quod dedit Rapoto comes pater episcopi H[erimanni]“, woraus zu erschließen ist, daß die Niederschrift zu Lebzeiten Bischof Hermanns stattfand. Nach der Überschrift „Haec sunt praedia oblationes fratrum attinentia“ handelt es sich um die Aufzeichnung von Gütern, die das Kapitel aus Schenkungen erhalten hatte, wofür wohl Seelgeräte auszurichten waren (s. Riedner, in: AHAug 1, 47). Genannte Orte: (1) Husun (vgl. unten Nr. 470), s. auch (62) [Hausen, Lkr. Augsburg (vgl. Dertsch, in: AHAug 6, 335 Nr. 87) oder Lkr. Günzburg (ONB Krumbach 36 Nr. 77)]; (2) Ergisinga [Aresing, Lkr. Neuburg-Schrobenhausen? vgl. Nr. 302]; (3) Burron; s. auch (45) und (70) [wohl Kaufbeuren]; (4) Segilouua [Seglohe, Lkr. Donau-Ries; vgl. Nr. 302]; (5) Uvilluntale [?]; (6) Atinhouen [Ettenhofen, jetzt Burgwalden, Lkr. Augsburg (BA 9, 283)]; (7) Eicherishouen [Eichenhofen, Lkr. Günzburg (BA 5, 651)]; (8) Tunninbuonta [abgeg. bei Dasing, Lkr. Aichach-Friedberg (s. Nr. 103, 302)]; (9) Stocheim [Stockheim, Lkr. Unterallgäu (s. Nr. 302)]; (10) Ruoti [Unter- oder Oberrothan, Lkr. Augsburg (BA 9, 180 und 469) oder Rotten, abgeg. bei Kicklingen, Lkr. Dillingen a. d. Donau (ONB Dillingen 163 Nr. 340) oder Reuten, abgeg. bei Uttenhofen, Lkr. Günzburg (Riedner, in: AHAug 1, 67 Nr. 133; BA 5, 809)]; (11) Bobingin [Bobingen, Lkr. Augsburg (s. Nr. 275, 302)]; (12) Eringen [Langerringen, Lkr. Augsburg (BA 8, 363 ff)]; (13) Lao [Lohe, Lkr. Donau-Ries?]; (14) Hounheim [?]; (15) Imilinistetin [Immelstetten, Lkr. Unterallgäu (BA 9, 63)]; (16) Bilningin [Behlingen, Lkr. Günzburg?]; (17) Balgeheim [Balgheim, Lkr. Donau-Ries]; (18) Zeizhereshouen [Zaisertshofen, Lkr. Unterallgäu (BA 9, 503)]; (19) U ... gsindehouen [?]; (20) Erlingin; s. auch (80) [Erlingen, Lkr. Augsburg (Dertsch, in: AHAug 6, 313 Nr. 5)]; (21) Eislingin [Aislingen, Lkr. Dillingen a. d. Donau (s. Nr. 302)]; (22) Affiltranc [Apfeltrang, Lkr. Ostallgäu (s. Nr. 284)]; (23) Gereshouen [Gersthofen, Lkr. Augsburg (s. Nr. 302)]; (24) Gruonouua [abgeg. Grünau bei Biberbach, Lkr. Augsburg (Dertsch, in: AHAug 6, 359 Nr. 177; vgl. oben Nr. 302)]; (25) Leiboluistetin [?]; (26) Holzisuuanc [Holzschwang, Lkr. Neu-Ulm (s. Nr. 302)]; (27) Steindorf [Lkr. Aichach-Friedberg (s. Nr. 302)]; (28) Bullinisberc [nach Wallner 108 Nr. 1368 kann Bulinsberg mit Spielberg, Lkr. Fürstenfeldbruck identifiziert werden]; (29) Umbinheim [Ohmenheim, Lkr. Aalen]; (30) Haselach [Haslach, Lkr. Ostallgäu (ONB Kaufbeuren 27 Nr. 108)]; (31) Chissingen [Kissing, Lkr. Aichach-Friedberg (s. Nr. 343)]; (32) Bitingouue [Peiting, Lkr. Weilheim-Schongau (s. Nr. 302)]; (33) Hesiluuanc [Flur Höselwang bei Mindelheim (s. Nr. 302)]; (34) Bobingin [s. (11)]; (35) Hvolunstat [Wolferstadt, Lkr. Donau-Ries?]; (36) Ombach [Ober- oder Unterumbach, Lkr. Dachau]; (37) Stubon [Stuben, abgeg. bei Burgau, Lkr. Günzburg (s. Nr. 302)]; (38) Hvaltpach [Ober- oder Unterwaldbach, Lkr. Günzburg (BA 5, 720 und 751)]; (39) Loubon [Lauben, Lkr. Unterallgäu (s. Nr. 302)]; (40) Heitperc [Heimberg, Lkr. Augsburg? (s. Nr. 302)]; (41) Lintaha [Lindach, Lkr. Augsburg (Riedner, in: AHAug 1, 66 Nr. 103)]; (42) Billungisriet [?]; (43) Ruoti [s. (10)]; (44) Heidinheim [Heidenheim, Baden- Württemberg] ; (45) Burron [s. (3)]; (46) Scuzingouue [Kutzenhausen, Lkr. Augsburg? (s. Nr. 302)]; (47) Cherres [verschrieben für Pherres, Pfersee, Stadt Augsburg?]; (48) Eyhach; s. (68) [Aichach? vgl. BA 2, 133]; (49) Otringin [Ettringen, Lkr. Unterallgäu (s. Nr. 302)]; (50) Egilinisriet [Egglinsried, abgeg. Bei Tussenhausen, Lkr. Unterallgäu (BA 9, 418)]; (51) Uirborgin ... rt [?]; (52) Trunchinishouue [?]; (53) Brigirchinga [Prittriching, Lkr. Landsberga.

Lech (Riedner, in: AHAug 1, 85 Nr. 14)]; (54) Lebizingin [Löpsingen, Lkr. Donau-Ries (s. Nr. 307)]; (55) Hvartoluistetin [Wortelstetten, Lkr. Dillingen a. d. Donau (s. Nr. 302)]; (56) Usinhoua [Eisenhofen, abgeg. bei Fischach, Lkr. Augsburg (BA 9, 478)]; (57) Bonstetin [Bonstetten, Lkr. Augsburg (s. Nr. 302)]; (58) Nalles [Nals, Prov. Bozen (s. Nr. 307)]; (59) Boile [Pähl, Lkr. Weilheim-Schongau? (Riedner, in: AHAug 1, 62 Nr. 38)]; (60) Houeheim [Hofheim, Lkr. Garmisch-Partenkirchen (Schröder, in: AHAug 1, 336, 340)]; (61) Hugenhusen [Igenhausen, Lkr. Aichach-Friedberg (BA 4, 169; Riedner, in: AHAug 1, 86 f Nr. 63)]; (62) Husen [s. (1)]; (63) Northaim [Nordheim, Lkr. Donau-Ries (Dertsch, in: AHAug 6, 320 Nr. 30)]; (64) Wilitingen [Weiltingen, Lkr. Ansbach (vgl. BA 3, 533 f)]; (65) Eicheloch [abgeg. bei Feigenhofen, Lkr. Augsburg (Dertsch, in: AHAug 6, 325 Nr. 48) oder abgeg. bei Langerringen, Lkr. Augsburg (BA 8, 399)]; (66) Amaruelt [Ammerfeld, Lkr. Donau-Ries]; (67) Walestat [Waldstetten, Lkr. Günzburg (vgl. BA 5, 462)]; (68) Eichach [s. (48); vgl. Zoepfl, Bischöfe 110 Anm. 2]; (69) Eppinespurch [Eppisburg, Lkr. Dillingen a. d. Donau (vgl. ONB Dillingen a. d. Donau 47 Nr. 96)]; (70) Buron [s. (3)]; (71) Stoufen [Staufen, Lkr. Dillingen a. d. Donau (vgl. ONB Dillingen 183 Nr. 385) oder Stoffen, Lkr. Landsberg a. Lech (vgl. Nr. 352, 369); (72) Liutterenbach [Leuterschach, Lkr. Ostallgäu? (vgl. ONB Marktoberdorf 44 Nr. 120)]; (73) Muccunberc [abgeg. bei Konzenberg, Lkr. Günzburg (BA 5, 689)]; (74) Tviningen [Demmingen, Lkr. Heidenheim (vgl. Riedner, in: AHAug 1, 61 Nr. 33)]; (75) Haginiberc [Althegnenberg, Lkr. Fürstenfeldbruck (vgl. BA 2, 425)]; (76) Gozhershusen [Gessertshausen, Lkr. Augsburg (Dertsch, in: AHAug 6, 334 f Nr. 86)]; (77) Mardingen [Mertingen, Lkr. Donau-Ries (Dertsch, in: AHAug 6, 315 Nr. 16; s. oben Nr. 344)]; (78) Cella [Zusamzell, Lkr. Augsburg (Dertsch, in: AHAug 6, 347 Nr. 136; s. oben Nr. 344)]; (79) Eitingen minor villa [Kleinaitingen, Lkr. Augsburg (s. Nr. 161 und 305)]; (80) Erlingen [s. (20)]; (81) Oitingen [Großaitingen, Lkr. Augsburg (s. Nr. 161 und 305)]. - Eine ungenaue Kopie aus dem 18. Jh. befindet sich im StadtA Augsburg, Kopialbuch I fol. 239 f.

II. Bayer. Staatsbibliothek München, Clm 3739 fol. 68’. Die Handschrift enthält weitere Überlieferungen aus der Zeit Bischof Hermanns: Schatzverzeichnis (s. Nr. 366), Landfrieden von [1104] (s. Nr. 384), Briefe Papst Paschalis II. (s. Nr. 377, 378, vgl. auch Nr. 375) und Schreiben des [Domkapitels Augsburg] (s. Nr. 374). Über die Handschrift vgl. Nr. 378. Druck der Güterliste: Raiser, in: 7. Jber. d. histor. Vereins f. Schwaben und Neuburg (1842) 72 f Nr. 5; Ders., Guntia 30 f. Nach dem Schriftcharakter ist die Entstehung der Niederschrift im Anfang des 12. Jahrhunderts anzunehmen. Datierungshinweise bieten (10) „In Bobingin hobe IIII, deputate ad anniversarium Eberhardi episcopi“ (s. Nr. 275) und die Erwähnung von (22) Sahsbach, die die Verfügung von Bischof Heinrich II. voraussetzt (s. Nr. 285). Es handelt sich um eine Liste von Gütern und Rechten der Domkanoniker, die zu Lehen (beneficia) ausgetan waren. Genannt sind folgende Orte: (1) Alerheim [Lkr. Donau-Ries]; (2) Altheim [Zusamaltheim, Lkr. Dillingen a. d. Donau (Riedner, in: AHAug 1, 62 Nr. 34; vgl. HAB Wertingen 21 f, 86) oder Donaualtheim, ebd. (ONB Dillingen 39 ff Nr. 75)]; (3) Attenburon [Ettenbeuren, Lkr. Günzburg (s. Nr. 284)]; (4) Lederen [Leeder, Lkr. Landsberg a. Lech]; (5) Affaltranc [s. Verz. I (22)]; (6) Smiehon [Schmiechen, Lkr. Aichach-Friedberg]; (7) Husen [s. Verz. I (1)]; (8) Stadelon [Stadel, Lkr. Augsburg]; (9) Sliphesheim [Schlipsheim, Lkr. Augsburg]; (10) Bobingin [s. Verz. I (11)]; (11) Hurbelingin [Hirblingen, Lkr. Augsburg]; (12) Strubingin [Straubing (s. Nr. 382)]; (13) urbe Augusta [Augsburg]; (14) Pferrese [Pfersee, Stadt Augsburg; vgl. Verz. I (47)]; (15) Perga [Stadtbergen, Lkr. Augsburg (Dertsch, in: AHAug 6, 357 Nr. 170)]; (16) Luitericheshouen [Leitershofen, Lkr. Augsburg (Dertsch, in: AHAug 6, 328 Nr. 63)]; (17) Althain [s. (2)]; (18) Gunzeburc [Günzburg]; (19) Gekinga [Göggingen, Stadt Augsburg]; (20) Kissinga [s. Verz. I (31)]; (21) Muron [Mauren, Lkr. Donau-Ries (Riedner, in: AHAug 1, 62 Nr. 44)]; (22) Sahsbach [Sasbach, Lkr. Bühl oder Lkr. Emmendingen (s. Nr. 284)]; (23) Vtenhoua [Uttenhofen, Lkr. Günzburg]; (24) Suntheim [Sontheim, Lkr. Dillingen a. d. Donau (Dertsch, in: AHAug 6, 320 Nr. 32)]; (25) Altheim [s. (2)].

 

Nachtrag:

 

2) Zu den Schenkungen des Domdekans Wernher an das Kloster St. Ulrich und Afra in Augsburg vgl. Bischoff, Schatzverzeichnisse 141 Nr. 138; Hörberg 103 f; Volkert, UuA 114 Nr. 39; HAB Schwaben 112, 477.

3) Zum Domkustos Herimann s. Nr. 479 Ziffer 3 und 4 sowie Nr. 503.

4) Zum Domscholaster Gerhoh von Reichersberg vgl. auch die Literaturnachträge in HB d. bayer. Geschichte 21, 570-575. Über den Augsburger Domkanoniker Wido, der 1095/96 Bischof von Chur wurde, vgl. H. Büttner, Churrätien im 12. Jahrhundert, in: Vorträge und Forschungen 15 (1972) 244ff.

Zum Güterbesitz des Domkapitels vgl. auch Nr. 509 sowie den Nachtrag zu Nr. 302. - Zu Verzeichnis I vgl.: (2) Aresing: HAB Schrobenhausen 59; (4) Seglohe: HAB Nördlingen 333; (6) Ettenhofen: Dertsch, in: AHAug 6, 325 Nr. 51; (7) Eichenhofen: Dertsch, in: AHAug 6, 325 Nr. 48 identifiziert den Ort mit der abgegangenen Einöde Eichelhof bei Salmannshofen [Lkr. Augsburg]; (8) Tunninbiunta: HAB Schwaben II 2, 635; (9) Stockheim: HAB Mindelheim 80; (21) Aislingen: ONB Dillingen 2 Nr. 6; (23) Gersthofen: Dertsch, in: AHAug 6, 327 Nr. 56; Volkert, St. Stephan 91 ff; (29) Ohmenheim: Nr. 516; (31) Kissing: Thummerer, Kissing 56; (37) Stuben: HAB Günzburg 164; (47) Pfersee: HAB Augsburg 199; (49) Ettringen: HAB Mindelheim 11, 71; (50) Egglinsried: HAB Mindelheim 182; (53) Prittriching: HAB Landsberg-Schongau 169; (54) Löpsingen: HAB Nördlingen 338; (55) Wortelstetten: Dertsch, in: AHAug 6, 343 Nr. 118; (66) Ammerfeld und (67) Waldstetten: Nachtrag zu Nr. 305; (72) Leuterschach: ONB Marktoberdorf 44 Nr. 420; sprachlich wäre auch die Identifizierung mit Lauterbach [Lkr. Günzburg] oder Lauterbach [Lkr. Donau-Ries] möglich; s. HAB Krumbach 29; HAB Wertingen 70; (74) Sprachlich wäre auch die Identifizierung mit Deiningen [Lkr. Donau-Ries] möglich. - Über die Orte vgl. Jahn 255-301; zur Datierung (um 1104): Ebd. 310-314. - Zu Verzeichnis II vgl.: (12) Straubing: HAB Straubing 31 ff; (13) Augsburg: HAB Augsburg 113 f; (15) Stadtbergen: Nr. 479 Ziffer 1; (20) Kissing: Thummerer, Kissing 56; (21) Muron ist mit Mauern [Lkr. Neuburg-Schrobenhausen] zu identifizieren; dort ist Domkapitelbesitz vielfach nachgewiesen (BA 2, 694, 699 f; vgl. Nr. 509); Mauren [Lkr. Donau-Ries] kommt nicht in Frage (BA 3, 1130; dort ist die moderne Namensform aus Mauern in Mauren zu berichtigen). Notizen über Güter des Domkapitels aus der Zeit um 1100 sind überliefert im StadtA Augsburg, Urkundensammlung Nr. 6; vgl. dazu HAB Augsburg Land 246 f.

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Empfohlene Zitierweise

RIplus Regg. B Augsburg 1 n. 367, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/e7e55ea7-486d-4479-bcac-66293ed92901
(Abgerufen am 20.02.2018).

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