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RIplus | SFG: Bischöfe und Domkapitel von Augsburg - Bd. 1: Wikterp - Walther I. von Dillingen (769-1152)

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König Ludwig d. K. bestätigt auf Bitte des Bischofs Adalpero [von Augsburg] dem Nonnenkloster Eleon [Andlau, Unterelsaß] die Privilegien Papst Johanns VIII., der Kaiser Karl III. (Kaiserin Richgard) und Arnolf und bestimmt, daß Adalpero den Schutz des Klosters in äußeren Angelegenheiten übernehme, welches Recht dieser gegen eine Entschädigung von 20 Mansen an einen anderen abtreten könne.

Überlieferung/Literatur

Fälschung. Schöpflin, Alsacia Diplomatica 1, 98 Nr. 126 (nach dem verlorenen Salbuch des Klosters Andlau aus dem 14. Jh.). - Bruckner, Reg. Als. 1, 403 Nr. 670; RI 21 Nr. 2063. - Vgl. Kehr, Kanzlei Ludwigs d. K. 36 Anm. 1, 38 Anm. 1 ; H. Bloch, Zur Überlieferung der Kaiser- und Papsturkunden des Klosters Andlau, in : ZGOR NF 11 (1896), 312.

Kommentar

Die vorliegende Form der Urkunde ist eine plumpe Fälschung, das Protokoll könnte aus RI 21 Nr. 1985 oder 1989 stammen (vgl. Nr. 70 und 73), vielleicht aber auch aus einem echten Diplom für Andlau, das dem Fälscher vorlag (s. bes. Kehr, a. a. O. 36 und 38). Die Mitteilungen über die Gründung des Klosters durch Kaiserin Richgard und die Übertragung an den Papst Johann VIII. stimmen mit den sonst bekannten Vorgängen überein (vgl. MG DKar. Germ. 2, 156 Nr. 96; RI 21 Nr. 1609 a; Büttner, Gesch. des Elsaß 1,157). Eventuell könnte auch eine Urkunde Johanns VIII. für Andlau vorhanden gewesen sein (GP 3, 41 Nr. 1; JE 21 Nr. 3337; vgl. auch G. Wagner, Zur Geschichte der Abtei Andlau, in: ZGOR NF 27 (1915) 446. Dümmler, Ostfr. Reich 23, 181 kannte dieses Diplom noch nicht als Fälschung). - Die zeitliche Einreihung zu 900 - 909 hier im Anschluß an den Regierungsantritt König Ludwigs (900) und den Tod Adalperos (909).

 

Nachtrag:

 

Druck: MG DKar. Germ. 4, 200 ff Nr. 68 (nach Abschr. des 17. Jh. im DepartementalA Straßburg) mit dem Nachweis der Entstehung des inhaltlich im ganzen vertrauenswürdigen Diploms zwischen 906 und 909; lediglich die Bestimmungen über die Vogtrechte dürften Verunechtungen (des 11./12. Jahrhunderts?) sein. Zum irrtümlichen Hinweis auf RI 21 Nr. 1989 als Vorlage für dieses Diplom vgl. Th. Schieffer, Die lothringische Kanzlei um 900, in: DA 14 (1958) 116,126 f; hier und in der Vorbemerkung zu D. 68 der Diplomata-Ausgabe sind die richtigen Beziehungen hergestellt. - Das Erscheinungsjahr von ZGOR NF 27 ist in „1912“ zu berichtigen.

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Empfohlene Zitierweise

RIplus Regg. B Augsburg 1 n. †75, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/bfab2faa-e881-4416-9eb8-1c38b9b0b3d3
(Abgerufen am 19.02.2018).

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