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RIplus | SFG: Bischöfe und Domkapitel von Augsburg - Bd. 1: Wikterp - Walther I. von Dillingen (769-1152)

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Bischof Siegfried, Herzog Friedrich [I. von Schwaben] und Graf Ratpoto [V.] erobern und zerstören die Burg Sibeneich [Kirch-Siebnach, Lkr. Unterallgäu], wobei die Verteidiger, soweit sie nicht bei den Kämpfen umkommen, gefangengenommen werden. - 6. id. aug.

Überlieferung/Literatur

Annales Augustani (11. Jh.) MG SS 3, 130.

Kommentar

Es handelt sich offensichtlich um eine auf welfischem Besitz auf Veranlassung Welfs IV. erbaute Burg; möglicherweise gingen von hier die Aktionen Welfs im Jahr 1082 aus, bei denen Hintersassen des Bischofs oder des Domkapitels umgekommen waren (Annales Augustani zu 1082, MG SS 3, 130; vgl. Loewe, Ann. Aug. 73; quosdam de familia sancte Marie). Die Zugehörigkeit zum Welfen-Gut ergibt sich daraus, daß von 1147 an dort welfische Ministerialen als Burgmannen nachweisbar sind (BA 9, 309 ff; HAB Mindelheim 9). - Herzog Friedrich war 1079 von König Heinrich in Schwaben eingesetzt worden; er ist der erste aus dem Haus der Staufer in dieser Würde (vgl. über ihn Weller, Gesch. des Schwäbischen Stammes 251; NDB 5, 588 f mit weiterer Lit. [591]). Graf Ratpoto V. aus der Familie der Ratpotonen-Diepoldinger hatte 1082 das baierische Pfalzgrafenamt erhalten (Tyroller, Gen. Taf. 182, 186 f; HB d. bayer. Geschichte 1, 335). Über die Familie vgl. auch Nr. 288 und 366.

 

Nachtrag:

 

Zu Herzog Friedrich I. von Schwaben vgl. K. Schreiner, Die Staufer als Herzöge von Schwaben, in: Die Zeit der Staufer 3 (1977) 7 f; H. Decker-Hauff, Das Staufische Haus, in: Ebd. 346 Nr. 21.

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Empfohlene Zitierweise

RIplus Regg. B Augsburg 1 n. 349, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/d56fce37-c4e3-4d32-a591-18bd2d7ffbec
(Abgerufen am 21.02.2018).

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