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RIplus | SFG: Bischöfe und Domkapitel von Augsburg - Bd. 1: Wikterp - Walther I. von Dillingen (769-1152)

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Bischof Adalpero (Augustitudunensis, Augustensis aecclesiae episcopus) nimmt mit 25 anderen Bischöfen aus Franken, Lothringen, Baiern, Schwaben und Sachsen teil an der auf Veranlassung König Arnolfs unter Vorsitz der drei Erzbischöfe Hatto von Mainz, Herimann von Köln und Ratbod von Trier tagenden Synode und unterschreibt mit den anderen Teilnehmern die hauptsächlich Fragen der Kirchenzucht und des Verhältnisses von geistlicher und weltlicher Gewalt (Bischof und Graf) betreffenden Synodalkapitel. - Mense Maio (Forma vulgata), II. non. mai. (Fassung B).

Überlieferung/Literatur

MG Cap. 2, 196-249 (auch 541) Nr. 252 (die Hss. des 10.-12. Jh. sind verzeichnet bei Werminghoff, NA 26, 662 f). - RI 21 Nr. 1905b.

Kommentar

Die authentische Fassung der Synodalakten ist die sog. Forma vulgata (MG Cap. a.a.O. unter A). Sie enthält die „subscriptio episcoporum“ mit 22 Namen, die nach dem Prolog der Fassung B um 4 weitere Namen zu ergänzen ist (MG Cap. 2, 210 und V. Krause, Die Akten der Triburer Synode, in NA: 17, 71 f. Vgl. auch Dümmler, Ostfr. Reich 23, 395- 400; Hauck, KG Deutschlands 82, 735; Hefele-Leclercq 4, 697 ff, 1359).

Die umfangreichen Quellen über die Beschlüsse der Synode teilen nichts mit über die im Kloster Lorsch herrschenden Mißstände und deren Beseitigung durch König Arnolf. Es darf jedoch vermutet werden, daß hier Adalpero zur Wiederherstellung geordneter Verhältnisse als Abt von Lorsch durch Arnolf eingesetzt wurde (Nr. 56).

 

Die in den Akten mitgeteilte Bischofsliste diente sehr wahrscheinlich einem Schreiber von St. Emmeram in Regensburg als Vorlage, der bei der Erzählung von der Weihe der Klosterkirche St. Emmeram durch Papst Formosus 898 Sept. 24 (VIII. kal. oct.) 4 Erzbischöfe und 16 Bischöfe als Teilnehmer anführt, darunter Adalpero von Augsburg (Auctarium Ekkehardi Altahense [12. Jh.] MG SS 17, 362; Notae s. Emmerami [15. Jh.] MG SS 15 II, 1094). Für Papst Formosus, der schon 896 April 4 gestorben war, läßt sich jedoch kein Aufenthalt in Regensburg nachweisen. Auch ist die Kirche des Klosters in diesen Jahren nicht abgebrannt, wie eine der Überlieferungen dieser Weihenotiz wissen will (Anonymi Ratisbonensis farrago historica rerum Ratisbonensium [16. Jh.]. A. F. Oefele, SS rer. Boic. 2, 500; vgl. RI 21 Nr. 1863a). Die Erfindung dieser Geschichte gehört vielmehr in den Zusammenhang der St. Emmeramer Urkundenfälschungen des 11. Jh., die den päpstlichen Schutz für das Kloster erstrebten (R. Budde, AUF 5, 187). Die darauf bezüglichen Urkunden Arnolfs und Ludwigs d. K. sind Fälschungen Otlohs von St. Emmeram (MG DKar. Germ. 3, 294 f Nr. 190; MB 28 I, 131 ff Nr. 94; RI 21 Nr. 1917, 2013). Die Urk. Ludwigs d. K. erwähnt auch die Weihe der Kirche durch Papst Formosus auf Bitte Arnolfs (vgl. Janner 1, 259-264).

 

Nachtrag:

 

Zur Synode vgl. auch GP 4, 71 Nr. 52. - Zur Bedeutung der Synode von Tribur für die Rezeption von Teilen der Pseudoisidorischen Dekretalen s. Fuhrmann, Pseudoisidorische Fälschungen 2, 419, 440, 609. - Zur Überlieferung der Weihenotiz in St. Emmeram in Regensburg s. M. Piendl, Fontes monasterii s. Emmerami Ratisbonensis, in: Thurn und Taxis-Studien 1 (1961) 19 f Nr. 17.

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Empfohlene Zitierweise

RIplus Regg. B Augsburg 1 n. 55, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/c6e10855-2359-48fd-93c3-9ba47718dc39
(Abgerufen am 25.02.2018).

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