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RIplus | SFG: Bischöfe und Domkapitel von Augsburg - Bd. 1: Wikterp - Walther I. von Dillingen (769-1152)

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Unter Vorsitz des Erzbischofs Aribo von Mainz und in Anwesenheit Kaiser Konrads II. tritt eine Synode zusammen. Sitzordnung: Auf den Stufen des Hochaltars der Domkirche sitzt Erzbischof Aribo, zu seiner Rechten die Bischöfe Werinhar von Straßburg, Eberhard von Bamberg, Meginhard von Würzburg, Godehard von Hildesheim, Azecho von Worms; zu seiner Linken Bruno von Augsburg, Meinwerk von Paderborn, Wigger von Verden, Branthoch von Halberstadt. Auf einem erhöhten Thron an der Westseite des Chors sitzt der Kaiser (zu seinen Füßen Herzog Adalbero von Kärnten; die beiden einzigen Laien); zur Rechten des Kaisers Erzbischof Piligrim von Köln mit seinen Suffraganbischöfen Sigibert von Minden, Sigifried von Münster und Benno von Utrecht; zu seiner Linken Erzbischof Hunfried von Magdeburg mit den Suffraganbischöfen Hildiward von Zeitz, Bruno von Merseburg, Livizo von Brandenburg und Dietrich von Meißen; an der Ostseite des Chors sitzen die Bischöfe Rambert von Verdun, Hiltolf von Mantua, Reinold von Oldenburg, Rudolf von Schleswig; an der Nordseite die Äbte Richard von Fulda, Arnolf von Hersfeld, Gerward von Mainz, Iko von Bleidenstadt, Wolfher von Münsterschwarzach und Willimund von Würzburg. Es werden behandelt: die Ehesache des Grafen Otto von Hammerstein und seiner Gemahlin Irmingard; die Anklagen gegen die Frauen Goderun und Willekuma; die Angelegenheit des Gebehard, [Stief-]Bruders des Kaisers; die Auseinandersetzung des Erzbischofs Aribo und Bischof Godehards von Hildesheim wegen der Diözesanzugehörigkeit des Stiftes Gandersheim. Durch seinen Sprecher (concionator), Bischof Bruno von Augsburg, bittet Bischof Godehard um die Entscheidung der Synode darüber, ob das Zeugnis von Laien und Klerikern dem von drei Bischöfen vorgezogen werden könne (vgl. Nr. 248). Nachdem das bischöfliche Zeugnis als das maßgebliche erkannt war, beschließt die Synode auf Antrag Werinhars von Straßburg, die an der Versammlung von 1007 in Gandersheim anwesenden Bischöfe über deren Beschlüsse zu hören (vgl. Nr. 219). Als erster antwortet Bruno von Augsburg, er habe [1007 Januar 25 in Gandersheim] gehört und gesehen, daß Erzbischof Willigis von Mainz auf die „parochia“ Gandersheim zugunsten Bischof Bernwards von Hildesheim verzichtet habe; er selbst habe in der Kirche (Hl.-Kreuz- Altar) und im Nonnenkloster Weihehandlungen vorgenommen. Die Bischöfe Meinwerk von Paderborn, Eberhard von Bamberg, Meinhard von Würzburg, Sigibert von Minden, Hildiward von Zeitz und Bruno von Merseburg sagen das gleiche aus. - 8. kal. octob.; postera die, quae tunc dominica illuxit.

Überlieferung/Literatur

MG Const. 1, 85 f Nr. 41 (unbeglaubigte Abschr. des Bischofs Godehard von Hildesheim; nach Hs. des 15. Jh. der Herzog- August-Bibliothek Wolfenbüttel); 86 Nr. 42 (Liste der anwesenden Bischöfe und Äbte nach Hs. 11. Jh. Wolfenbüttel); Wolfherii vita Godehardi episcopi prior cap. 31-33 (11. Jh.) MG SS 11, 190 ff; Wolfherii vita Godehardi episcopi posterior cap. 23 (11. Jh.) MG SS 11, 208; Annalista Saxo (12. Jh.) MG SS 6, 677; Annales Hildesheimenses (11. Jh.) MG Schulausg. 34 f; Vita Meinwerci episcopi Patherbrunnensis cap. 200 (11. Jh.) MG SS Schulausg. 116; Annales Magdeburgenses (12. Jh.) MG SS 16, 169. - RI 3, 61 Nr. 112 d; Böhmer-Will 1, 158 Nr. 61; Wentzcke 1, 268 Nr. 244; von Guttenberg 90 Nr. 197; Oediger 1, 214 f Nr. 728; Boye, NA 48, 80.

Kommentar

Zu dieser Synode vgl. Breßlau, Jb. Konrads II. 1, 226-233; Hauck, KG Deutschlands 93, 549; Wenner 173-176; Perst 33. - Die Sitzordnung der Bischöfe aus der Mainzer Kirchenprovinz richtete sich streng nach dem Dienstalter, Werinhar von Straßburg saß als der älteste zur Rechten des Metropoliten, Bruno als der nächstälteste zu dessen Linken. - Von den sieben als Zeugen über die Vorgänge von 1007 vernommenen Bischöfen standen damals erst Bruno und Hildiward von Zeitz in bischöflichem Rang. An der Anwesenheit der übrigen bei der Versammlung von 1007 ist nicht zu zweifeln. Zum Gandersheimer Streit vgl. auch Nr. 210.

 

Nachtrag:

 

Zum Gandersheimer Streit vgl. Goetting, Kanonissenstift Gandersheim 93. - Zu Herzog Adalbero von Kärnten s. Klaar, Eppensteiner 29 Nr. 34; zur Sitzordnung vgl. Fichtenau, Lebensordnungen 33 ff.

 

Regest übernommen aus: Die Regesten der Bischöfe und des Domkapitels von Augsburg, bearbeitet von Wilhelm Volkert (Veröffentlichungen der Schwäbischen Forschungsgemeinschaft, Reihe 2b), Augsburg 1985, S. 146f.

Textkritik


Nachträge

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Empfohlene Zitierweise

RIplus Regg. B Augsburg 1 n. 254, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/d2acf0b1-da0e-4539-9932-14b98f286ccf
(Abgerufen am 21.04.2019).

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