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RIplus | SFG: Bischöfe und Domkapitel von Augsburg - Bd. 1: Wikterp - Walther I. von Dillingen (769-1152)

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Bischof Heinrich stirbt nach längerer Krankheit; er wird im Ostchor des Domes beigesetzt. - 3. nonas septembris.

Überlieferung/Literatur

Annales Augustani (11. Jh.) MG SS 3, 127; Bertholdi annales (11. Jh.) MG SS 5, 272; Herimanni Aug. chronici continuatio (11. Jh.) MG SS 13, 723; Lamperti monachi Hersfeldensis annales (11. Jh.) MG SS Schulausg. 92; Annales Altahenses maiores (11 .Jh.) MG SS Schulausg. 64; Libri anniversariorum et necrologium monasterii s. Galli (11. Jh.) MG Necr. 1, 480; Gundechari liber pontificalis Eichstetensis (11. Jh.) MG SS 7, 249; Annales necrologici Fuldenses (11. Jh.) MG SS 13, 215; Annales necrologici Prumienses (12. Jh.) MG SS 13, 221; Necrologium Ottenburanum (12. Jh.) MG Necr. 1, 113 (nonas septembris) ; Necrologia canoniae ad sanctum Andream (13. Jh.) MG Necr. 5, 358; Liber anniversariorum ecclesiae maioris Augustensis (15. Jh.) MG Necr. 1, 67; ebd. 72: non. decembris (Dezember 5) memoria Hainrici episcopi secundi; Necrologium monasterii s. Udalrici Augustensis civitatis (16. Jh.) MG Necr. 1, 125; Necrologium monasterii s. Emmerami Ratisbonensis (11. Jh.) MG Necr. 3, 323.

Kommentar

Soweit die Quellen ein Tagesdatum angeben, lautet es auf die 3. non. sept., mit Ausnahme des Ottobeurer Nekrologs (non. sept.). - Die Augsburger Annalen zeigen, daß die Persönlichkeit Heinrichs schon zu seinen Lebzeiten stark umstritten war, was in erster Linie auf seine Tätigkeit während der Minderjährigkeit König Heinrichs IV. zurückgeht (a familiaribus regis multis iniuriis afflictus); Lampert von Hersfeld äußert sich entsprechend seiner feindlichen Einstellung zu Kaiserin Agnes sehr scharf über Heinrich (invisus regi, invisus episcopis omnibus propter superbe administratam regni gubernationem tempore imperatricis). Die Geschichten, die seit dem Abtkatalog des Priors Adilbert von St. Ulrich und Afra (13. Jh.) verschiedentlich in Augsburger Chroniken auftauchen, besagen, daß Bischof Heinrich von König Heinrich IV. wegen unerlaubter Beziehungen zu einer von dessen Schwestern angegriffen und auf der Burg Falkenstein belagert wurde. Er sei aus ihr mit dem Versprechen freien Abzugs herausgelockt und dabei grausam verstümmelt worden. An diesen Verletzungen sei er kurz darauf elend gestorben (z. B. Clemens Sender, Städtechroniken 23, 18). Diese Nachrichten stehen wohl auf der Grundlage der Überlieferung Lamperts von Hersfeld; es kommt ihnen kein selbständiger Quellenwert zu (vgl. die bei Nr. 276 S. 161 zitierte Literatur). - Über sein 1970/71 aufgefundenes Grab in der Ostapsis (s. dazu Nr. 290) vgl. Weber 13.

 

Nachtrag:

 

Zum Nekrolog-Eintrag in Ottobeuren s. Keller, in: ZGOR 112 NF 73, 410.

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Empfohlene Zitierweise

RIplus Regg. B Augsburg 1 n. 303, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/d1c15394-b8b1-4991-a6c3-7374b0fb1305
(Abgerufen am 22.06.2018).

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