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RIplus | SFG: Bischöfe und Domkapitel von Augsburg - Bd. 1: Wikterp - Walther I. von Dillingen (769-1152)

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Bischof Embriko stirbt; er wird im Dom von Augsburg beigesetzt. - 3. kal. aug.

Überlieferung/Literatur

Annales Augustani (11. Jh.) MG SS 3, 129; Bertholdi annales (11. Jh.) MG SS 5, 296, 301; Bernoldi chronicon (11. Jh.) MG SS 5, 434; Annales necrologici Prumienses (12. Jh.) MG SS 13, 222; Anniversar von St. Gertrud in Augsburg (15. Jh.) HStA München, Kloster Augsburg-St. Gertrud Lit. Nr. 1, 42; Liber anniversariorum ecclesiae maioris Augustensis (15./16. Jh.) MG Necr. 1, 66; Necrologium monasterii s. Udalrici Augustensis civitatis (16. Jh.) ebd. 125; Necrologium Ottenburanum (12. Jh.) ebd. 111; Necrologium monasterii Altahae inferioris (12. Jh.) ebd. 4, 53. - GP 2 I, 32 Nr. 12; 113 Nr. 5; Lehmann-Brockhaus 21 Nr. 75.

Kommentar

Das glaubwürdige Datum (3. kal. aug.) überliefern die Augsburger Annalen; Bernold gibt an „ca. kalendas julii“. Demgegenüber treten die Angaben des Nekrologs von Niederalteich (4. non. aug.) an Glaubwürdigkeit zurück. Den Ort der Beisetzung im Dom vor dem Kreuzaltar („ante crucem“) nennt das Totenbuch des Augsburger Domes; zur Lokalisierung im Langhaus der unter Embriko geweihten Bischofskirche (vgl. Nr. 312) s. Schröder, in: AHAug 6, 280 f; möglicherweise besteht ein Zusammenhang mit der Erneuerung eines Kreuzes durch Embriko, das bei oder über dem Altar aufgehängt war (s. Nr. 304). - Während die Augsburger Annalen den Tod Embrikos mit ehrenden Worten kommentieren, bringen die Annalen Bertholds (zur Verfasserschaft s. Nr. 335) und davon abhängig Bernolds Chronik in der ihnen eigenen antikaiserlichen Haltung die Nachricht vom unglücklichen Tod nach dem frevelhafterweise zugunsten Heinrichs IV. veranstalteten Gottesurteil (s. Nr. 337) in Zusammenhang mit Embrikos Abfall vom Papst, weshalb er ohne Kommunion habe zugrunde gehen müssen (vgl. dazu H. L. Mikoletzky, Der „fromme“ Kaiser Heinrich IV., in: MIÖG 68 [1960] 256). Berthold berichtet weiter, daß Herzog Welf IV. von Baiern dies sofort Papst Gregor VII. mitgeteilt habe, der ihm antwortete, er habe dies vorhergesehen.

Die Anschauung, daß ein plötzlicher Tod ohne Kommunion ein Strafgericht Gottes ist und daß zahlreiche politische Gegner des Papstes durch ihre Stellungnahme den Anspruch auf die Seligkeit verlieren, erscheint in der Literatur des Investiturstreites unter den gregorianisch eingestellten Schriftstellern als häufiger Topos (vgl. dazu A. Schönbach, Studien zur Erzählungsliteratur des Mittelalters, in: Sitzungsberichte der philosophisch-historischen Klasse der Akademie der Wissenschaften Wien 145 [1903] 84 f; Wattenbach-Holtzmann 519; Meyer v. Knonau, Jb. Heinrichs IV. u. Heinrichs V. 3, 62 f Anm. 97; 72 Anm. 109; GP 2 I, 32 Nr. 12, 113 Nr. 5). - Über Herzog Welf IV., dem auf der Versammlung in Ulm 1077 Mai (s. Nr. 337) das Herzogtum Baiern abgesprochen worden war und der gerade in den Monaten kurz nach diesem Ereignis sehr heftigen Groll gegen Heinrich IV. und seine Parteigänger gehegt haben mag, s. HB d. bayer. Geschichte 1, 248 f; 3, 847. - Über die Stelle der Beisetzung Embrikos im Mittelschiff des Domes vgl. Weber 8, 11.

 

Nachtrag:

 

Zum Nekrolog-Eintrag in Ottobeuren s. Keller, in: ZGOR 112 NF 73, 410.

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Empfohlene Zitierweise

RIplus Regg. B Augsburg 1 n. 340, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/d7c01818-8b0d-4129-a8ee-1da80ae1d0a9
(Abgerufen am 21.02.2018).

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