Regestendatenbank - 184.913 Regesten im Volltext

RIplus | SFG: Bischöfe und Domkapitel von Augsburg - Bd. 1: Wikterp - Walther I. von Dillingen (769-1152)

Sie sehen den Datensatz 242 von insgesamt 535.

Bischof Bruno von Augsburg (episcopus Augustensis) nimmt an der unter Vorsitz Erzbischof Aribos von Mainz stattfindenden Synode teil zusammen mit den Bischöfen Burghard von Worms, Werinhar von Straßburg, Eberhard von Bamberg und Meginhard von Würzburg und den Äbten Richar von Fulda, Ernold von Hersfeld, Reginbald von Lorsch, Hericho von [St. Maximin] in Trier, Everwin von Tholei, Heinrich von St. Burghard [in Würzburg], Sigizo von Schlüchtern, Gerbert von St. Alban [bei Mainz], Adalbert von Klingenmünster und Rudolf von Bleidenstadt. Die Beschlüsse betreffen die allgemein gebotenen Fastenzeiten vor den hohen Festen, Festsetzung der Quatember, die Anzahl der von einem Priester an einem Tag zu lesenden Messen, Maßnahmen gegen den Aberglauben und zum Schutz der Heiligkeit der Gotteshäuser, Anstellung von Geistlichen an Eigenkirchen, Fragen des Eherechts, der Buße und die Appellation nach Rom. - 1023 (1022 hat die Hs. aus St. Omer, 11. Jh.), indictione 5., 2. idus augusti (3. id. aug. in Vita Meinwerci), anno autem domni Heinrici secundi regnantis 22., imperantis vero 8.

Überlieferung/Literatur

MG Const. 1, 633-639 Nr. 437; Hirsch-Breßlau, Jb. Heinrichs II. 3, 349-352; Vita Meinwerci cap. 178 (11. Jh.) MG SS Schulausg. 98-101; vgl. Bernoldi chronicon (11./12. Jh.) MG SS 5, 424 (gibt als Tagungsort irrtümlich Mainz an).- Boye, NA 48, 77; v. Guttenberg 80 Nr. 173; Böhmer-Will 1, 151 Nr. 5 (zu 1022); Wentzcke 1, 266 Nr. 233.

Kommentar

Das Jahr 1023 der Synode von Seligenstadt weist schlüssig nach Breßlau, Jb. Heinrichs II. 3, 354 f, dem sich MG Const. und auch die neuere Lit. angeschlossen haben. Dieses Jahr ergibt sich in erster Linie aus dem Inhalt der Akten; denn die Beschlüsse wegen der Appellation nach Rom dürften höchstwahrscheinlich die Auseinandersetzungen zwischen Erzbischof Aribo und dem Grafen Otto von Hammerstein bzw. dessen Gemahlin Irmingard voraussetzen (vgl. D. von Keßler, Der Eheprozeß Ottos und Irmingards von Hammerstein (Hist. Studien, hrsg. von E. Ebering, 157 [1923]); A. Ortegel, Irmingard von Hammerstein im östlichen Franken, in: Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg 39 [1944] 17 ff; Holtzmann, Sächs. Kaiserzeit 471 f; Hauck, KG Deutschlands 93, 533 ff). Zur Synode im allgemeinen vgl. Hirsch-Breßlau, Jb. Heinrichs II. 3, 267-270; J. Wenner, Rechtsbeziehungen 161. Zu Seligenstadt s. LThK 9, 448 f, über Aribo von Mainz oben Nr. 218; Gebhardt-Grundmann 81, 222 Anm. 3. Ob an dieser Synode auch die nicht genannten Mainzer Suffragane (von Chur, Konstanz, Eichstätt, Hildesheim, Speyer und Verden) teilgenommen haben, kann nicht entschieden werden. - Hauptsächlich wegen der Hammersteinschen Angelegenheit fand schon zu Pfingsten 1023 eine Synode zu Mainz statt; die Quellen lassen nicht erkennen, ob Bruno dort anwesend war (Wenner 161 mit weiterer Lit.).

 

Nachtrag:

 

Zu den Verhandlungen der Synode vgl. RI 2, Papstregesten 497 Nr. 1266; S. Reicke, Der Hammersteinsche Ehehandel im Lichte der mittelalterlichen Herrschaftsordnung, in: Rheinische Vierteljahrsblätter 38 (1974) 220 f; ebd. 203 weitere Literatur zu dieser Angelegenheit. - Zur genealogischen Einordnung des Otto von Hammerstein vgl. auch Klebel, in: Vorträge und Forschungen 1, 231 f; A. Wolf, Wer war Kuno von Öhningen? in: DA 36 (1980) 45 f. -Zur Synode von Mainz 1023 Juni 2 s. RI 2, 1104 f Nr. 2039 a.

Nachträge

Nachtrag einreichen
Einreichen
Empfohlene Zitierweise

RIplus Regg. B Augsburg 1 n. 236, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/bbfeb221-c960-429c-83b8-cc303675b7d5
(Abgerufen am 22.02.2019).

Bestandsinformationen