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RIplus | SFG: Bischöfe und Domkapitel von Augsburg - Bd. 1: Wikterp - Walther I. von Dillingen (769-1152)

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König Heinrich II. fordert die von 35 Bischöfen besuchte Generalsynode zur Billigung seines Plans auf, mit Unterstützung der Königin Kunigunde und seines Bruders und Miterbens (unici fratris et coheredis mei) [Bischof Bruno von Augsburg], deren Einbußen zu ersetzen er verspricht, auf seinen eigenen Erbgütern ein Bistum zu Bavanberge (Bavenberg) [Bamberg] zu gründen. Die Versammlung möge verhindern, daß an der Ablehnung des nicht anwesenden Bischofs Heinrich von Würzburg die Ausführung seines Vorhabens scheitere, zu dem Papst Johann XVIII. auf die Vorstellung einer königlichen Gesandtschaft [in Rom; Ende Juni 1007] seine Einwilligung gegeben habe. Nachdem der Kaplan Beringer, Abgesandter des Bischofs von Würzburg, die Anwesenden zur Ablehnung des Vorhabens aufgefordert hatte, bittet Erzbischof Willigis von Mainz um das Urteil; [Erzbischof] Tagino [von Magdeburg] stimmt als erster dem Antrag des Königs zu, dem sich alle anderen anschließen. Sie erteilen durch die Unterzeichnung des Synodalprotokolls ihre Zustimmung. - Kal. nov., Frankonofurt. Anwesend: Erzbischof Willigis von Mainz, die Bischöfe Rather von Paderborn, Megingaud von Eichstätt, Bernward von Hildesheim, Lambert von Konstanz, Arnolf von Halberstadt, Odelrich von Chur, Burchard von Worms, Werinhar von Straßburg, Walther von Speyer, Bruno von Augsburg (Augustensis interfui, collaudavi et subscripsi), Erzbischof Liudolf von Trier, die Bischöfe Berachtold von Toul, Heimo von Verdun, Erzbischof Hartwig von Salzburg, die Bischöfe Christian von Passau, Gebehard von Regensburg, Egilbert von Freising, Adalbero von Brixen, Erzbischof Heribert von Köln, die Bischöfe Suidger von Minden, Thietmar von Osnabrück, Erzbischof Tagino von Magdeburg, Bischof Hildiward von Zeitz, die Erzbischöfe Burghard von Lyon, Baldold von Tarantaise, Anastasius von Ungarn, die Bischöfe Adalbero von Basel, Hugo von Genf, Heinrich von Lausanne, Eckehard von Schleswig, Alberich von Como, Richolf von Triest.

Überlieferung/Literatur

MG DD 3, 169 ff Nr. 143 (nach unbesiegeltem Or. im HStA München); MG Const. 1, 59 f Nr. 29. - Thietmari Merseburgensis episcopi chronicon VI, 30 ff (11. Jh.) MG SS rer. Germ. n. s. 9, 310-313; Trillmich 276. - v. Guttenberg, Reg. Bamberg 17-21 Nr. 33 f (Zusammenstellung der weiteren erzählenden Quellen zur Gründung Bambergs); Böhmer-Will 1, 140 Nr. 157; Goerz, Mittelrheinische Regesten 1 Nr. 1172; Ladewig-Müller 1, 54 Nr. 417; Dobenecker, Reg. Thur. 1 Nr. 616; Wentzcke 1, 265 Nr. 223; Heidingsfelder 53 Nr. 147; Oediger 1, 184 Nr. 613; GP 3 III, 245; Boye, NA 48, 73.

Kommentar

Auf der Synode zu Pfingsten 1007 (25. Mai) in Mainz (vgl. dazu Wenner, Rechtsbeziehungen 156 f), auf der Heinrich II. die vorbereitenden Verhandlungen pflog, war Bruno nicht anwesend. Er war auch nicht in den Gang der Verhandlungen mit Papst Johann XVIII. eingeschaltet (grundlegend hierzu v. Guttenberg, Reg. Bamberg 13-17 Nr. 25-32). Das Versprechen Heinrichs II., seine Gemahlin Kunigunde und seinen Bruder Bruno für die entgangenen Erbteile zu entschädigen, bringt der Zeitgenosse Thietmar von Merseburg. Näheres über eine Entschädigung Brunos ist nicht bekannt (vgl. Nr. 237). - Das im Original erhaltene Synodalprotokoll (HStA München, Hochstift Bamberg Urk. 21) trägt bei den Namen der unterzeichnenden Erzbischöfe und Bischöfe jeweils ein eigenhändig gezeichnetes Kreuz. Das von Bischof Bruno gezeichnete Kreuz steht über der Zeile mit seinem Namen (vgl. zu den Unterschriften bes. MG DD a. a. O. Vorbemerkung). - Papst Johann XVIII. hatte in einem eigenen Sendschreiben die Bischöfe Galliens und Germaniens aufgefordert, der Bistumsgründung zuzustimmen; der Brief ist nur mehr aus der Narratio des Synodalprotokolls zu erschließen (v. Guttenberg 16 Nr. 30). - Über die Motive Heinrichs II. zur Gründung und Ausstattung des Bistums Bamberg vgl. die bei Gebhardt-Grundmann, Hdb. 81, 218 Anm. 7 und Oediger 1, 184 Nr. 613 verzeichnete Literatur, dazu auch W. G. Neukam, Das Hochstift Würzburg und die Errichtung des Bistums Bamberg, in: Würzburger Diözesangeschichtsblätter 14/15 (1952) 147 ff; Wendehorst, Btm. Würzburg 1, 79 f; J. Kist, Fürst- und Erzbistum Bamberg (Bamberg 31962) 15 f, 155 f, 177-181.

 

Nachtrag:

 

Druck: Dokumente zur Geschichte von Staat und Gesellschaft in Bayern I 1 (1974) 246 f Nr. 202. - Regest: GP 4, 86 Nr. 100; RI 2, 938 Nr. 1646 (s. auch Nr. 1645 a); Regest und Abbildung: Bayerns Kirche im Mittelalter (1960) 44 Nr. 220 Abb. 24; Aus 1200 Jahren (Ausstellungskataloge der staatlichen Archive Bayerns 11, 1979) 28 ff Nr. 14; Kirche in Bayern (Ebd. 17, 1984) 27-31 Nr. 5. - Zur Unterfertigung s. W. Schlögl, Die Unterfertigung deutscher Könige von der Karolingerzeit bis zum Interregnum durch Kreuz und Unterschrift (Münchener Historische Studien, Abt. Geschichtliche Hilfswissenschaften 16, 1978) 59. - Weitere Literatur zur Gründung des Bistums Bamberg s. Gebhardt-Grundmann 91, 293 Anm. 12; Wattenbach-Holtzmann 71+; HB der bayer. Geschichte 3, 56-60; Benz, Kirchweihe 125, 132 f.

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Empfohlene Zitierweise

RIplus Regg. B Augsburg 1 n. 222, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/d4d4e6fc-bfe0-4d37-993b-7bbec7a3dbcd
(Abgerufen am 20.02.2018).

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