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RIplus | SFG: Bischöfe und Domkapitel von Augsburg - Bd. 1: Wikterp - Walther I. von Dillingen (769-1152)

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Papst Gregor VII. fordert Erzbischof Siegfried von Mainz auf, zu der in der ersten Woche der Fastenzeit (in prima septimana quadragesime) [1075 Februar 22-28] angesetzten Synode mit den Suffraganbischöfen Otto von Konstanz, Wernher von Straßburg, Heinrich von Speyer, Herimann von Bamberg, Embriko von Augsburg (Augustensis) und Adalbero von Würzburg nach Möglichkeit zu erscheinen. Bei Verhinderung durch Krankheit solle der Erzbischof vertrauenswürdige Vertreter senden, die dem Papst über jene Untersuchungen berichten könnten, welche er auf alle Fälle über den Amtsantritt (introitus) und die Lebensführung (conversatio) der genannten Bischöfe aufs sorgfältigste anstellen solle. Daß aus des Erzbischofs Provinz (parroechia) eine größere Zahl von Bischöfen eingeladen sei als aus anderen, hänge mit deren großem Umfang und der Tatsache zusammen, daß in ihr einige nicht lobenswerten Rufes (non laudande opinionis) seien. - Data Rome 2. nonas decembris, indictione 13.

Überlieferung/Literatur

Gregorii VII. Registrum, lib. II n. 29, MG EE sel. 2 I, 161 f (mit Angabe der älteren Drucke); Stimming, Mainzer UB 1, 234 Nr. 339. - JL 1, 602 Nr. 4811 (zu 1073 Dezember 12); Böhmer-Will 1, 202 Nr. 104; Ladewig-Müller 1, 65 Nr. 501 (zu 1073 Dezember 12); Wentzcke 1, 282 Nr. 308 (zu 1073 Dezember 12); v. Guttenberg 229 f Nr. 449; GP 2 I, 31 Nr. 10; 127 Nr. 14; 3 III, 11 Nr. 20; 93 Nr. 8; 180 Nr. 14; 256 Nr. 20.

Kommentar

Jahr und Tag des Papstbriefes ergeben sich aus der Indiktionsangabe (griechische Indiktion mit Epochenwechsel am 1. September; s. Grotefend, Taschenbuch 9) und der Tagesangabe des römischen Kalenders sowie der Überlieferung im Gefüge des Originalregisters Gregors VII. Die von E. Dünzelmann, Die chronologischen Noten des Registrum Gregorii VII., in: FDG 15 (1875) 523 ff und K. Beyer, Über die Datierung einiger Briefe im Registrum Gregorii VII. und im Codex Udalrici, in: FDG 21 (1881) 410 f aus Gründen des Papstitinerars zu 1073 Dezember 12 (unter Änderung von „nonas“ in „idus“) eingeführte Rückdatierung ist nicht statthaft, wenngleich diese Zeitfestsetzung in zahlreiche Untersuchungen übernommen wurde (vgl. die obengenannten Regestenwerke; ferner Meyer v. Knonau, Jb. Heinrichs IV. und Heinrichs V. 2, 305; Hauck, KG Deutschlands 3, 772; Zoepfl, Bischöfe 99). Letztgültig und überzeugend ist die Begründung des Zeitansatzes 1074 Dezember 4 durch E. Caspar in MG EE sel. 2 I, 161 Anm. 6 und 162 Anm. 13; so auch Erdmann, Briefliteratur 248 ff; Wendehorst, Germania sacra Würzburg 105. - Die angeordneten Untersuchungen gegen die genannten Bischöfe führte Siegfried von Mainz nicht durch; sein Entschuldigungsschreiben von Anfang 1075 nennt in wenig überzeugender Weise als Grund Zeitmangel (Stimming, Mainzer UB 1, 240 f Nr. 345; Böhmer-Will 1, 199 f Nr. 94 irrtümlich zu 1074 Februar; v. Guttenberg 231 Nr. 452). Konkrete Klagen gegen Embriko lagen offensichtlich nicht vor (s. Nr. 329). Wie aus dem Brief Gregors VII. an König Heinrich IV. von 1074 Dezember 7 hervorgeht, standen vor allem die Bischöfe Wernher von Straßburg, Heinrich von Speyer und Herimann von Bamberg im Verdacht simonistischen Verhaltens (MG EE sel. 2 I, 163 ff Nr. II, 30; v. Guttenberg 230 f Nr. 451; Erdmann, Briefliteratur 248, 251, 253); zu Herimann von Bamberg s. Nr. 331, 332; vgl. auch Gebhardt-Grundmann 81, 256 und 91, 336 ff; HB d. bayer. Gesch. 3, 64 f.

Über die Beziehungen Erzbischof Siegfrieds von Mainz zum Papst vgl. auch R. Schieffer, Die Romreise deutscher Bischöfe im Frühjahr 1070, in: Rheinische Vjbll. 35 (1971) 163.

 

Nachtrag:

 

Regest: GP 4, 103 Nr. 157. Vgl. Schieffer, Investiturverbot 113.

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Empfohlene Zitierweise

RIplus Regg. B Augsburg 1 n. 328, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/dbbae20e-59cf-4e77-a4ec-d40f6439752f
(Abgerufen am 18.02.2018).

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