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RIplus | SFG: Bischöfe und Domkapitel von Augsburg - Bd. 1: Wikterp - Walther I. von Dillingen (769-1152)

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Die Ungarn belagern die Stadt (Augusta), können sie jedoch nicht einnehmen, ziehen weiter nach Alamannien hinein.

Überlieferung/Literatur

Ekkehardi (IV.) casus s. Galli cap. 51 und 60 (11. Jh.) St. Galler Mitt. 15, 193 f und 222 ; Annales Palidenses zu [924] (12. Jh.) MG SS 16, 60 f; Sächsische Weltchronik (13. Jh.) MG Deutsche Chroniken 2, 159.

Kommentar

Die Zeit dieses Ungarneinfalls ist gesichert durch die Annales Alamannici (St. Galler Mitt. 19, 264) und durch die Mitteilung der Annales Sangallenses maiores, daß die Ungarn wenige Tage nach dem Tod Herzog Burchards (926 April 29) St. Gallen zerstörten (St. Galler Mitt. 19, 282; vgl. Waitz, Jb. Heinrichs I. 385 f; RI 2 Nr. 12e; Reindel, Luitpoldinger 138 Nr. 66; zu diesem Ungarnzug vgl. auch Homan 1, 122).

Von der Belagerung Augsburgs berichtet als erster Ekkehard, dem darüber zuverlässige Quellen vorgelegen haben dürften, da er an zwei Stellen seiner „Casus“ deutlich darauf zu sprechen kommt. Welcher Art jedoch die Mitwirkung Udalrichs bei der Abwehr war, kann nicht näher festgestellt werden (Ungri ... Augustaque diu obsessa precibus Uodalrici episcopi … repulsi; vgl. Zoepfl, Lebensbilder 1, 40). - Augsburg hatte auch während der Bischofszeit Hiltines unter den ungarischen Einfällen zu leiden gehabt. Die Vita Udalrici cap. 1 (MG SS 4, 387) berichtet, daß sich Udalrich gleich zu Beginn seines Episkopats um den Wiederaufbau der durch Brand und Raub verheerten Stadt bemüht habe (bei den genannten „pagani“ kann es sich nur um Ungarn handeln). Es werden die Ungarneinfälle von 910, 913 und 917 großen Schaden gebracht haben; 910 kam es wohl auf dem Lechfeld (secus Lemanni fluminis campos) bei Augsburg (Augustam, quae est in Suevorum, Bagoariorum seu orientalium Francorum confinio civitas) zur Schlacht zwischen dem ungarischen Heer und dem Aufgebot unter König Ludwig d. K., in der die Ungarn Sieger blieben (RI 21 Nr. 2064 b; Dümmler, Ostfr. Reich 23, 557; Reindel 94-98, Nr. 51; Homan 1, 115). Von der Mitwirkung einer bischöflichen Streitmacht ist nichts überliefert. Zu den Ereignissen von 913 vgl. RI 21 Nr. 2088a; Reindel 103-106, Nr. 54; zu 917 RI 21 Nr. 2101c.

 

Nachtrag:

 

Über die aus der Vita Udalrici cap. 1 abgeleiteten Baumaßnahmen Udalrichs, besonders auch am Dom, vgl. Nr. 197; Volkert, St. Stephan 53; Sage, in: Archäologisches Korrespondenzblatt 9, 440; zum Dom vgl. auch Nr. 11 (mit Nachtrag). Zur Bautätigkeit Bischof Udalrichs s. auch W. Giese, Zur Bautätigkeit von Bischöfen und Äbten des 10. bis 12. Jahrhunderts, in: DA 38 (1982) 391 ff. Zur Frage, ob St. Afra schon vor 955 beschädigt oder zerstört worden war, s. Volkert, UuA 100 f Nr. 10.

Zu Ekkehardi casus s. Galli cap. 51 und 60 vgl. Haefele 114, 130. Über das Vordringen der Ungarn bis St. Gallen vgl. J. Duft, Die Ungarn in Sankt Gallen (Bibliotheca Sangallensis 1, 1957) 12, 15 ff. Zu den Ungarnzügen im allgemeinen s. G. Spitzlberger, Die Ungarnstürme des 10. Jahrhunderts (Beiträge zur Heimatkunde von Niederbayern, 1967) 132-176.

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Empfohlene Zitierweise

RIplus Regg. B Augsburg 1 n. 105, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/e38e7a78-65e0-4d51-a540-e081c0bf94ff
(Abgerufen am 23.10.2018).

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