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RIplus | SFG: Bischöfe und Domkapitel von Augsburg - Bd. 1: Wikterp - Walther I. von Dillingen (769-1152)

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Der Mönch Magnus aus St. Gallen gelangt unter der Führung des Priesters Tozzo über Ephtaticus [Epfach] zu Bischof Wikterp. Dieser gibt ihm nähere Auskunft über die Gegend des Alpenvorlandes, darauf ziehen die beiden weiter und errichten eine Kirche [in Waltenhofen oder Füssen?], die einige Zeit später von Bischof Wikterp geweiht wird. Dieser bleibt mit Magnus weiter in Verbindung.

Überlieferung/Literatur

Vita sancti Magni II, 7 und 10, Goldast, Rerum Alamannicarum Scriptores 1, 196 ff.

Kommentar

Zur Entstehung, Überlieferung und Beurteilung der Vita s. Magni vgl. Nr. 34; Potthast 2, 1444; Steichele, BA 4, 349-369; Gebele, Der hl. Magnus von Füssen 35-47, 51-62,71-74; zu Magnus vgl. auch Bigelmair, Lebensbilder 2, 1 ff; Zimmermann, Kal. Ben. 3, 20-23. - Die Auseinandersetzung über die Zuverlässigkeit der Vita s. Magni beschäftigt die Geschichtsforschung seit dem 17. Jh. Die Untersuchungen von Steichele und Gebele haben herausgearbeitet, daß dem 2. Buch, aus dessen Kapitel 7 und 10 die hier angeführten Stellen über Wikterp stammen, ein gewisser Quellenwert nicht abzusprechen ist. Der Begleiter des Magnus bei dem Auszug aus St. Gallen, Theodor, der zur Missionierung in Kempten zurückgeblieben war, dürfte von dort bei den Kriegsunruhen, die die Auseinandersetzung der alamannischen und baierischen Stammesherzöge mit dem fränkischen Hausmeier im Jahr 743 brachten, von der durch ihn gegründeten Zelle nach St. Gallen zurückgekehrt sein (Baumann, Gesch. des Allgäus 1, 98 und 109; ders., Forschungen 110; Rottenkolber, StMOSB 39, 267 f). Die Angabe der Vita s. Magni II, 13 (Goldast 1, 200), Magnus habe 25 Jahre in Füssen gewirkt und Wikterp sei kurze Zeit vor ihm gestorben, darf wohl hinsichtlich der Jahresanzahl nicht zu wörtlich genommen werden. Da die Vermutung, Magnus sei 772 gestorben, eine gewisse Wahrscheinlichkeit für sich hat (s. Nr. 8), kann wohl mit der Ankunft des Magnus bei Wikterp um 741/742 gerechnet werden. Zur Glaubwürdigkeit der Magnus-Vita vgl. R. Dertsch, Zum geschichtlichen Kern der Magnus- Legende, in: Festschrift zum 1200-jähr. Jubiläum des hl. Magnus 13-17; zu den Ortsnamen Ephtaticus - Epfach und Fauces (Faucibus) - Füssen vgl. P. Reinecke, Örtliche Bestimmung antiker geographischer Namen, in: BVfr 4, 19, 31.

J. Schnetz, Flußnamen und vordeutsche Ortsnamen des bayerischen Schwaben (1953) 44 ff erweist den Namen „Foetibus“ der Notitia Dignitatum als germanisches Wort in römischem Gewand.

 

Nachtrag:

Zur Begegnung des Magnus mit Bischof Wikterp s. Volkert, UuA 96 f Nr. 1; ferner Schmid, Wikterp 100, 112 ff Nr. 4 (auch zur Überlieferung der Magnus-Vita); zur Kritik der Magnus-Vita vgl. Schwarzmaier, Königtum 7 ff. Über die Magnus-Überlieferung und deren verschiedene Schichten vgl. auch Ettelt 30-45 (zuverlässiges Referat); HAB Füssen 29 ff. Zur Überlieferung der Magnuslegende vgl. auch Bauerreiß, in: StMOSB 75, 163-182. Zur Tätigkeit des Magnus in Füssen unter Mitwirkung Bischof Wikterps s. Borst, Mönche 43 f. Die Magnus-Forschung faßt zusammen Spahr, Magnus 9-22; ebd. 81-120 Übersetzung der Magnus-Vita des Otloh von St. Emmeram. Vgl. auch Nachtrag zu Nr. 34. - Zu den römerzeitlichen Bezügen vgl. J. Werner, Spätrömische Befestigung auf dem Schloßberg in Füssen (Allgäu), in: Germania 34 (1956) 243-248 (Nachweis einer spätrömischen Befestigung des 4. Jahrhunderts auf dem Schloßberg von Füssen). L. Steinberger, Die Erforschung der Ortsnamen im deutschen und ladinischen Tirol 1914-1932, in: Zeitschrift für Ortsnamenforschung 8 (1932) 258 meint, den Ortsnamen Foetibus auf Pfronten deuten zu können, da ein Lesefehler (anstelle von frontibus) anzunehmen sei.

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Empfohlene Zitierweise

RIplus Regg. B Augsburg 1 n. 4, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/bf316d78-f5ad-4927-bcd4-a58ccdb99c5a
(Abgerufen am 18.02.2018).

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