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RIplus | SFG: Bischöfe und Domkapitel von Augsburg - Bd. 1: Wikterp - Walther I. von Dillingen (769-1152)

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König Arnolf überträgt Bischof Adalpero von Augsburg (Adelbero Augustensis episcopus vir magne in Christo gravitatis et reverentie) die Leitung des Klosters Lauresham [Lorsch, Lkr. Heppenheim/ Bergstraße] unter Aufhebung der freien Abtwahl durch die Mönche wegen der von Bischöfen und Laien vorgebrachten Klagen über die im Kloster eingerissenen Mißstände.

Überlieferung/Literatur

Abschrift im Chronicon Laureshamense cap. 52 (12. Jh.) HStA München, Erzstift Mainz Lit. 19 fol. 12’; Drucke: M. Freher, Rerum Germanicarum SS (11600, hier nach 31717) 1, 115. Die von Freher abhängigen Drucke des 17. und 18. Jh. s. bei Pertz, MG SS 21, 335 f und Glöckner 1, 59 f; CD et variarum traditionum antiquissimi monasterii Laureshamensis ... (Typis Mon. Tegernseensis 1766) 98 ; [A. Lamey], Codex principalis Laureshamensis 1, 94 ; K. A. F. Pertz, Chronicon Lauresham. MG SS 21, 380; K. Glöckner, Codex Laureshamensis 1, 334. - Vgl. Nr. 61.

Kommentar

Die Nachricht von der Einsetzung Adalperos in Lorsch zur Wiederherstellung geordneter Verhältnisse in der Abtei ist ohne Zeitangabe im Chronicon Lauresham. erwähnt. Die Urk. Arnolfs von 897 Januar 30 gibt einen Hinweis zur Einreihung: Die Klagen über die wegen der Sorglosigkeit und Nachlässigkeit der Äbte eingerissenen Mißstände in Lorsch seien ihm „ante biennium et etiam sepe antea“ vorgebracht worden. Dies legt nahe, daß Adalpero auf der Versammlung von Tribur (Nr. 55) den Auftrag für Lorsch erhielt (so auch Dümmler, Ostfr. Reich 23, 454; Glöckner, Codex Laureshamensis 1, 334 Anm. 3 zu Kap. 52).

Auf 895 deutet auch die Angabe der fünfjährigen Regierungszeit Adalperos im Abtkatalog von Lorsch, allerdings zum Jahr 888 (MG SS 13, 371). Adalpero erscheint zum letzten Mal 900 in einer Lorscher Urk. (Nr. 74). Der Todestag von Adalperos Vorgänger, Abt Gerhard, ist nicht einwandfrei zu ermitteln; es kommen 893 Juni 14 und 895 Juni 14 in Frage (Chron. Lauresh. cap. 45, Glöckner 1, 327 f; 3, 25 Nr. 2360). Gegen das erste Datum spricht, daß die Abtei dann 2 Jahre vakant gewesen wäre (D. Neundörfer, Studien zur ältesten Gesch. des Kl. Lorsch 21 f), gegen das zweite, daß die sehr einleuchtende Verbindung mit der Triburer Synode dann nicht herzustellen wäre (die Angaben von F. Falk, Gesch. des ehem. Klosters Lorsch an der Bergstraße 43 f über Adalpero sind nicht voll richtig).

 

Nachtrag:

 

Vgl. auch F. Knöpp (Hg.), Die Reichsabtei Lorsch 1 (1973) 90 f, 257-260; 2 (1977) 386 f. Zum Traditionsbuch des Klosters Lorsch s. Wattenbach-Schmale 141 f.

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Empfohlene Zitierweise

RIplus Regg. B Augsburg 1 n. 56, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/d6fde48a-66a1-46ed-b79a-1cd2b631f1a3
(Abgerufen am 19.02.2018).

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