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RIplus | SFG: Bischöfe und Domkapitel von Augsburg - Bd. 1: Wikterp - Walther I. von Dillingen (769-1152)

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Folgt auf Bischof Eticho.

Überlieferung/Literatur

Bischofslisten MG SS 13, 280, 335; 14, 558; 15 II, 1308; Annales Einsidlenses (11. Jh.) MG SS 3, 143 (Tuto episcopus successit).

Kommentar

Namensformen: Liutoldus, Liutolth, Lutoltus, Liudolfus, Liudulfus, Liutolfus, Lyudolfus, Ludolfus, Lutolfus, Luitolphus, Luidolphus; Touto, Tuto, Dudo, Dodo.

Die Annales Augustani melden zum Jahr 988 den Tod Etichos, zu 989 die Weihe Liutolds (s. Nr. 178, 181). Die wohl noch aus dem Ende des 10. Jh. stammenden Einsiedler Annalen bringen die Nachfolge Liutolds auch schon zum Jahr 988. Es mag sein, daß sich in der Angabe der Annales Augustani die zeitliche Differenz zwischen der auf den Tod Etichos wohl bald folgenden Ernennung durch den König (oder lag eine kanonische Wahl vor?) und der Weihe durch den Metropoliten erkennen läßt.

Die Annales Einsidlenses, die Miracula Adelheidis (MG SS 4, 645) und der Annalista Saxo (MG SS 6, 636) nennen den Nachfolger Etichos Tuto (Tuoto, Dodo, Dudo). Dies ist eine Kurzform (Koseform) des Namens Liutolf (Liutold), die im 10. Jh. häufig vorkommt. Sie ist zu finden bei Bischof Liudolf von Osnabrück (967 bis 978), Bischof Liudolf von Münster (gest. 993), ebenso bei Liudolf, dem Sohn Ottos d. Gr., und bei dessen Schwester Liudgard (Dudicha). Vgl. Thietmari Merseburgensis chron. MG SS rer. Germ. n. s. 9, 44 Anm. 3, 54 f, 154 f; Dudo gehört zum Stamm theuda, got. thiuda (gens), der die gleiche Bedeutung hat wie die Wurzel leudi, ahd. liut (populus), auf die Liutold zu beziehen ist (vgl. Förstemann, Personennamen 1, 1030, 1050, 1409, 1412 f).

Über die Herkunft Liutolds und seine Tätigkeit vor der Erhebung zum Bischof ist Sicheres nicht bekannt. 964 wird ein Kapellan Ottos I. namens Dodo genannt (Görlitz 60 f, 94 f Nr. 2). Es handelt sich hier aber wohl eher um den späteren Bischof Liutolf von Münster (969-993); vgl. dazu Klewitz, AUF 16, 111; RI 2, 554 Nr. 1079; 562 Nr. 1090a; Uhlirz, Jb. Ottos III. 171). - Die Miracula Adelheidis nennen Liutold familiaris Adelheide (s. Nr. 193); diese Bezeichnung kann auch auf Verwandtschaft in leiblicher Beziehung hinweisen.

Liutolds Name ist genannt in einer Benediktbeuerer Weihenotiz; er habe eine von Propst Ratold (997-1009) erbaute Kirche auf dessen Bitte im Jahr 979 geweiht. Wegen der Amtszeit Ratolds ist diese Kirchenweihe dem Bischof Gebehard zuzuweisen (s. Nr. 203). Über die Prägungen der Augsburger Münzstätte unter Liutolds Namen s. Steinhilber 96 Nr. 9, Abb. Tafel I Nr. 9. - Zusammenfassende Literatur: Zoepfl, Bisch. 80 f; Braun, Gesch. 1, 320-329; Lebensbilder aus dem Bayer. Schwaben 5, 1-14.

 

Nachtrag:

 

Zum Siegel Bischof Liutolds s. Nr. 191 (mit Nachtrag); zu den Münzen aus seiner Zeit vgl. Hahn 102, 116 f, 150 f. - Über die Nennung und Identifizierung des in dem Hildesheimer Domherrenverzeichnis genannten Dudo vgl. Meyer, Domkapitel 401 Nr. 11-12.

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Empfohlene Zitierweise

RIplus Regg. B Augsburg 1 n. 179, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/c77179f5-ab99-4540-b994-69053bfbef89
(Abgerufen am 17.10.2018).

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