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RIplus | SFG: Bischöfe und Domkapitel von Augsburg - Bd. 1: Wikterp - Walther I. von Dillingen (769-1152)

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Bischof Embriko wird von Langobarden (Longabardis) gefangengenommen.

Überlieferung/Literatur

Annales Augustani (11. Jh.) MG SS 3, 128.

Kommentar

Die von Grandauer, Geschichtsschreiber der deutschen Vorzeit 23 Anm. 1 geäußerte und von Loewe, Annales Augustani 58 übernommene Vermutung, daß durch diese Nachricht der Augsburger Annalen eine Reise Embrikos zur Fastensynode von 1075 belegt sei, ist nicht völlig unwahrscheinlich, wenn auch die Mitteilung in ihrer lapidaren Kürze schwer zu erklären ist, zumal irgendwelche Parallelüberlieferungen fehlen. Die Annalen erwähnen zum Jahr 1075 zunächst den Aufenthalt Heinrichs IV. am 2. Februar (purificatio s. Mariae) in Augsburg (vgl. Meyer v. Knonau, Jb. Heinrichs IV. u. Heinrichs V. 2, 483), berichten dann über Ereignisse in Sachsen, schließen die Mitteilung von dem päpstlichen Erlaß „De continentia clericorum“ an, womit wohl auf die Verlautbarungen der Fastensynode angespielt wird (Meyer v. Knonau, a.a.O. 454, 558). Im Anschluß an die Notiz über Embriko folgen Mitteilungen über den Tod Gundekars von Eichstätt (1075 August 2; s. Heidingsfelder 86 Nr. 252) und die Absetzung Herimanns von Bamberg (1075 Juli 20; s. v. Guttenberg 239 f Nr. 466). Nach dieser zeitlichen Abfolge wäre eine Reise Embrikos nach Oberitalien im Frühjahr 1075 möglich. Am Schluß des Berichtes über das Jahr 1075 schreiben die Annales Augustani über die Unterwerfung der Sachsen (s. Nr. 334). - Unklar ist, wer Embriko festgenommen haben könnte. Da Embriko als Anhänger Heinrichs IV. bekannt war, ist es denkbar, seine Gegner in Kreisen der Patariner zu suchen, die in den lombardischen Städten stark vertreten waren und im Lauf des Jahres 1075 von Heinrich IV. mit der Reichsacht belegt wurden (vgl. Gebhardt-Grundmann 81, 256 und 91, 336). Da Embriko bald wieder in Deutschland erscheint, kann die Gefangenschaft nicht lange gedauert haben.

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Empfohlene Zitierweise

RIplus Regg. B Augsburg 1 n. 330, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/c25f97e2-e865-4ae5-a9c8-34e57db9a4c2
(Abgerufen am 20.09.2018).

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