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RIplus | SFG: Bischöfe und Domkapitel von Augsburg - Bd. 1: Wikterp - Walther I. von Dillingen (769-1152)

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Vom Domkapitel (fratres, clerus) wird durch Wahl der Domkanoniker und Propst von St. Mauritius [in Augsburg] Wigolt zum Bischof bestimmt.

Überlieferung/Literatur

Bertholdi annales (11. Jh.) MG SS 5, 301; Annales Augustani (11. Jh.) MG SS 3, 129.

Kommentar

Namensformen: Wigoltus, Wigoldus, Wigaldus, Wigboldus, Guigo. - Nach den gregorianisch gesinnten Annalen Bertholds fand kurz nach Bischof Embrikos Tod (s. Nr. 340) eine kanonische Wahl durch das Domkapitel statt; bei der Erwähnung der Einsetzung Wigolts (s. Nr. 346) wird der Kreis der Wählenden erweitert geschildert. Aus dieser Wahl sei allein Wigolt hervorgegangen, den zu ernennen sich König Heinrich weigerte; an seiner Stelle wurde Siegfried zum Bischof bestellt (s. Nr. 342).

Die Annales Augustani lassen möglicherweise eine zwiespältige Wahl erkennen, die jedenfalls vor dem Erscheinen des Königs in Augsburg stattgefunden haben muß (s. Nr. 342). Als unrechtmäßiger Bischof wird Wigolt bezeichnet vom Liber de unitate ecclesiae II cap. 19 und 36 (MG Lib. de. Lite 2, 236, 264; s. Nr. 346, 354). Die Chronik Frutolfs (s. Nr. 350) und Annalista Saxo (MG SS 6, 721) nennen Wigolt Domkanoniker von Augsburg (s. Nr. 305); dies geht eindeutig auch aus den Annales Augustani hervor. Annales Bertholdi heben seine positiven Eigenschaften hervor (venerabilis multum et bene litteratus clericus). Auf Wigolts Einsetzung nimmt auch das um 1099 entstandene Schreiben des Domkapitels von Augsburg an Bischof Hermann Bezug (s. Nr. 374). Vgl. auch Bonin 12 f. - Angaben über Wigolts Herkunft fehlen. Welcher Art seine Beziehungen zu dem Stift Rottenbuch waren, in dessen Nekrolog sein Name erscheint (s. Nr. 357), ist nicht belegt (vgl. dazu Mois, Rottenbuch 108 f). Da er vor allem im südlichen Teil der Diözese Augsburg Rückhalt fand (vgl. Nr. 356), wäre es denkbar, daß er mit dem dort benachbarten päpstlich eingestellten Chorherrenstift engeren Kontakt hatte. Schon von der augsburgischen Historiographie des 12. Jahrhunderts wurde Wigolt als Gegenbischof bezeichnet, der nicht in die Bischofskataloge aufgenommen wurde (vgl. dazu Zoepfl, Bischöfe 102). - Zusammenfassende Literatur über Wigolt: Braun, Bischöfe 2, 1-14; Baumann, Allgäu 1, 258 ff; Zoepfl, Investiturstreit 309-314; Zoepfl, Bischöfe 102-107.

 

Nachtrag:

 

Zur Wahl Wigolts vgl. P. Schmidt, Der Begriff der kanonischen Wahl in den Anfängen des Investiturstreits (1926) 193 f sowie Schieffer, Investiturverbot 157 f; Vogel, Gregor VII. und Heinrich IV. 88 f.

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Empfohlene Zitierweise

RIplus Regg. B Augsburg 1 n. 341, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/d95ce3d0-3311-46d1-a02f-3dd7a18fe3ff
(Abgerufen am 19.06.2018).

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