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RIplus | SFG: Bischöfe und Domkapitel von Augsburg - Bd. 1: Wikterp - Walther I. von Dillingen (769-1152)

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Papst Gregor VII. teilt den Legaten, Kardinalbischof Petrus von Albano und Bischof Udalrich von Padua mit, daß sie in der Angelegenheit der Könige und des Reiches und der erwählten Bischöfe (electi) [Egilbert] von Trier, [Sigewin] von Köln und [Siegfried] von Augsburg (Augustensis) und all derer, die die Investitur aus Laienhand empfangen haben, kein Urteil fällen, sondern dem Papst Mitteilung machen sollen, wenn der König zu Verhandlungen bereit sei. Die Angelegenheiten des Abtes Ekkehard von Reichenau und des Bischofs Adalbert von Worms sollen sie im Auge behalten.

Überlieferung/Literatur

Hugonis Flaviniacensis chronicon, lib. II zu 1079 (11. Jh.) MG SS 8, 450. - JL 1, 632f Nr. 5137; GP 2 I, 32 Nr. 14; Oediger 1, 343 Nr. 1135.

Kommentar

Das abschriftlich in der Chronik des Hugo von Flavigny ohne Datierung überlieferte Mandat gehört in den Sommer 1079, nicht erst in den Herbst (wie Jaffe, Bibl. rer. Germ. 2, 557 f und Hauck, KG Deutschlands 3, 821 annahmen). Zur Reise der beiden Legaten und ihrer Tätigkeit in Deutschland s. Schumann, Legaten 46-52, 174 f. Zur Datierung vgl. Meyer v. Knonau, Jahrbücher Heinrichs IV. u. Heinrichs V. 3, 223 Anm. 83. Über Hugo von Flavigny s. Wattenbach-Holtzmann 623 ff; Manitius 3, 512-516; LThK 25, 513 f. - An der Persönlichkeit des zweiten Legaten, des Bischofs Udalrich von Padua, kann kein Zweifel bestehen, wenn auch die Ortsangabe verschiedentlich auf Passau bezogen wird (so Oediger 1, 343 Nr. 1135); dort war zwischen 1065 und 1091 Altmann Bischof, der sich 1078/79 wegen seiner gregorianischen Gesinnung nicht in seinem Bistum halten konnte und sich in Rom aufhielt; 1081 ging er als päpstlicher Legat nach Deutschland (vgl. Schumann, Legaten 33 f; Meyer v. Knonau, Jb. Heinrichs IV. u. Heinrichs V. 3, 330 Anm. 166; HB d. bayer. Geschichte 1, 249 f; Der hl. Altmann, Bischof von Passau [Festschrift zur 900-Jahr-Feier, 1965] 35, 123; NDB 1, 225. Vgl. auch Nr. 360). - Erzbischof Sigewin von Köln war um die Jahreswende 1078/79 von König Heinrich IV. investiert worden (Oediger 1, 343 Nr. 1133; Bonin 118); Egilbert von Trier hatte Heinrich 1079 Januar 6 ernannt (Hauck, a.a.O. 3, 999; Bonin 119). - Über Gregors VII. Stellungnahme in der Investiturfrage s. die Zusammenfassung bei Gebhardt-Grundmann 91, 342.

 

Nachtrag:

 

Zur Anweisung Papst Gregors VII. an die beiden Legaten vgl. Schieffer, Investiturverbot 173 f.

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Empfohlene Zitierweise

RIplus Regg. B Augsburg 1 n. 347, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/c42d7add-7301-4fb3-8851-a16bfb8ef196
(Abgerufen am 20.09.2018).

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